Arbeitswelt: Fortschritt aus der Not

Homeoffice, Büro oder mobil: Die Pandemie hat die Arbeitswelt bereits ganz schön umgekrempelt. Kommunizieren wir künftig nur noch mit genügsamen Avataren?

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  • Ulrike Kuhlmann

Sitzen Sie gerade am Schreibtisch in der Firma – oder noch im Homeoffice, mit Katze auf dem Schoß und Webcam auf dem Monitor? Auch wenn sich die Büros in vielen Unternehmen so langsam wieder füllen: Komplett einmotten müssen wir die heimischen Schreibtische nicht. In gut ausgestatteten Konferenzräumen werden sich künftig die Vor-Ort-Anwesenden mit den Von-Daheim-Zugeschalteten an großen Displays treffen. Wir haben Tipps zur Technik und Praxis zusammengetragen.

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Dass dies auch ohne komplexe Konferenzsysteme geht, konnte ich bereits in Vorpandemiezeiten erleben: Eine Kollegin aus der Webentwicklung nahm des Öfteren virtuell an analogen Standup-Meetings teil. Ihr Avatar – ein drahtlos per Skype verbundenes Tablet auf einem Mikrofonständer – wurde einfach mit in die Runde gestellt.

Mich hat diese digitale Stellvertreterin schon damals zu Fantasien angeregt: Vor meinem inneren Auge strömten meine außerhäusigen Kollegen als rollende Avatare zu den Meetings. Auf den Fluren riefen Sie mir ein freundliches Hallo zu und ab und an stand einer in meiner Bürotür, um mit mir zu plaudern. Die virtuellen Kollegen waren sehr genügsam, denn sie brauchten weder eine Kantine noch ein eigenes Büro. Abends versammelten sie sich in einer Abstellkammer an der Ladestation.

Ich fragte mich seinerzeit, ob so vielleicht die Zukunft der Arbeit aussieht – nicht ahnend, dass ich zwei Jahre später gar nicht so weit von dieser Zukunft entfernt bin. Bei c’t gibt es zwar noch keinen Avatar-Schwarm, doch virtuelle Pressekonferenzen und hybride Meetings gehören längst zu meinem Arbeitsalltag.

Angesichts von Pandemien und Klimakrise ist es nicht unwahrscheinlich, dass bald der nächste Einschnitt droht, der die Welt kurzerhand umkrempelt. Der Techniken und Arbeitsweisen erfordert, die derzeit undenkbar erscheinen. Schön wärs, wenn diese Zäsur "nur" zu neuen Arbeitswelten führt – noch ein bisschen Weiterentwicklung würde uns diesbezüglich sicher nicht schaden.

Ulrike Kuhlmann

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(uk)