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re:publica: Sextoys aus dem 3D-Drucker

Die Mitglieder eines Berliner Hackerspaces wollen die Herstellung individueller Dildos vereinfachen und haben dafür eine Browser-Anwendung programmiert. Auf der Internetkonferenz zeigten sie live, wie es geht.

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Als Makerbot-Gründer Bre Pettis auf der re:publica 2010 über den ersten 3D-Drucker seiner Firma sprach, wurde er gefragt, ob sich die Maschine auch für Sexspielzeug eigne. Pettis gab vorsichtig zu bedenken, dass die Kombination aus hartem ABS-Kunststoff und einer eher rauen Oberfläche sich eher nicht für intimen Hautkontakt eigne.

Diese Bedenken teilte eine Gruppe des Berliner Hackerspaces 3D Berlin Headquarter, die auf der diesjährigen re:publica ihre Erfahrungen in der individuellen Dildo-Produktion vorstellte. Die Hacker nutzen ihre 3D-Drucker, um aus PLA-Kunststoff Gussformen herzustellen, die sie mit medizinisch verträglichem Silikon ausgießen. Die Gussformen behandeln sie vorher mit Wachs, um die raue Oberfläche etwas zu glätten. In einem Workshop am Dienstag konnten acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz so ihre eigenen Dildos herstellen.

Sextoys aus dem Browser (6 Bilder)

Gussform aus dem 3D-Drucker

Die hohlen Formen stammen aus dem 3D-Drucker und bestehen aus PLA. Der Druck einer Gussform dauert rund fünf Stunden.

Die 3D-Druckvorlagen stammen aus dem vom Workshopleiter Henning Diesenberg alias Ikaros programmierten Dildo-Generator. Die im Browser laufende 3D-Anwendung basiert auf der JavaScript-API WebGL(Web Graphics Library) und der 3D-Library three.js. Man kann damit die Form des Spielzeugs interaktiv einstellen, indem man mehrere Bezierkurven nach Wunsch verbiegt. Der Rotations-/Extrusions-Generator erzeugt daraus eine STL-Datei, die man mit jeder 3D-Drucker-Software weiterverarbeiten und drucken kann. Der Quelltext des Generators ist auf GitHub zu finden. (phs)