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Wearable Biosensor XTH Sense für Kreative auf Kickstarter

XTH Sense ist ein Mensch-Maschine-Interface, das Muskelkontraktionen und Körperbewegungen misst. Es ist besonders für Künstler und Gamer interessant. Das Projekt sucht auf Kickstarter nach Unterstützern.

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(Bild: XTH Sense)

[Update, 26.04.16, 9:48: Die Meldung sollte eigentlich zeitgleich mit dem Kickstarter Launch von XTH Sense online gehen. Wir waren aber leider zu früh. Sobald das Kickstarter-Projekt gestartet ist, reichen wir einen Link nach.] [Update, 26.04.16, 14:04: Das Kickstarter-Projekt ist jetzt online.]

XTH haben eine Kickstarter-Kampagne für ihren wearable Biosensor XTH Sense gestartet, eine Open Hardware, die Muskelkontraktionen detektieren kann und 3D-Beschleunigungssensor, 3D-Gyroskop, 3D-Kompass sowie einen Temperatursensor enthält. Das Gerät soll vor allem als Mensch-Maschine-Interface eingesetzt werden und eignet sich besonders dazu, Musik- und Videosoftware zu steuern, oder Computerspiele und VR-Anwendungen.

Der reguläre Preis soll bei 289 US-Dollar liegen. Als Early-Bird-Angebot gibt es das XTH Sense bei Kickstarter für 179 US-Dollar, wobei die Stückzahl zu diesem Preis auf 400 begrenzt ist. Danach bekommt man über Kickstarter immerhin noch 40 US-Dollar Rabatt, zahlt also nur 249 US-Dollar. Da ein Doppelpack durchaus sinnvoll ist, zum Beispiel um beide Arme oder zusätzlich ein Bein mit einem Sensor auszustatten, wird auch dazu ein auf 300 Stück limitierter Early-Bird-Preis von 309 US-Dollar angeboten, der anschließend bei 419 US-Dollar liegt. Ein ganz besonderes Paket mit zwei XTH Sense umfasst zudem drei Tage Workshop mit dem XTH-Team. Das Angebot ist auf 30 Stück begrenzt. Der Ort, wo der Workshop stattfinden wird, soll flexibel sein. Das Team selbst ist in New York und Berlin beheimatet. Es gibt ebenfalls die Möglichkeit, sich mit größeren Beträgen zu beteiligen, die dann mit EDU-Paketen belohnt werden, die mehrere der Wearable-Sensoren enthalten.

(Quelle: Kickstarter / XTH Sense)

Kickstarter & Co.

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Die Sensorendaten werden drahtlos über WPAN (Wireless Personal Area Network) an einen USB-Empfänger übertragen. Der Sensor spricht die zu steuernde Software per MIDI oder OSC (Open Sound Control) an. Dazu gibt es zwei Standalone-Programme und Plug-ins für verschiedene Softwares: Ableton Live, Pure Data, Max/MSP, Unity, Wwise, Python, OpenFrameworks und Processing. XTH Sense soll ebenfalls kompatibel zu Arduino sein.

An der Auswahl der Softwares und Protokolle erkennt man den engen Bezug der Entwickler zur Kunst, besonders zur Musik. Tatsächlich hat Marco Donnarumma, einer der Mitbegründer von XTH, vor etwa fünf Jahren mit der Entwicklung eines Musikinstruments begonnen, aus dem der Prototyp für das aktuelle XTH Sense hervorgegangen ist. Inzwischen ist das Team gewachsen und Marco Donnarumma hat zusammen mit Heidi Boisvert die neunköpfige Firma XTH gegründet.

Dank Open-Hardware-Lizenz kann man das XTH Sense selbst bauen. Für 89 US-Dollar bekommt man ein Early Bird Bare Bone XTH Sense, also lediglich die bestückte Platine ohne Gehäuse. Dieses Angebot ist jedoch auf 50 Stück begrenzt. Der Preis ist kaum zu schlagen, es sei denn, man investiert viel Zeit und ätzt und bestückt sich die Platine selber.

Viele Smartphones sind ähnlich gut mit Sensoren ausgestattet wie ein XTH Sense. Mit den passenden Apps kann man die Sensordaten auch per Bluetooth oder WLAN übertragen. Die Qualität (Datenrate und Latenz) sollte jedoch wesentlich geringer sein. Beim XTH Sense werden die Sensordaten mit 2000 Hz Datenrate übertragen, ein Smartphone schafft in der Regel nur 100 Hz. Das liegt oft nicht am Sensor, sondern an den Treibern, und die gibt es weder bei Android noch bei iOS als Open Source. Von einem XTH Sense darf man also erwarten, dass es schneller und präziser reagiert als ein Smartphone. (fpf)