Archivierung: Einfach mal machen

Über Jahre sammeln sich auf den Festplatten immer mehr Daten an, die man größtenteils nie wieder braucht. Sortieren, aufräumen und archivieren lohnt sich.

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  • Lutz Labs

Mehr als hunderttausend Fotos liegen auf der Festplatte, gigabyteweise Filme; teils sind die Kinder drauf, teils haben sie die Filme selbst gedreht und geschnitten. Dazu Hunderte von c’t-Artikeln, Briefe, die Steuererklärungen der vergangenen Jahre und die Diplomarbeit von 1984. Von Lizenzschlüsseln oder eher unwichtigen Dingen wie Downloads oder gekaufter Software für längst nicht mehr erhältliche Betriebssysteme mal ganz abgesehen. Ein über viele Festplatten gewachsenes Durcheinander, das durch die Dateien von Frau und Kindern immer komplexer wurde.

Klar, es gibt ein Backup auf einem NAS. Und auf einer USB-Festplatte. Und vor einigen Jahren habe ich noch Fotos auf DVDs gebrannt, die liegen bei den Schwiegereltern im Tresor. Ob die noch lesbar sind? Keine Ahnung. Bislang hatte ich keinen Grund, das auszuprobieren; noch hatte ich keinen Datenverlust.

Daher war der Druck, mich um ein ordentliches Archiv zu kümmern, bislang eher gering. Das mag anderen anders gehen: Wer erst einmal eine Reihe von unwiederbringlichen Erinnerungen im digitalen Nirvana verloren hat, der wird vorsichtig.

Doch jetzt, wo die Abende länger werden und man Freundschaften eher virtuell pflegt, bleibt einem ja etwas Zeit. Zeit, mal kräftig aufzuräumen, auszumisten und wirklich Aufhebenswertes dauerhaft zu sichern. Das Auswählen ist zwar oft schwierig, lässt einen die alten Erinnerungen aber auch neu entdecken. Genau solche Sachen gehören dann auch in das eigene persönliche Archiv. Doch auf welchem Medium speichert man das?

Festplatten sind naheliegend, doch wir haben uns auch alte Sachen (Silberscheiben) und moderne Aufbewahrungsmöglichkeiten (Cloud) angeschaut. Dabei haben wir geprüft, welche Festplatten sich am Besten für die Aufbewahrung über Jahrzehnte eignen. Außerdem geben wir Tipps zu Konzepten und Strategien der Langzeitarchivierung,

Von der Wunschvorstellung, sich nach dem Speichern der Daten im Archiv nie wieder darum kümmern zu müssen, verabschieden Sie sich jedoch am besten gleich. Unternehmen kopieren ihre Archive alle paar Jahre auf neue Medien; diese Arbeit droht auch Privatleuten. Immerhin aber sind die Daten dann schon einmal sortiert und Sie wissen, was zu tun ist. Sie müssen es nur einfach mal machen.

Lutz Labs

Dieser Artikel stammt aus c't 22/2020.

(ll)