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Voltera V-One: Platinen drucken statt ätzen

Mit dem 1500 US-Dollar teuren V-One soll man am eigenen Schreibtisch in kurzer Zeit Platinen herstellen und für die SMD-Bestückung vorbereiten können. Noch ist das Gerät allerdings selbst ein Prototyp.

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Voltera V-One: Platinen drucken statt ätzen

(Bild: makezine.com)

Das kanadische Hardware-Start-up Voltera hat auf der CES ein Gerät vorgestellt, das kleine zweilagige Platinen, vor allem Prototypen, in wenigen Minuten produzieren soll. Der V-One trägt dazu eine leitfähige Flüssigkeit mit Silberpartikeln auf herkömmliches Platinenmaterial auf. Ein zweite nichtleitende Flüssigkeit dient als Isolator zwischen den Lagen.

Nach einer Trockenzeit von rund 30 Minuten kann das Gerät auch in einem zweiten Durchgang flüssige Lötpaste auf alle Lötstellen aufbringen. Dank einer eingebauten Heizung dient der V-One dann auch als Reflow-Lötofen. Eine Pick-and-Place-Funktion ist nicht dabei, die SMD-Bauteile muss man also von Hand oder mit einer anderen Maschine aufsetzen.

Mike Senese vom amerikanischen Make-Magazin stellt das Produkt (auf englisch) vor.

Laut Make Magazine liegt die minimale Dicke von Leiterbahnen und Abständen bei 0,2 Millimetern (8 mil), als kleinste Bauteile kommen SMD-Krümel im Format 0603 in Frage. Der im Vergleich zu Kupferleitungen höhere Widerstand des Silbermaterials ist laut Hersteller vernachlässigbar. Wie groß die Platine sein darf, gibt Voltera nicht an, eine Standard-Eurokarte (100 mm × 160 mm) sollte augenscheinlich aber passen.

Das Gerät kann man noch nicht kaufen, Voltera will im Laufe des Jahres eine Crowdfundingkampagne nutzen, um es zur Marktreife zu bringen. Die Firma hat sich mit der Hilfe des amerikanischen Accelerator-Programms HAXLR8R gegründet. Auf der CES hat sie in der vergangenen Woche für den Platinendrucker den mit 50.000 US-Dollar dotierten "Hardware Battlefield"-Preis des Magazins TechCrunch gewonnen. (phs)