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Werkstattberichte: Neues aus den Fablabs und der Makerszene

Wo entstehen neue Makerspaces, welche Termine stehen an und was ist los in den Fablabs? Die Werkstattberichte mit einem Filmfestival und Sommer-Camps.

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(Bild: Hand.Werk.Stadt / Bernd Mayr)

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In den kommenden Monaten heißt es für viele Bastlerinnen und Bastler wieder: raus in die Natur und ab zu einem Maker Camp. Aber auch in den Hackerspaces passiert einiges.

Am 6. April war es so weit: die Hand.Werk.Stadt Mödling eröffnete ihre neuen Räumlichkeiten in der Halle 6. Die ehemalige, fast 100 Jahre alte, Betonfertigteilhalle wurde innerhalb eines Jahres in Eigenregie und mit Hilfe der Firma Südbau Schleussner umgebaut, um künftig Platz für Innovation und Vernetzung zu bieten. Dabei wurde sowohl auf den Erhalt des Bestands, als auch eine moderne und helle Aufteilung wert gelegt. Die Halle bietet der Hand.Werk.Stadt und ihren Nutzern neue Möglichkeiten und vor allem viel mehr Raum. Auf fast 140 Quadratmetern kann nun 3D-gedruckt, mit Holz gewerkt, CNC-gefräst, genäht, an Rädern geschraubt und vor allem viel Wissen ausgetauscht werden. Für den Einstieg werden regelmäßig Anfänger-Workshops angeboten.

Neben mehr Platz für Workshops gibt es in der Halle 6 jetzt Co-Working-Arbeitsplätze. Die Halle beherbergt außerdem noch weitere Unternehmen, die die Infrastruktur des Vereins mitnutzen. Der soziale Bildungsverein Workpool 23 ist dort neben HighTech-Startups untergebracht und es gilt, potentielle Schnittpunkte zu finden. Auch die Hand.Werk.Stadt freut sich auf neue Leute. Für Interessierte gibt es Dienstagabends ab 18 Uhr jeweils einen Infoabend.

Seit dem Sommer 2017 organisieren Studierende der Hochschule Rhein-Waal den „Accessathon“ – der Name ist ein Kunstwort, gebildet aus „Accessibility“ (engl. für Barrierefreiheit) und „Hackathon“, denn um diese Verbindung geht es. Vom 10. bis 12. Mai wurden in Kamp-Lintfort bereits zum vierten Mal Hilfsmittel mit Maker-Technologien erstellt und verbessert. Von individuellen Hilfsmitteln bis zu massentauglicher Software ist die Bandbreite an Ideen jedes Mal sehr groß: Programme, die Memes für Blinde verständlich machen, einen Aufsatz für Ukulelen, mit dem man einhändig spielen kann oder ein Gurt für querschnittsgelähmte Schwangere, der die Bewegungen des Babys mittels LED visualisiert. Eine der wichtigsten Erkenntnisse sei, so die Studierenden, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten, sich anfreunden und nebenbei die Technologien erlernen können, die sie in Zukunft befähigen, eigene Hilfsmittel zu bauen.

(Bild: Accessathon)

Mit dem KI-Dienst Cognitive Services von Microsoft, der Bilder analysiert und die Bildbeschreibungen als Texte ausgibt, entstand die Idee, beim Accessathon darauf aufbauend eigene Software zu entwickeln. Mitgründer Philip besitzt selbst nur 5 Prozent Sehvermögen und setzt sich seit langem für Barrierefreiheit in digitalen Medien ein. Im Fablab der Hochschule steht außerdem die Technik für digitale Fertigung bereit. Zu den Events kommen schließlich Experten von anderen Initiativen. So war in diesem Jahr Lars Thalmann von E-Nable Germany dabei, der Community für 3D-gedruckte Handprothesen. Um den Accessathon auch in Zukunft – über die Hochschule hinaus – organisieren zu können, plant das Team einen gemeinnützigen Verein zu gründen. Der fünfte Accessathon wird voraussichtlich im Herbst oder Winter 2019 stattfinden.

Die Podiumsdiskussion der RETIBNE-Tagung zur Frage, warum Reparieren eine Bildungsaufgabe ist, wurde aufgezeichnet und kann im Internet nachgeschaut werden.

Nach vier Jahren ist endlich wieder das Chaos Communication Camp im Ziegeleipark in Mildenberg – die Tickets gab es allerdings ausschließlich über Hackerspaces. Einige andere Camps fallen dadurch in diesem Sommer leider aus, wer trotzdem Alternativen sucht, wird hier fündig:

1.-4. August Technik Camp Bodensee, Überlingen
4.-10. August 5th International summer hacking: PIFcamp Soča, Slovenia
4.-30. August Digital Naturalism Conference (Dinacon) Gamboa, Panama
8.-15. August BornHack Fünen, Dänemark
17.-24. August Oktolog Art & Maker Camp Wels/Oberösterreich

Im September dreht sich bei der dritten Auflage des Wiener Filmfestivals Bio-Fiction alles um Neurotechnologien und die Frage, wie sie die Zukunft des menschlichen Körpers, Geists und der Gesellschaft verändern. Derzeit läuft der Call for Submissions. Filmemacher sind ebenso aufgerufen, eigene Werke einzureichen, wie Künstler, Designer, Hacker und Wissenschaftler. Die Filme sollten bis zu 15 Minuten lang sein und dürfen von der Doku über Comedy und Zeichentrick bis hin zu experimentellen Arbeiten aus allen Genres stammen. In den Kategorien "Fiktion", "Dokumentation" und "Animation" werden jeweils Preise von 1000 Euro verliehen. Einreichungsschluss ist der 31. Juli 2019.

Makerszene

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Diese und weitere Termine stehen laufend aktualisiert in unserem Veranstaltungskalender. Dort könnt ihr auch eigene Termine eintragen. Orte zum Selbermachen in Eurer Nähe findet ihr in unserer Makerspace-Karte – dort sind auch die kommenden Maker Faires verzeichnet. (hch)