Menü
Update
Make

pi-topCEED: All-in-One-Raspberry-Pi-Rechner für 100 Dollar

Die Macher des Laptops auf Basis des Raspberry Pi schicken ihren nächsten Streich ins Crowdfunding: Geboten wird ein All-in-One-System mit 13,3-Zoll-Display zu einem überraschend günstigen Preis.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 48 Beiträge
pi-topCEED

(Bild: Screenshot aus dem verlinkten Video)

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, dass Jesse Lonzano und Ryan Dunwoody ihren pi-top vorstellten: Einen modularen Laptop auf Basis des Einplatinenrechners Raspberry Pi, der kinderleicht selbst zusammenzubauen ist. Dieses Gerät kann man inzwischen für 300 US-Dollar bestellen, aber die beiden Briten legen nach: Der pi-topCEED funktioniert nach einem ganz ähnlichen Konzept, ist aber kein Laptop-Bausatz, sondern ein fertig montierter All-in-One-Desktop-Rechner. Das wahlweise grüne oder schwarze flache Gehäuse besteht aus Spritzguss, im oberen Teil sitzt ein Display mit 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale, darunter – in einem Fach mit aufschiebbarem Deckel – der Raspberry Pi. Im Fach ist noch Platz für selbstgebaute Hardware-Erweiterungen; zudem kommt man gut an die GPIO-Pins des Kompaktrechners ran. Das Gehäuse soll man auf einen Klappbügel stellen oder an die Wand hängen können.

Wer sich auf Indigogo an der Anschubfinanzierung für die Desktop-Version beteiligen will, dem verspricht der Hersteller einen pi-topCEED als Gegenleistung für 99 US-Dollar Investment. Enthalten sind dabei ein Raspberry Pi 2 sowie eine SD-Karte, die das vorinstallierte eigene Betriebssystem pi-topOS enthält. Wer schon einen passenden RasPi hat, kann den Rechner auch ohne bestellen und zahlt 70 US-Dollar. In jedem Fall braucht man zusätzlich eine Maus und eine Tastatur.

Kickstarter & Co.

Mehr interessante Crowdfunding-Projekte:

Das Gerät ist deutlich billiger als der originale pi-top – klar, denn die Hersteller sparen sich unter anderem den Akku und die Tastatur; zudem lässt sich das einfachere Gehäuse wahrscheinlich günstiger herstellen. In ihrem Video kündigen Lonzano und Dunwoody aber auch an, dass der Preis nach der Indigogo-Aktion höher liegen wird. Weil die noch laufende Crowdfunding-Kampagne ihr Finanzierungsziel von 50.000 US-Dollar bereits weit überschritten hat, greift das von den Initiatoren zuvor für die Marke von 75.000 Dollar definierte "Stretch Goal": Für den Desktop-Pi werden jetzt auch passende Lautsprecher angeboten, für 15 US-Dollar zusätzlich.

Mitbewerber in Orange

Der pi-topCEED ist offenbar weniger als Desktop-Rechner für private Nutzer gedacht; die Entwickler haben eher Schulen und andere Bildungseinrichtungen im Sinn. Hier könnte das Gerät mit dem niedrigen Preis punkten – und mit seiner Portabilität: Stecker raus, zusammenklappen, im Schrank stapeln, schon ist das Klassenzimmer wieder computerfrei. Auf die Idee, einen Rechner speziell zum Lernen rund um den Raspberry Pi zu stricken, sind natürlich auch schon andere gekommen. Der Kano zum Beispiel setzt auf denselben Einplationenrechner als Kern, schlägt aber einen anderen Weg ein: Für 150 Euro bekommt man so gut wie alle Zutaten für einen Rechner – bis auf einen Bildschirm. In einem Detail sind sich allerdings Kano und pi-top einig: Auf ihren jeweils speziell zugeschnittenen Betriebssystemen ist Minecraft fester Bestandteil.

Das Display für den Kano

[Update 21.11.2015] Für den Kano gibt es jetzt als Ergänzung den Bausatz für ein Display mit einer Auflösung von 1280 × 800 Pixeln und 10,1" Bildschirmdiagonale. Laut Hersteller soll beim Zusammenbau deutlich werden, welche Komponenten in so einem Bildschirm stecken; das hinten offene Plexiglasgehäuse bietet nicht nur Zugang zu Treiberplatinen und Verkabelungen, sondern auch Platz, um dort noch die Tastatur und den Raspberry Pi zu verstauen. Der Display-Bausatz kostet 130 Euro zuzüglich 20 Euro Versand – damit ist ein Kano samt Display dreimal so teuer wie der pi-topCEED während des Crowdfundings. (pek)