5000 Euro für vier Wochen Handyverzicht - Der c't magazin Praxistest

Wie wichtig ist das Handy? Wie viel müssen wir Passanten bieten, damit sie vier Wochen lang auf ihr Mobiltelefon verzichten? Beim Einstiegsgebot von 50 Euro fällt es noch leicht, das Angebot abzulehnen. Aber wie ist das bei verlockenden 5000 Euro?

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Zwei Lockvögel, eine erfundene Stiftung und ein wirklich unmoralisches Angebot. Denn wir wollen wissen: Für welche Summe würden Passanten vier Wochen lang auf ihr Handy verzichten?

Die erste Hürde ist niedrig. Wir beginnen bei 50 Euro. Wir finden aber niemanden, der für diesen Betrag auf sein Handy verzichten würde. Also erhöhen wir unser Angebot auf 100 Euro! Aber: Nur wenige sind für 100 Euro bereit, vier Wochen auf ihr Handy zu verzichten. Deshalb werden wir jetzt mal etwas spendabler und bieten den Leuten mal wirklich was. Nämlich: 1000 Euro!

Jetzt werden viele Passanten schon viel nachdenklicher. Viele willigen ein. Aber wir haben noch eine Hürde aufgebaut: Wer sich auf unser Angebot einläßt muss auch noch eine Verzichtserklärung unterzeichnen. Darin steht, dass 500 Euro fällig werden, wenn das Handy dann doch eingesetzt wird.

Davor schrecken die meisten zurück. Wir setzen nach und gehen auf 2000 Euro! Und sind erstaunt, dass auch dieser Betrag nicht ausreicht. Also, dann erhöhen wir eben auf 5000 Euro! Aber auch jetzt hören wir häufig: „Nichts zu machen!“

Immer verfügbar

Es ist ein schleichender Prozess, aber inzwischen erwarten wir, dass unsere Verwandten, Freunde und Geschäftspartner immer verfügbar sind, wenn wir sie anrufen. Andererseits unterbrechen wir selbst auch wie selbstverständlich jede Tätigkeit, wenn das Handy klingelt, lassen unser Gegenüber auch minutenlang warten, bis das Gespräch beendet ist. Überprüfen Sie sich doch einmal selbst und starten Sie den Selbstversuch. Was passiert, wenn ich nur einen einzigen Tag auf mein Handy verzichte?