Der Nutzerismus: Eine Ideologie mit totalitärem Potential

Während der Hannah-Arendt-Tage in Hannover hält Prof. Dr. Simon Hegelich einen Vortrag über die digitale Vermessung des Menschen. Ein Gastbeitrag zum Thema.

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(Bild: MUNGKHOOD STUDIO/Shutterstock.com)

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  • Prof. Simon Hegelich

Vom 11. bis zum 15. Oktober finden in Hannover die 25. Hannah-Arendt-Tage statt. Das Thema lautet dieses Mal: "Unkontrollierte Macht: Vom Trend zur Autokratie". Das Medienhaus Heise in der Karl-Wiechert-Allee ist Gastgeber eines Vortrags von Prof. Dr. Simon Hegelich unter dem Titel "Die digitale Vermessung des Menschen: Auf den Weg in einen neuen Totalitarismus?". Dieser findet am Donnerstag, 13. Oktober, ab 19 Uhr statt und wird auch im Livestream übertragen. In diesem Gastbeitrag gibt Prof. Dr. Hegelich einen Einblick in sein Vortragsthema. Anmeldungen sind bis zum 5. Oktober 2022 möglich.

Ich glaube, dass wir derzeit den Aufstieg einer Ideologie erleben, die ich Nutzerismus nennen möchte. Hannah Arendt hat darauf hingewiesen, dass jede Ideologie zu einem totalitaristischen Regime führen kann und es gibt ernste Anzeichen, dass dies auch für den Nutzerismus gilt.

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Simon Hegeling

Simon Hegelich ist Professor für Political Data Science an der Technischen Universität München. In seiner Forschung beschäftigt sich Simon Hegelich mit algorithmischer Steuerung, Sozialen Netzwerken, künstlicher Intelligenz und Deep Learning sowie mit den politischen Auswirkungen technischer Innovationen. Seine Forschung wird in führenden wissenschaftlichen Journalen (u. a. Nature, TICS, Big Data and Society) veröffentlicht und regelmäßig in den Medien besprochen (u. a. BBC, ZDF, ARD, US-Today). Zudem berät Simon Hegelich immer wieder die Politik zu Themen der Digitalisierung (u. a. Deutscher Bundestag, Europäisches Parlament und die deutschen Parteien). Seine Grundthese ist: Wer keinen Algorithmus erklären kann, kann die Digitalisierung nicht verstehen und wer glaubt, die Welt programmieren zu können, hat ein eindimensionales Bild vom Menschen.

Wie bei jeder Ideologie ist der Kerngedanke sehr einfach: Im Prinzip gibt es für alle gesellschaftlichen Probleme eine technische Lösung. Leider wenden die Menschen die richtigen Technologien nicht an. Sie nehmen ihre Rolle als Nutzer nicht wahr. Es geht dem Nutzerismus also um das Zusammenspiel von Mensch und Technik, allerdings immer wieder aus der gleichen Perspektive. Die Technik kommt vor als potenzielle Lösung eines gesellschaftlichen Problems. Eventuell fehlt die perfekte Lösung noch, aber das ist dann als Auftrag an die Wissenschaft und die Ingenieure zu verstehen. Dieser Technikglaube hat etwas sehr Naives. Er abstrahiert zum Beispiel von allen Interessen, für die Technologien tatsächlich entwickelt werden, als wäre Technik etwas Neutrales, was einfach nur für die richtigen Zwecke angewandt werden müsste.

Diese Naivität erinnert an spezielle sozialistische Überlegungen, die davon ausgingen, es wäre völlig ausreichend, wenn die Produktionsmittel in der Hand der Arbeiterklasse wären. Als wäre der ökonomische Zweck der Profitmaximierung nicht in den Maschinen selbst manifestiert, die den Arbeiter zu einem Anhängsel machen.

(Marx hatte diesen naiven Technikglauben bei einigen Sozialisten bereits kritisiert und widmet im „Kapital“ ein ganzes Kapitel dem Arbeits- und Verwertungsprozess, um aufzuzeigen, dass die kapitalistische Technik eben nicht einfach nur eine Steigerung der Produktivität bedeutet, sondern die Unterordnung des Arbeiters materialisiert.)

Erst diese behauptete Wertfreiheit der Technologie erlaubt den Zusammenschluss mit den “gesellschaftlichen Problemen”. Auch hier wird einfach naiv davon ausgegangen, dass die entsprechenden Missstände wertfrei seien und die Gesellschaft egalitär betreffen, beziehungsweise gleich Herausforderungen der Menschheit seien, also entweder auf ein unreflektiertes “Wir-alle” (wer das auch immer sein mag) zielen, oder sogar auf die Gattung als höchste Abstraktion.

Prof. Dr. Simon Hegelich

Die Ideologie des Nutzerismus besagt nun, dass sich diese Probleme durch das Zusammenkommen von Gesellschaft und Technik lösen. Das Individuum kommt dabei nur als kleinste Einheit des gesellschaftlichen Konglomerats vor. Einerseits gehen alle individuellen Interessen im gesellschaftlichen Ganzen auf, andererseits muss sich das Individuum dem gesellschaftlichen Problemdruck stellen und die technische Lösung selbst anwenden: Es muss Nutzer werden. Nur als menschliches Anhängsel der Technologie erfüllt das Individuum seinen gesellschaftlichen Auftrag. Dann aber mit dem Versprechen, dass dies ein Beitrag zur Gesellschaft und damit auch eine Übereinstimmung mit den (wohlverstandenen) Eigeninteressen sei. Dieses problematische Spannungsverhältnis von Kollektiv und Individuum bestimmt dann den politischen Auftrag: Die Menschen müssen zu Nutzern gemacht werden, durch Anreize, Überzeugung, Überredung oder letzten Endes durch überlegene Gewalt.

Die Entstehung des Nutzerismus ist eng mit der Debatte um den Klimawandel verwoben. Während die Umweltbewegung – wie zum Beispiel an den frühen Grünen in Deutschland zu studieren – zunächst darauf bestand, dass die herrschenden Zwecke mit einer Vernichtung der natürlichen Lebensgrundlage einhergehen, gab es einen Umschwung – vermutlich auch aus Resignation heraus – hin zu der Vorstellung, dass, wenn man schon das System als Ganzes nicht ändern kann, man doch wenigstens im Kleinen etwas verändern könnte.

Konsumverzicht, bewusster Lebensstil, Veganismus und Fair Trade wurden individuelle Waffen gegen die Zerstörung des Globus. Spätestens mit Fridays for Future hat sich hier erneut Resignation eingestellt: Das Wirken im Kleinen erscheint als unzureichend, um der gesellschaftlichen Problematik gerecht zu werden. Und hier greift der Nutzerismus: Die technische Lösung ist doch eigentlich da (zum Beispiel in Form von erneuerbaren Energien), die Politik hat es nur versäumt, die Gesellschaft in ein Kollektiv von Nutzern zu verwandeln und der Appell richtet sich nun ganz klar an die „Mächtigen“, ihren Job gefälligst zu machen („How dare you!“).

(Natürlich gibt es in der Umweltbewegung nach wie vor viele Strömungen, die diesen Kurzschluss von Individuum, Gesellschaft und Technik nicht mitmachen. Von einigen wird nach wie vor das Wirtschaftssystem als Ursache gesehen, andere vertrauen der Technik nicht im Sinne des Nutzerismus und vertreten eher eine Perspektive der Deindustrialisierung durch persönlichen Verzicht. Interessant ist aber schon, dass die Nutzeristen in der Klimabewegung hörbarer werden, vielleicht auch, weil ihre Ideologie auf Resonanz bei Politik und Medien stößt. Der Nutzerismus ist auch wesentlich unkritischer gegen Versuche des „Green-Washings“ (also der bloß taktischen Übernahme bestimmter Techniken) als es die klassische Umweltbewegung ist: Immerhin lassen sich die entsprechenden Unternehmen auf die neue Technik ein, auch wenn sie ihre Rolle als Nutzer noch nicht vollständig akzeptieren.)

Jetzt gilt es, die richtigen Anreize zu setzen, fossile Energie staatlich zu verteuern, gute Technik zu fördern oder auch den Einsatz der falschen Technik einfach zu verbieten (wie beim Verbrennungsmotor). Als Nutzer von grüner Technologie werden wir nicht nur den Globus retten, sondern auch Weltmarktführer im Bereich der Green Economy, was ein schlagkräftiges Beispiel dafür ist, dass es Konflikte im Sinne von sich widersprechenden Interessen in der Gesellschaft des Nutzerismus nicht gibt.

Zur ungeahnten Bedeutungsschwere ist der Nutzerismus in der Covid-Krise aufgestiegen. Gerade in Deutschland wurden fast alle Aspekte der Pandemie als technische Probleme mit passenden Lösungen und – zum Teil unwilligen – Nutzern behandelt. Ein Test, der ein Virus, keine Erkrankung nachweist und ohne ein Wissen über die Prävalenz nicht interpretiert werden kann, wird durch Subventionen und Zwangsverordnungen gepusht, bis eine Gesellschaft von Testnutzern entsteht. Die Impfung wurde als Lösung aller Probleme verkauft (Merkel: „Die Pandemie endet, wenn wir einen Impfstoff haben.“) und die Nicht-Nutzer zum Problem erklärt, in dem man die Pandemie (oder sogar die Tyrannei) der Ungeimpften ausrief. Masken, die den Einzelnen offenbar nicht zuverlässig schützen, sind staatlich verordnet die technische Lösung, die die Probleme löst, wenn nur alle Nutzer sorgfältig damit umgehen. Eine App, die technisch gesehen nicht funktionieren kann, weil Near-Field-Bluetooth nicht geeignet ist, um Virusübertragungswege zu erfassen, wird zur technischen Eintrittskarte für das gesellschaftliche Leben.

Nicht vergessen sollte man, dass die Tech-Konzerne des Silicon Valley den Nutzerismus verkörpern und groß gemacht haben. Twitter, Facebook, Google und so weiter, gehen alle davon aus, dass sie Technologie entwickeln, welche die Menschheit unterstützen, die Welt besser machen, die Menschen vernetzen etc. Hier fällt das Bereitstellen der Technologie in eins mit den Profitinteressen der Plattformökonomie. Als Bereitsteller der Technologie fällt es den Tech-Konzernen zu, den Zugang auch wieder zu verwehren. Damit können Nutzer ausgeschlossen werden, die die Technologie missbräuchlich, also nicht im Sinne der Lösung der gesellschaftlichen Probleme, verwenden. Es ist unstrittig, dass noch nie so viele Nutzer temporär oder dauerhaft von Twitter und Facebook verbannt wurden, wie im Zuge der Covid-Pandemie.

Politisch gesehen hat die Ideologie des Nutzerismus ein besonderes Potenzial, unterschiedliche politische Strömungen zu vereinen, weil diese Ideologie indifferent zu den klassischen Konfliktlinien ist und sich daher auch nicht im traditionellen Parteienspektrum abbildet.

Kapital und Arbeit ist kein Gegensatz für den Nutzerismus. Im Extremfall werden Firmen zum Beispiel wie Individuen betrachtet, die zur Nutzung der richtigen Technologie angehalten werden müssen. Kirche und Staat haben vom Standpunkt des Nutzerismus beide den gleichen gesellschaftlichen Auftrag, die Menschen zu Nutzern zu machen. Giorgio Agamben hat zu Recht auf den Umstand hingewiesen, dass ausgerechnet ein Papst, der nach Franziskus benannt ist, welcher die Lebrakranken umarmte, keine kritische Position zur Ausgrenzung im Zuge der Covid-Pandemie zustande gebracht hat. Stadt versus Land ist ebenfalls irrelevant für die totale Gleichgültigkeit des Nutzerismus gegenüber unterschiedlichen Lebensbedingungen.

Auch dies ließ sich während der Coronakrise hervorragend studieren, weil selbst die augenfälligsten Unterschiede zwischen einer klassischen Familie auf dem Land in einem Eigenheim und einer alleinerziehenden Mutter in einer Wohnung ohne Balkon im Zuge der Lockdowns völlig ignoriert wurden. Zentrum und Peripherie taucht nur insofern als Problem auf, dass „wir“ „arme Länder“ mit unserer Technologie unterstützen müssen, die sie sich vielleicht nicht selbst kaufen können, nach dem Motto, am deutschen Impfstoff soll die Welt genesen. Während die deutsche Regierung sich dafür einsetzte, die Patente für die Covid-Impfung nicht freizugeben, wurde das von Nutzeristen stark kritisiert. Ein systematischer Konflikt zwischen Industriestaaten und Peripherie wird im Nutzerismus also verneint. Auch moderneren Konfliktlinien wie Ökonomie und Ökologie oder Kosmopolitismus versus Kommunitarismus prallen am ideologischen Gebäude des Nutzerismus ab. Der richtige Gebrauch der Technologie versöhnt ja gerade Ökonomie und Ökologie und entfaltet sein volles Potenzial erst als Weltnutzergemeinschaft, egal wo sich diese Nutzer gerade aufhalten oder was ihr kultureller Hintergrund ist.

Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass sich der Nutzerismus nicht in einem politischen Kompass mit einer sozio-ökonomischen und einer sozio-kulturellen Achse abbilden lässt. Der Nutzerismus besetzt hier viel mehr alle Extrempositionen gleichzeitig: Staatliche Interventionen sind ein Kernbestandteil, um die Menschen zu Nutzern zu machen. Gleichzeitig wird ein ungehemmter Marktliberalismus benötigt, um die richtigen technischen Lösungen hervorzubringen.

Ebenso werden liberale Werte wie „unkonventionelles Denken“ und „Multikulturalismus“ zusammengebracht mit autoritären Werten wie „Ordnungsdenken“ und „Nationalstolz“ („Vorsprung durch Technik“).

Diese Indifferenz gegenüber bekannten Konfliktlinien zeigt das enorme Mobilisierungspotential des Nutzerismus. Egal, welcher politischen Partei man nahe steht, Nutzerist kann jeder sein.

Die negative Bestimmung der fehlenden Differenz (Indifferent gegen …) kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Nutzerismus in einer anderen Dimension massiv differenziert. Die Verwandlung der Menschen in Nutzer wirft mit aller Vehemenz die Frage auf, wann ein Mensch ein Mensch ist und ruft nach der politischen Gewalt, dieses zu entscheiden. Damit bewegt sich der Nutzerismus automatisch in einer extremen Position der Biopolitik. Es geht um die politische Definition des Lebens und seiner Bedingungen. Welche Technik ich nutzen soll und darf, bestimmt nun einmal ALLE Lebensumstände des modernen Menschen. Es ist wie eine Umdrehung des Homo Faber, wo nicht das Menschsein dadurch definiert ist, dass dieser sich die Technologie zu eigen macht, sondern umgekehrt der Nutzer als Anhängsel der Technologie seine Menschwerdung erfährt, ohne die er nichts weiter als ein gesellschaftliches Subproblem ist. Der Vorschlag, gegen Putin zu frieren durch den verordneten Verzicht auf Gas ist daher im Kern Biopolitik. Noch deutlicher wird dies, je mehr die Technologie mit dem Menschen verschmilzt, sei es als mRNA-Therapie, als digitaler Ausweis, der ständig vorzuzeigen ist oder – wie derzeit Verschwörungstheoretiker befürchten – als Chipimplantat.

Wenn der Nutzerismus die Ideologie der Biopolitik ist, dann ist der Nutzerismus an der Macht der permanente Ausnahmezustand, in dem die Herrschaft über das nackte Leben entscheidet. Denn die Technologie entwickelt sich beständig weiter, ohne natürlich irgendeines der sogenannten Probleme zu lösen. Es ist also beständig eine qualitative Erweiterung dessen notwendig, was genutzt werden soll. Dadurch werden alle Regeln aufgehoben und beständig revolutioniert. Nur als permanentes Update „funktioniert“ die Technologie. Die Politik muss also beständig alle Regeln und Gesetze über Bord werfen, um auch den nächsten Update-Zyklus in die Nutzer zu bringen. Paradoxerweise bestätigt sich dadurch qualitativ die Befürchtung des Nutzerismus: Nie sind es genügend Nutzer, die die Technologie in ihrem neuesten Stand nutzen. Im Resultat verliert deshalb jeder, der aus dem Update-Zyklus aussteigt, seine Rechte und seinen politischen Status als Mensch. Politisch ist also ein permanenter Ausnahmezustand mit einherschreitender Entrechtlichung zu befürchten.

In diesem Ausnahmezustand wird der Begriff des politischen Handelns – der nicht nur für Hannah Arendt von zentraler Bedeutung ist – entleert. Politisch richtiges Handeln besteht nun einzig in der Installation des nächsten Updates. Dabei ist ja die Rolle der Nutzer in Wirklichkeit durch völlige Passivität bestimmt. Es ist ein Nicht-Handeln, noch nicht einmal ein Mitmachen, sondern ein Übersichergehenlassen. Umgekehrt wird aber jede Weigerung oder Versuch, sich der vorgegebenen Rolle als Nutzer zu entziehen, als Angriff auf „die Gesellschaft“ genommen und als „unsolidarisch“ dargestellt. Formen des eigentlichen politischen Handelns (wie zum Beispiel kritische Äußerungen und Demonstrationen), die sich gegen die Nutzerrolle richten – weil die Technik nicht überzeugt oder weil individuelle Rechte gegen den Kollektivismus in Anschlag gebracht werden – werden mit den Mitteln des Ausnahmezustands bekämpft.

Während der Covid-Krise konnte man in Deutschland diese Mechanismen bereits im Detail beobachten. Die einfache Stoffmaske wurde von Update zu Update zu einer immer komplexeren Technologie, mit medizinischen Masken als Zwischenschritt, FFP2-Masken, Impfung statt Maske, Booster statt Maske, zweifacher Booster plus Maske usw. Das fundamentale Recht, sich frei im öffentlichen Raum bewegen zu können, wurde mit jedem Update auch den Nutzern entzogen, die die Ursprungsversion (zum Beispiel die Stoffmaske) durchaus installiert hatten. Einen ähnlichen Update-Zyklus sehen wir derzeit bei der Energieversorgung. War Gas bislang eine gute Technologie, um die Unbeständigkeit der Erneuerbaren Energien aufzufangen, ist im neuen Update der Stromversorgung plötzlich Braunkohle wieder wichtig und in Zukunft dann vielleicht Kernenergie. Verlassen kann sich niemand auf nichts, denn im permanenten Ausnahmezustand des Nutzerrismus liegt das Heil in der Technik und ihrer gesellschaftlichen Anwendung. Passend dazu hat das Wirtschaftsministerium auf Twitter verkündet, dass sie so smart und innovativ werden wollen, dass es keine Grundlast bei der Stromversorgung mehr gibt. Dieses physikalische Wunder lässt sich vermutlich dadurch erreichen, dass Energie nur noch den richtigen Nutzern zur Verfügung steht.

Der Text erschien zuerst auf dem Blog Political Data Science von Prof. Dr. Simon Hegelich.

Das Programm der 25. Hannah-Arendt-Tage

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Weltweit nimmt die Zahl der autokratisch geführten Staaten zu – und die Digitalisierung trägt mitunter dazu bei. Darüber diskutieren Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vom 11. bis zum 15. Oktober 2022 in Vorträgen und Diskussionen unter dem Motto "Unkontrollierte Macht: Vom Trend zur Autokratie" während der Hannah-Arendt-Tage (HAT) in Hannover. Der Heise-Verlag ist Kooperationspartner und Gastgeber eines Vortrags über die digitale Vermessung des Menschen.

Für die aus Hannover stammende Politiktheoretikerin Hannah Arendt (1906-1975) gehörte die kommunikative Macht zu den wichtigsten Elementen der Politik. Lange vor dem Internet war sie von der besonderen Bedeutung der Vernetzung für das politische Handeln überzeugt.

Das Programm:

  • Dienstag, 11. Oktober, 19.00 Uhr
    Eröffnung Hannah-Arendt-Tage 2022
    Sprengel Museum Hannover, Calder-Saal, Kurt-Schwitters-Platz

Europäische Grundwerte: Ohne Rechtsstaatlichkeit keine Demokratie!
In vielen Teilen der Welt, auch der Europäischen Union, ist die Demokratie bedroht. Das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit verleiht der Demokratie Legitimität und ist deshalb ein zentraler Grundwert der EU. Doch der Konsens über staatliches Handeln im Rahmen des Rechts wird immer wieder auf eine harte Probe gestellt. Was für Maßnahmen könnten einer Erosion der Rechtsstaatlichkeit in der EU entgegenwirken? Welche Rahmenbedingungen sind erforderlich, damit die Fundamente des gemeinsamen Europas – Grundrechte und Demokratie – gestärkt werden können?

Grußworte: Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
Lavinia Francke, Generalsekretärin Stiftung Niedersachsen
Dr. Reinhard Spieler, Direktor Sprengel Museum Hannover

Vortrag: Europäische Grundwerte: Ohne Rechtsstaatlichkeit keine Demokratie!
Dr. Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments

Podiumsdiskussion
Moderation: Lea Karrasch M. A., Hannover
Dr. Katarina Barley studierte Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg. Seit 1994 Mitglied der SPD, 2013/19 Mitglied des Deutschen Bundestages, 2017/18 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und zudem kommissarische Leiterin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.2018/19 war sie Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz und ist seit 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments und dessen Vizepräsidentin.
Lea Karrasch M. A. studierte Politikwissenschaft, Jura und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Jena und ist als selbstständige Moderatorin tätig.

Die Veranstaltung wird im Livestream im Internet übertragen. Mit dem Besuch der Veranstaltung erklären sich die Teilnehmenden damit einverstanden.

  • Mittwoch, 12. Oktober, 19.00 Uhr
    Podiumsdiskussion
    Kestner Gesellschaft, Goseriede 11

Aufbruch aus Unterdrückung und Repression: Kultur und Wissenschaft in autoritären Systemen

Pluralismus, Freiheit von Wissenschaft und Kunst, eine vielfältige Kulturszene und eine offene, liberal-demokratische Gesellschaft: Zivilgesellschaftliche Akteur:innen erfahren in autokratischen Regimen vielfach Unterdrückung und Repression, wenn sie sich für diese Werte einsetzen. Autoritär geführte Staaten, auch in Europa, versuchen, Kultur und Wissenschaft zu reglementieren und einzuschränken. Für viele Oppositionelle bedeutet dies Diskriminierung, Beschneidung ihrer politischen Teilhabe, Verfolgung und Exil. Wie können liberal-demokratische Haltungen gegen autoritäre Regierungen gestärkt werden? Gibt es in Wissenschaft und Kultur dennoch Hoffnung auf einen Aufbruch aus Unterdrückung und Repression? Welche Maßnahmen braucht es, um verfolgten Wissenschaftler:innen und Künstler:innen neue Perspektiven zu eröffnen?

Begrüßung: Dr. Julia Meier, Kestner Gesellschaft
Podiumsdiskussion mit:
Prof. Dr. Olga Shparaga, Minsk / Wien
Thorsten Benner, Direktor des Global Public Policy Institute (GPPi), Berlin
Dr. Daniel Gad, Kulturpolitikforscher und Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls Cultural Policy for the Arts in Development, Universität Hildesheim
Moderation: Dr. Ulrich Kühn

Dr. Ulrich Kühn studierte Theaterwissenschaft, Neuere deutsche Literatur und Philosophie in Berlin und München. Er ist Kulturjournalist und arbeitet seit 2009 als Rundfunkredakteur in leitenden Funktionen.
Prof. Dr. Olga Shparaga studierte Philosophie und Sozialwissenschaften in Minsk und Bochum. Bis 2021 lehrte sie Philosophie am European College of Liberal Arts in Minsk (ECLAB). Sie lehrte und forschte an Universitäten und wissenschaftlichen Zentren in Tschechien, Polen, Litauen, Deutschland und den USA und ist Mitbegründerin der Fem-Gruppe im Koordinationsrat rund um die belarussische Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja. Als Mitglied der feministischen Gruppe wurde sie im Oktober 2020 inhaftiert. Um einem drohenden Strafprozess zu entgehen, floh sie nach Vilnius. Sie lebt im Exil und war von Januar bis Juni 2022 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Seit Juli 2022 ist sie Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. 2021 erschien ihr Buch "Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Der Fall Belarus" im Suhrkamp Verlag.
Thorsten Benner studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie an der Universität Siegen, der University of York (UK) und der University of California, Berkeley (USA). Er ist Mitbegründer und Direktor des Global Public Policy Institute (GPPi) in Berlin, einem gemeinnützigen Forschungsinstitut zu Fragen globaler Politik. Er gehört dem Board of Directors der Organisation "„More in Common" an, die Spaltungen in Demokratien besser zu verstehen und zu überwinden versucht, und lehrt an der Hertie School. Zu seinen aktuellen Arbeitsschwerpunkten zählt der Umgang mit autoritären Staaten wie China im globalen Systemwettbewerb.
Dr. Daniel Gad ist Kulturpolitikforscher und seit 2012 Geschäftsführer des UNESCO-Lehrstuhls Cultural Policy for the Arts in Development an der Universität Hildesheim und lehrt und forscht am dortigen Institut für Kulturpolitik. Er ist Leiter des Arts Rights Justice Program des Hildesheimer UNESCO-Lehrstuhls und Mitglied des Beratungsausschusses der Martin Roth-Initiative. Seit 2004 ist er Gründungsmitglied des Wissenschaftlichen Initiativkreises Kultur und Außenpolitik und Mitbegründer des Forschungsprogramms "Kultur und Außenpolitik", angesiedelt am Institut für Auslandsbeziehungen (ifa).

Die Veranstaltung wird im Livestream im Internet übertragen. Mit dem Besuch der Veranstaltung erklären sich die Teilnehmenden damit einverstanden.

  • Donnerstag, 13. Oktober, 18.00 Uhr
    Salongespräch
    Villa Seligmann, Hohenzollernstraße 39

Regelbrüche – Polarisierung – Zentralität: Radikalisierter Konservatismus
Vielfach ist von einer Krise der sozialdemokratischen Parteien die Rede. Doch auch etliche traditionsreiche Mitte-rechtsParteien scheinen sich zumindest in einer Zwickmühle zu befinden: Sollen sie sich für progressive urbane Milieus öffnen? Oder ihr konservatives Profil schärfen? Während Angela Merkel für das eine Modell stand, repräsentierten Donald Trump oder Sebastian Kurz als Vertreter eines radikalisierten Konservatismus das andere. In ihren eigenen Parteien reduzierten sie die Demokratie, setzten auf kleine Beraterzirkel und Personalisierung. Ist der radikalisierte Konservatismus Wegbereiter für Autokratien?

Grußworte: Eliah Sakakushev-von Bismarck, Geschäftsführender Direktor Siegmund Seligmann Gesellschaft e. V., Villa Seligmann – Haus für jüdische Musik
Thomas Hermann, Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover

Salongespräch: Natascha Strobl und Sebastian Friedrich
Natascha Strobl ist Politikwissenschaftlerin und Publizistin. Die gebürtige Wienerin schreibt u. a. für den Standard, Zeit online und die taz. Auf Twitter veröffentlicht sie unter #NatsAnalyse Einschätzungen zu rechter Sprache und rechten Strategien. Sie erhielt den Anerkennungspreis des Bruno-Kreisky-Preises für das Politische Buch 2021.
Sebastian Friedrich ist Journalist, Autor und Kurator aus Hamburg und beschäftigt sich inhaltlich u. a. mit der Neuen Rechten sowie der Entwicklung des Kapitalismus. Er arbeitet regelmäßig für das ARD-Magazin Panorama, NDR Kultur, NDR Info und Deutschlandfunk Kultur. Für sein Radiofeature "Der letzte Tag. Der Anschlag von Hanau" wurde er mit dem Katholischen Medienpreis ausgezeichnet.

Die Veranstaltungen werden im Livestream im Internet übertragen. Mit dem Besuch der Veranstaltungen erklären sich die Teilnehmenden damit einverstanden.

  • Donnerstag, 13. Oktober, 19.00 Uhr
    Vortrag und Diskussion
    Haus der Heise-Gruppe GmbH & Co. KG, Karl-Wiechert-Allee 10

Die digitale Vermessung des Menschen: Auf dem Weg in einen neuen Totalitarismus?
Folgt man der These Arendts, dass jede Weltanschauung von einer totalitären Bewegung übernommen und durch Terror in eine neue Staatsform überführt werden kann, gilt dies auch für die Ideologie der digitalen Vermessung des Menschen. Die Vorstellung ist, dass sich Handeln, Identität oder gar der Wert eines Menschen aus seinen Daten vorhersagen ließen. Durch ein Social-Credit-System, das diese Daten mithilfe künstlicher Intelligenz auswertet, entstünde das Bild einer dystopischen Herrschaft. Das totalitäre Potenzial dieser Ideologie entspringt der Verknüpfung eines naiven Technikglaubens mit dem Paradigma der Biopolitik: Die Lösungen für gesellschaftliche Probleme lägen bereits vor, der Mensch müsse in seinem Verhalten nur noch an die Technologie angepasst werden.

Grußworte: Ansgar Heise, Geschäftsführender Gesellschafter Heise Gruppe
Prof. Dr.-Ing. Lars Baumann, Dezernent für Personal, Digitalisierung und Recht, Landeshauptstadt Hannover

Vortrag: Die digitale Vermessung des Menschen: Auf dem Weg in einen neuen Totalitarismus?
Prof. Dr. Simon Hegelich, Technische Universität München

Diskussion: Moderation: Jürgen Kuri, Stellv. Chefredakteur heise online
Prof. Dr. Simon Hegelich ist Professor für Political Data Science an der Technischen Universität München. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit algorithmischer Steuerung, Sozialen Netzwerken, künstlicher Intelligenz und Deep Learning sowie mit den politischen Auswirkungen technischer Innovationen.
Jürgen Kuri, seit 2012 Stellv. Chefredakteur von heise online.

Die Veranstaltung wird im Livestream im Internet übertragen. Mit dem Besuch der Veranstaltung erklären sich die Teilnehmenden damit einverstanden.

  • Freitag, 14. Oktober, 18.00 Uhr
    Film und Gespräch
    Kino im Künstlerhaus Hannover (Koki), Sophienstraße 2

Nahschuss
Regie und Buch: Franziska Stünkel, D 2021, 116 Min.
Mit: Lars Eidinger, Luise Heyer, Devid Striesow, Paula Kalenberg u. a.

Die DDR war nicht nur ein Unrechtsregime, sie praktizierte auch die Todesstrafe. Die Hannoversche Filmemacherin Franziska Stünkel hat sich des Themas angenommen und einen eindringlichen Film dazu herausgebracht. Der junge Franz Walter hat gerade an der Humboldt-Universität promoviert, als er ein Angebot vom Auslandsnachrichtendienst der DDR erhält. Geblendet von den vielen Vorzügen, die der neue Job mit sich bringt, nimmt Franz das Angebot an. Gemeinsam mit seiner Freundin Corina genießt er das neue Leben. In seinem Vorgesetzten Dirk findet Franz einen ihm wohlgesinnten Mentor, der ihm während der gemeinsamen Auslandseinsätze in der BRD zur Seite steht. Zunächst scheinen Franz‘ Missionen lediglich dem Informationsbedarf der DDR zu dienen, doch dieser wird bald immer größer. Als Franz bei seinen Arbeitsaufträgen zu Mitteln greifen muss, die er nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren kann, entschließt er sich auszusteigen – doch der Geheimdienst will ihn nicht gehen lassen. Franz‘ Überlebenskampf gegen ein erbarmungsloses System beginnt.

Grußwort: Konstanze Beckedorf, Kulturdezernentin, Landeshauptstadt Hannover

Im Anschluss an den Film Diskussion und Gespräch mit:
Franziska Stünkel, Regisseurin und Fotokünstlerin
Peter Keup, Historiker und DDR-Zeitzeuge
Moderation: Gundi Doppelhammer, Literaturwissenschaftlerin und Filmexpertin

  • Sonnabend, 15. Oktober, 10.00 bis 12.00 Uhr
    Podiumsdiskussion
    Xplanatorium Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5

Autokratien: Bedrohung oder neue Chance für Demokratien?
Im Jahr 2022 zählt eine Studie der Bertelsmann Stiftung im sogenannten Transformationsindex erstmals mehr autokratisch als demokratisch regierte Staaten. An der Spitze autokratischer Systeme stehen meist Machthaber, die die Demokratie für ihren Aufstieg nutzen, um dann die Vormachtstellung einer illiberalen Regierung abzusichern, Pluralismus zu unterbinden und westliche Demokratien zu destabilisieren. Zivilgesellschaftliche Akteure, die für gesellschaftliche Reformen eintreten, sind oftmals die einzigen Verfechter:innen von Freiheit und Demokratie vor Ort. Welche gefährlichen Machtansprüche Autokratien haben können, zeigt sich gerade in der aktuellen weltpolitischen Situation. Lässt sich der schleichende Trend zu autoritären Regierungen aufhalten? Sind die Vorteile liberaler Demokratien stark genug, um im Wettbewerb der Systeme zu bestehen? Kommt eine „Zeitenwende“, die die freiheitliche Welt neue Kraft für den Erhalt der Demokratien entfalten lässt?

Einführendes Gespräch:
Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
Prof. Dr. Hans Michael Heinig, Stellv. Vorsitzender des Kuratoriums der VolkswagenStiftung

Podiumsdiskussion mit:
Sabine Donner, Demokratie-Expertin der Bertelsmann Stiftung
Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Humboldt-Universität zu Berlin
Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover
Jürgen Trittin, MdB, Außenpolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen
Marina Weisband, Publizistin
Moderation: Dr. Michael Köhler, Deutschlandfunk

Sabine Donner studierte Politikwissenschaft, Literaturwissenschaft und Slawistik an den Universitäten Freiburg und St. Petersburg. Sie ist Senior Expert bei der Bertelsmann Stiftung und Projektleiterin des Transformationsindex (BTI), der seit 2004 alle zwei Jahre die Qualität von rechtsstaatlicher Demokratie, inklusiver Marktwirtschaft und guter Regierungsführung in 137 Ländern weltweit untersucht.
Prof. Dr. Gwendolyn Sasse ist Wissenschaftliche Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) und Einstein-Professorin für Vergleichende Demokratie- und Autoritarismusforschung am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu ihren Forschungsinteressen gehören postsozialistische Transformationsprozesse sowie die Dynamiken von Krieg, Migration und Protestbewegungen.
Jürgen Trittin studierte Sozialwissenschaften in Göttingen. Seit 1980 ist er Mitglied der Grünen, seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages. 1998 bis 2005 war er Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Von 2009 bis 2013 war er Vorsitzender der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Er ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, Stellv. Mitglied des Verteidigungsausschusses sowie Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der NATO.
Marina Weisband ist Diplompsychologin sowie Expertin für digitale Partizipation und Bildung. Von 2011 bis 2012 war sie politische Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland. Heute engagiert sie sich bei den Grünen in den Themenbereichen Digitalisierung und Bildung.
Dr. Michael Köhler studierte Germanistik und Philosophie in Düsseldorf, Frankfurt a.M. und Heidelberg und promovierte 1991 in Mannheim. Er ist seit 1997 fest-freier Moderator, Redakteur und Autor beim Deutschlandfunk u. v. a.

Die Veranstaltung wird im Livestream im Internet übertragen. Mit dem Besuch der Veranstaltung erklären sich die Teilnehmenden damit einverstanden

Schulprojekte:

  • Donnerstag, 6. Oktober, 17.00 Uhr
    Schulprojekt und Vernissage
    Stadtbibliothek Hannover, Zentralbibliothek, Hildesheimer Straße 12

Hannah und die Macht
Schüler:innen des Kunstkurses der Helene-Lange-Schule setzen sich mit dem diesjährigen Thema der Hannah-Arendt-Tage auf innovative Weise auseinander. In einem GraphicNovel-Workshop nähern sie sich dem Werk Hannah Arendts und fragen nach ihrem Verständnis von Autokratie, Macht und politischer Freiheit, um Bezüge zum aktuellen Weltgeschehen herzustellen. In einem sowohl individuellen als auch gemeinschaftlichen Prozess suchen sie nach zeichnerischen Ausdrucksformen: So entsteht eine Graphic Novel "Hannah und die Macht". Timo Stoffregen, Comiczeichner und Dozent, begleitet sie bei dieser kreativen Auseinandersetzung mit dem politischen Denken Arendts. Das Projekt endet mit einer Ausstellung in der Stadtbibliothek Hannover, Zentralbibliothek, die den gedanklichen und künstlerischen Prozess dokumentiert und schließlich die Graphic Novel selbst zeigt.

Im Rahmen der Vernissage am Donnerstag, 6. Oktober um 17.00 Uhr, berichten die Schüler:innen von ihren Erfahrungen in dem Projekt.

Timo Stoffregen ist gelernter Animations- und Comiczeichner und arbeitet seit 2011 freiberuflich als Autor, Comiczeichner und Dozent. Er lebt mit seiner Familie in Hannover/Linden, wo er die Tage am Leuchttisch verbringt, Tintenfässer leert und Zeichenfedern verschleißt. Als Dozent bietet er kreative Workshops für Kinder und Jugendliche an.

  • 14. Oktober, 11.30 Uhr
    Film Nahschuss für Schulklassen im Rahmen der KinoSchule Hannover
    Ein Angebot des Koki in Kooperation mit dem Medienzentrum der Region Hannover für alle Schulen in Stadt und Region.

Auch hier zu Gast für ein Filmgespräch mit ihren Schüler:innen:
Franziska Stünkel, Regisseurin und Fotokünstlerin
Peter Keup, Historiker und DDR-Zeitzeuge
moderiert von Gundi Doppelhammer.

Eintritt frei im Rahmen der Hannah-Arendt-Tage
Anmeldung bis spätestens zwei Wochen vorher an stefan.lange@mpz-hannover.de, 0511-989 68 25
FSK: ab 12 J., FBW-Prädikat: Besonders wertvoll, Altersempfehlung: ab 14 J., Klassenstufen: 9. bis 13. Klasse: Themen: Todesstrafe, Diktatur, DDR, (Deutsche) Geschichte, Überwachung; Unterrichtsfächer: Geschichte, Politik, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Deutsch, Ethik, Religion

  • YELLOWPOST
    Schüler:innen-Blog

YELLOWPOST lautet der Name des Schüler:innen-Blogs an der IGS Roderbruch, der einer der ersten Schülerblogs im deutschsprachigen Raum ist – mit großer Reichweite und Zugriff aus der ganzen Welt. 2017 gewann die Redaktion den Innovationspreis des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger. Das schuleigene Autor:innen-Netzwerk besteht aus einer festen Redaktion, deren Mitglieder in Wahlpflichtkursen grundlegendes journalistisches Know-how erlernen, eigene Beiträge für den Blog verfassen und den Instagram-Kanal mit Neuigkeiten aus der Schule sowie gesellschaftlichen und politischen Themen füllen. Die eigene journalistische Arbeit bei einem Schüler:innenblog ermöglicht die kritische Reflexion über die Macht der Bilder und der Kommunikation im Internet und in den Sozialen Medien.

Die Schüler:innen-Redaktion aus dem Jahrgang 11 wird der Frage nach dem Wert politischer Freiheit nachgehen und die Hannah-Arendt-Tage 2022 medial begleiten. Die Bilder, Videos und Textsequenzen werden auf dem Instagram-Kanal https://www.instagram.com/igs.roderbruch/ und Textbeiträge sowie Interviews zum Themenkomplex Autokratien auf dem zugehörigen Blog https://yellowpost.blog publiziert.

  • Eine Anmeldung für die Veranstaltungen unter hat@hannover-stadt.de ist bis zum 5. Oktober erforderlich. Wir danken für Ihr Verständnis!

(mki)