Saubere Clouds gesucht: Google veröffentlicht Energiedaten

Google hat die Anteile erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch seiner Cloud-Rechenzentren veröffentlicht und will damit Kunden bei der Auswahl helfen.

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(Bild: achinthamb/Shutterstock.com)

Von
  • Jonas Volkert

Google hat die durchschnittlichen Anteile erneuerbarer Energien am Gesamtumsatz seiner Rechenzentren veröffentlicht. Dies ist Teil des Ziels, bis 2030 rund um die Uhr auf regenierbare Energieformen zu setzen, wie Google im September 2020 angekündigt hatte. Die neuen Daten sollen nun den Kunden helfen, durch die zielgerichtete Wahl eines RZ besonders aufwendige Cloud-Operationen möglichst umweltschonend durchzuführen.

Für den Datensatz verwendet Google den eigenen Index CFE% (Carbon Free Energy Percentage). Die veröffentlichen Werte geben an, wie hoch der Anteil des im Rechenzentrum aufgewendeten Energieumsatzes auf regenerative Quellen entfiel. Die Berechnung findet im Stundenraster statt, in der Übersicht sind die jeweiligen Durchschnittswerte angegeben. Dabei berücksichtigt Google zum einen, welche Kraftwerke in der Region des jeweiligen RZ zum jeweiligen Zeitpunkt Strom lieferten, und zum anderen, wieviel Strom die von Google betriebenen regenerativen Energiequellen ins Netz gaben.

Googles Ziel durchgängig CO2-freier Cloud Rechenzentren ist vor allem deshalb ambitioniert, weil bislang der Energiebedarf aufgrund von Windstille oder in der Nacht noch nicht komplett aus regenerativen Quellen gedeckt werden kann. Wenig überraschend erreicht daher bislang keines der Google-RZ 100 %: Auf den Spitzenpositionen liegen die Data Center in Oregon (89 %) und Sao Paulo (87 %). Auf dem letzten Platz wird Singapur mit 3 % geführt, im einzigen deutschen Cloud-RZ in Frankfurt am Main stammen laut Google durchschnittlich 61 % der benötigten Energie aus regenerativen Quellen. Die vollständigen Daten können über Github und Googles Blogeintrag abgerufen werden.

Der Datensatz ist noch nicht vollständig

(Bild: Google)

Offenbar ist Google bewusst, dass sich die Migration der Cloud-Dienste nicht für jedes Unternehmen in der Praxis umsetzen lässt. Google regt jedoch dazu an, den Anteil regenerativer Energien als weiteres Kriterium neben regionalen Unterschieden der Kosten und der Verbindungsgeschwindigkeiten zu berücksichtigen. Auch Bestandskunden sollten bei der Einführung neuer Produkte oder bei Batch-Workload-Operationen, die zwar rechenaufwendig sind, aber keine geringe Latenz benötigen, Rücksicht auf die Energiebilanz der Cloud-RZ nehmen.

Mit der Initiative zeigt sich Google transparenter als Marktführer AWS, bei dem Kunden lediglich eine Liste mit fünf Rechenzentren bekommen, in deren Region Amazon den eigenen Verbrauch durch Zertifikate und Projekte nach eigenen Angaben vollständig ausgleicht. Microsoft bietet mit dem "Stability Calculator" hingegen ein ähnliches Tool wie Google an – Anwender können hier gar den gesamten Klima-Fußabdruck berechnen lassen, der durch die Verwendung der Anwendungen von Microsoft entsteht. Im Januar hatten sich die Unterzeichner des Climate Neutral Data Centre Pacts, unter ihnen auch AWS und Google, dazu verpflichtet, ihre europäischen Rechnenzentren bis 2030 klimaneutral zu betreiben.

(jvo)