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The Liberator: Erste komplette Waffe mit 3D-Drucker hergestellt

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Die Gruppe Defense Distributed hat die Dateien für den 3D-Druck einer kompletten Waffe online gestellt. Der Liberator ist eine Pistole mit einem 9 mm Kaliber. Hergestellt wurde die Waffe mit einem Stratasys Dimension SST 3D-Drucker. Das Design soll zukünftig auch für andere, günstigere 3D-Drucker kompatibel gemacht werden.

Die Nutzung der Dateien, um eine eigene Waffe herzustellen, scheint auch in den USA an der Grenze zur Illegalität zu stehen. Im readme.txt zu den Dateien stehen genaue Anweisungen, in welcher Reihenfolge die Teile der Waffe auszudrucken sind. Genau wie ein Kommentar auf der Downloadseite sollen diese Hinweise verhindern, dass Menschen die Gesetze verletzen, wenn sie sich den Liberator ausdrucken.

Wodurch die Waffe so stabil ist, dass man sie mit der Hand abfeuern kann, ist auch dem Erfinder nicht ganz klar. Wahrscheinlich wird das Material dadurch stabil, dass der Lauf der Pistole nach der Fertigstellung kurz mit erhitztem Aceton bedampft wird.

Die gedruckten Teile des Liberators

(Bild: Defense Distributed)

Cody Wilson, Sprecher der Gruppe Defense Distributed, hatte bereits angekündigt, dass er zu Ende April mit der Fertigstellung dieser neuen Waffe rechne. Bisher hatte die Gruppe es nur ermöglicht, Teile von Waffen zu drucken. Der Name der Waffe, "The Liberator" ist aus einer Aktion der Alliierten im II. Weltkrieg abgeleitet. Über dem besetzten Frankreich wurden damals billige Ein-Schuss-Waffen mit dem Namen FP-45 Liberator abgeworfen.

Der Name zeigt, wie Wilson seine Erfindung wahrnimmt. Wiederholt hat der Jura-Student, der sich als "Crypto-Anarchist" bezeichnet, vertreten, dass das Wissen über die Herstellung von Waffen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müsse. Damit werde den staatlichen Institutionen das Gewaltmonopol genommen.

Siehe dazu auch:

(esk)