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Hilfe für den Weihnachtsmann - Teil 2: Kaufberatung Spielkonsolen

Spielkonsolen stehen auch in diesem Jahr  wieder ganz oben auf vielen Wunschzetteln. Aber es ist schwer, die richtige Auswahl zu treffen: Soll es sportlich zugehen oder interessiert sich der Beschenkte dann doch eher für Action? Was kosten die Spiele? Ist es eine gute Idee, Geld zu sparen und ein Modell aus dem letzten Jahr zu kaufen? Das c’t magazin hilft bei der Entscheidung, damit das Weihnachtsfest ein voller Erfolg wird.

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Sie können nicht nur spielen: Stationäre Konsolen punkten auch mit Blu-ray-Wiedergabe, Video on Demand oder klinken sich als Abspieler ins heimische Netz ein. Auch unterwegs verschwimmen die Grenzen zwischen Musik-, Videoplayer und mobiler Spielkonsole – ein Blick auf Technik und Angebote der digitalen Tausendsassas.

Mit Preisen zwischen 100 und 300 Euro locken stationäre Spielkonsolen nicht nur als günstige Daddelkisten. Sonys PS3 taugt sogar als Bluray-Player, zeichnet Fernsehsendungen auf, lädt wie ihr ärgster Konkurrent Xbox 360 Filme aus dem Netz und spielt die MP3-Sammlung ab. Nintendo hält sich aus derlei Materialschlachten allerdings heraus und konzentriert sich bei der Wii auf Spiele mit neuen Eingabemethoden. Unterwegs sorgt vor allem der iPod touch für Furore und läuft mit Touchscreen und tausenden billigen Mini-Spielen den eingesessenen Mobilkonsolen PSP und DS den Rang ab. Weil Monat für Monat Firmware-Updates und neue Modellvarianten ins Kraut schießen, haben wir uns die aktuellen Modelle von Sony, Microsoft, Nintendo und Apple noch einmal genauer angesehen und geben einen Ausblick, was die Hersteller für das kommende Jahr in petto haben.

Keine Tricks

Als erster großer Gemischtwarenkonzern setzte Sony auf die Synergieeffekte der rechenstarken Konsolen. Konnte die erste Playstation auch Audio-CDs abspielen, so sind bei der PS2 Video-DVDs und bei der PS3 hochaufgelöste Blu-ray-Filme hinzugekommen.

Günstigste Konsole auf dem Markt ist die PS2 für 99 Euro; dazu braucht man noch ein Speichermodul für Spielstände für knapp 15 Euro. Sie bietet weder einen vernünftigen Internet-Anschluss, Festplatte noch HD-Grafik und auch das Angebot an aktuellen Spielen lässt stark zu wünschen übrig. Ideal ist sie jedoch für den Party-Keller, denn egal ob man bei Singstar in die Mikrofone singt oder bei Guitar Hero zur Plastikgitarre greift, Musikspiele findet man nach wie vor zuhauf. Und ein DVD-Player mit Toslink-Buchse für Surround-Sound ist auch vorhanden.

Ein multimedialer Alleskönner ist hingegen die Playstation 3, die sich nach der Preissenkung auf 300 Euro großer Beliebtheit erfreut. Lange Zeit war die PS3 dank ihres schnellen Cell-Prozessors und regelmäßiger Firmware-Updates der beste Blu-ray-Player am Markt mit der höchsten Abspielkompatibilität. Mittlerweile findet man jedoch auch günstigere gute Stand-Alone-Player; sie verbrauchen deutlich weniger Strom als die PS3, die sich zwischen 80 und 100 Watt genehmigt.

Neben Blu-ray-Filmen empfängt die PS3 auch Videos und Musik, die ihr ein UPnP-Server streamt, und kopiert sie auf Wunsch auf ihre eigene (frei austauschbare) Festplatte. Sie spielt zwar DivX-, MPEG-, H.264 und VC-1-Videos ab, Dateien im verbreiteten MKV-Format kann sie allerdings nicht wiedergeben. Diese lassen sich am PC mit dem Tool mkv2vob in einen VOB-Container umpacken, aus dem die PS3 problemlos HD-Filme mit Surround-Sound von ihrer Festplatte abspielt.

Sony bietet darüber hinaus einen kostenlosen Online-Service für Musikvideos namens Vidzone an, bei dem man aus Tausenden von Songs eigene Abspiellisten erstellen kann. Kurz nach Redaktionsschluss am 19. November sollte zudem ein eigener Video-on-Demand-Dienst in Deutschland starten, der Filme aller großen Hollywoodstudios zur Miete oder zum Kauf anbietet. Darüber hinaus kann man mit dem zusätzlichen DVB-T-Empfänger namens PlayTV für 100 Euro auf der PS3 äußerst komfortabel im Hintergrund Fernsehsendungen aufzeichnen. Zur Fernsteuerung nimmt man entweder die separat erhältliche Bluetooth- oder die TV-Fernbedienung, soweit der Fernseher an seinem HDMI-Ausgang das CEC-Protokoll unterstützt. Da fehlt nicht viel gegenüber einem kompletten Mediacenter-PC.

Windows’ Wasserträger

Ärgster Konkurrent ist Microsoft mit seiner Xbox 360. Diese wird in zwei Varianten angeboten: ohne Festplatte für 180 Euro und mit 120-GByte-Festplatte für 240 Euro. In jedem Fall sollte man zum teureren Festplattenmodell greifen. Denn ohne Festplatte kann man weder kosten lose Spiele-Demos aus dem Online-Netzwerk Xbox Live laden noch Spiele von einer Disk auf die Platte kopieren, wodurch sich die lauten Laufgeräusche des DVD-Laufwerks vermeiden lassen.

Mangels BD-Laufwerk spielt die Xbox 360 keine Blu-ray-Filme ab. Microsoft setzt stattdessen auf seinen Video-on-Demand-Dienst namens Zune, der Filme in SD- oder HD-Qualität per Download vermietet. Das Angebot umfasst viele Katalogtitel von Warner, Universal, Paramount und Constantin, die je nach Auflösung und Aktualität zwischen 3 und 7 Euro kosten. Filme von Disney, Fox oder Sony sind nicht zu finden. In Kürze soll die Technik verbessert werden, sodass Filme in HD mit 5.1-Sound ohne Wartezeiten gestreamt und gespult werden können. Dazu muss die Xbox 360 über eine DSL-Leitung
mit 8 MBit/s mit dem Internet verbunden sein. Über ihre HDMISchnittstelle kann die Xbox 360 nur Tonformate ausgeben, die auch eine SPDIF-Schnittstelle übertragen kann. Das reicht für Dolby Digital (AC3) und DTS, nicht aber für die verlustfreien Varianten TrueHD und DTS-HD MA.

Als Multimedia-Client bietet die Xbox 360 weniger Möglichkeiten als die PS3. Sie nimmt zwar auch Daten von einem UPnPStreaming-Server entgegen und spielt Videos im MPEG-, Divx-, H.264 und WMV-Format ab, kann diese aber nicht auf die eigene Platte kopieren – nicht einmal von einem externen USB-Speicher. Sehr gut klappt indes das Zusammenspiel mit dem Windows Media Center, dessen Bedienoberfläche die Xbox 1:1 übernimmt. Doch auch wenn das DVD-Laufwerk nicht rotiert, stört das Rauschen der Lüfter den multimedialen Genuss.

Schießen und rennen

Spielerisch setzt Sony sehr stark auf eigens produzierte Exklusivtitel für die PS3, die ein sehr weites Spektrum an Genres abdecken. Dazu gehören etwa die Singstar-Reihe, Rennspiele wie Motorstorm, Gran Turismo und Wipeout, der Jump&Run-Baukasten Little Big Planet sowie Action-Abenteuer wie Infamous und Uncharted, die spielerisch wie technisch zum Aufwendigsten gehören, was die Industrie derzeit zu bieten hat. Spiele anderer Hersteller sind hingegen auf der PS3 und Xbox 360 kaum zu unterscheiden.

Microsoft hat in diesem Jahr hingegen ein massives Sparprogramm aufgelegt und zahlreiche interne Studios geschlossen, sodass die Xbox 360 nur mit wenigen exklusiven Großproduktionen aufwarten kann. Dazu gehören etwa Ego-Shooter wie Halo oder Left 4 Dead und Rollenspiele wie Fable oder Mass Effect, die zum Teil auch für den PC erhältlich sind. Darüber hinaus hat Microsoft einige zeitlich begrenzte Exklusivverträge mit anderen Herstellern abgeschlossen, sodass beispielsweise einige Zusatzmissionen für Grand Theft Auto oder Ubisofts Splinter Cell vorerst nur für die 360er Konsole erscheinen.

Ihre größten Stärken liegen aber im Online-Angebot kleinerer Arcade-Spiele. Während Sony nur manchmal kostenlose Demoversionen zum Download anbietet, findet man solche Probierversionen für jeden Titel auf Xbox Live, selbst bei experimentellen Independent-Spielen. Während man die Demos kostenlos herunterladen kann, muss man ein Gold-Abo für 50 Euro pro Jahr abschließen, um gegen andere Spieler online spielen zu können. Wer derlei vorhat, sollte besser zur PS3 greifen, die Onlinepartien kostenlos ermöglicht.

Wii für die Massen

Nintendo verfolgt hingegen mit seiner Wii eine völlig andere Strategie. Weder machen die Japaner das Performance-Rennen mit noch spicken sie die kleine Konsole mit Multimediafunktionen. Nicht einmal Video-DVDs oder MP3s kann sie abspielen. Derlei Funktionen würden nur die Kosten erhöhen, Nintendo aber keine Verkaufsvorteile bringen, weil sie selbst weder Filme noch Musik produzieren. Statt im blutroten Haifischbecken den anderen Herstellern hinterher zu schwimmen, treibt es sie hinaus in den blauen Ozean, um neue Zielgruppen erreichen.

So beherrscht die Wii grafisch nur die Standard-Auflösung und gibt den Ton in Stereo aus. Wenn Objektkanten am Flachbildschirm zu stark flimmern, sollte man das Videosignal mit einem YUV-Komponentenkabel übertragen, das man gegen das beiliegende Composite-Kabel austauscht.

Garant für den Erfolg der Wii (von der Nintendo in den vergangenen drei Jahren so viel Geräte verkauft hat, wie Sony und Microsoft von der PS3 und Xbox 360 zusammen) war die Bewegungssteuerung. Statt auf einem gewöhnlichen Controller mit dem Daumen einen Analogstick kreisen zu lassen, konnte man beim Tennisspiel ganz natürlich mit dem Arm ausholen. Ein Beschleunigungssensor in der Fernbedienung registrierte die Bewegung.

Doch mit der Maßgabe, nur noch Spiele für die breite Masse zu produzieren und das Einstiegsniveau immer weiter zu senken, hat Nintendo die Entwicklung neuartiger, anspruchsvoller Titel sträflich vernachlässigt. Seit dem vor zwei Jahren erschienenen „Super Mario Galaxy“ gab es nur noch unspektakuläre Neuauflagen alter Gamecube-Titel oder anspruchslose Fitness-Spiele. Das Musikspiel Wii Music floppte und auch der neue Motion-Plus-Aufsatz, dessen Gyroskop eine genauere Bewegungserkennung ermöglicht, konnte bislang allein im Golfspiel „Tiger Woods PGA Tour 10“ von Electronic Arts überzeugen. Als Folge brachen die Verkaufszahlen – trotz Preissenkung auf 200 Euro – ein und fielen in Japan, dem Trendsetterland der Videospiele, inzwischen hinter denen der PS3 zurück. Erstmals in sechs Jahren musste der Konzern sogar seine Gewinnprognosen zurückschrauben.

Im Weihnachtsgeschäft hat Nintendo außer „New Super Mario Bros.“, das vor allem für mehrere Spieler vor einem Fernseher ausgelegt wurde, kaum etwas zu bieten. Auch für das kommende Jahr ist die Liste der Highlights erstaunlich kurz, sodass Experten vermuten, bereits 2010 werde Nintendo eine neue Konsolenhardware vorstellen, die die Ausgabe von HD-Grafik ermöglicht.

Doch mit HD-Grafik alleine wird man bei Nintendo kaum eine neue Faszination entfachen können, zumal die Konkurrenten von Sony und Microsoft im kommenden Jahr mit einer neuen Generation der Bewegungserkennung die von Nintendo angefixten Zielgruppen ins Visier nehmen.

3D-Gesten

Im Frühjahr will Sony eine Gestensteuerung mit zwei bunt leuchtenden Fernbedienungen für die PS3 auf den Markt bringen, die von einer Kamera gefilmt werden. Diese soll Bewegungen genauer erfassen als bei der Wii. Kombiniert werden könnte die Bewegungssteuerung mit einer stereoskopischen 3D-Ausgabe, die Sony auf der IFA bereits gezeigt hat. Spieler brauchen dazu aber einen 3D-fähigen Fernseher mit Shutterbrillen, was der Massentauglichkeit der stereoskopischen Darstellung Grenzen setzt.

Einen Schritt weiter als Sony geht Microsoft bei der Spielererkennung mit seinem Projekt Natal. Kernstück ist eine günstige 3D-Kamera, die den Spieler mit einem optischen und einem Infrarot-Sensor dreidimensional erfasst. Eine Software kann aus den Bildern die Bewegungen des Spielers auf ein Skelett übertragen, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen oder wenn Teile des Spielers verdeckt sind.

Das Natal-System wurde im Sommer vorgestellt, ohne dass Microsoft einen Starttermin nannte. Derzeit tüfteln zahlreiche Spielentwickler mit dem System herum und experimentieren mit neuen Spielkonzepten. Wenn alles glatt geht, darf man wohl Ende 2010 mit einer Markteinführung rechnen. Die Natal-Kamera soll zu allen aktuellen Xbox-360-Modellen kompatibel sein. Wir gehen allerdings davon aus, das Microsoft mit der Natal-Kamera auch eine neue Konsolen-Hardware vorstellen wird, die wahrscheinlich die gleichen Leistungsdaten wie die aktuelle Xbox 360 haben wird, dafür aber deutlich kleiner, energiesparender und vor allem leiser ausfällt.

Immer dabei

Für unterwegs haben Nintendo und Sony in diesem Jahr Neuauflagen ihrer Taschenkonsolen PSP und DS vorgestellt. Während die DSi mit zwei VGA-Kameras, Anbindung an einen Online-Shop und der Wiedergabe von AACMusikdateien einige neue Anwendungen spendiert bekam, speckte Sonys PSP Go ab. Statt eines UMD-Laufwerks hat das Go-Modell einen erweiterbaren 16-GByte-Flashspeicher, der nur noch über den Online-Shop mit Download-Spielen gefüllt werden kann. Dessen Angebot ist in den vergangenen Wochen zwar mächtig gewachsen, macht aber immer noch nur einen Bruchteil dessen aus, was man für die PSP auf UMD bekommt. Zusätzlich schrumpfte das Display um einen Zentimeter und die Akkuleistung nahm um rund eine Stunde ab. Trotzdem schraubte Sony den Preis auf 250 Euro hoch und verlangt somit rund 80 Euro mehr als für den weiterhin produzierten Vorgänger. Doch das überteuerte Go-Modell wurde weder von der Presse noch von Spielern besonders gut aufgenommen. Selbst bei Sony spricht man von einem Testballon für die digitale Distribution von Spielen und Filmen. Äußerst naheliegend wäre beispielsweise der Ausbau der PSP Go zu einem Handy, derzeit sei ein solches Gerät aber noch zu teuer in der Produktion, hieß es bei Sony.

Nintendos DSi hat das DSLite-Modell hingegen weitgehend abgelöst. Hier müssen Spieler auf den Gameboy-Slot verzichten, können stattdessen aber kleinere Spiele, vor allem Puzzles, aus dem Online-Shop auf den internen Speicher laden. Mit den Kameras lässt sich ein Foto-Tagebuch führen. Die Bilder lassen sich dazu mit witzigen Effekten verzieren. Der AAC-Recorder eignet sich vor allem für kurze Sprachaufnahmen. Für die Musikwiedergabe ist der Klirrfaktor des DSi zu schlecht.

Während Sony seine PSP verkleinert, geht Nintendo in die entgegengesetzte Richtung und bringt in Japan am 21. November eine größere Version des DSi auf den Markt. Die Diagonale der beiden Bildschirme wächst von 3,25 auf 4,2 Zoll und ihr Blickwinkel soll größer werden, damit andere dem Spieler besser zuschauen können. Ein dickerer Plastikstift soll Eingaben vereinfachen und der Akku soll durchschnittlich 40 Prozent länger halten. In Europa kommt die DSi XL aber erst im ersten Quartal 2010 auf den Markt.

Apples Trumpfkarte

In den vergangenen anderthalb Jahren hat Apple mit dem iPod touch den Markt der mobilen Spielkonsolen aufgerollt. Ursprünglich als MP3-Player konzipiert, ist das Multimedia-Gerät inzwischen zum Alleskönner mutiert, der Filme abspielt, im Web surft, Online-Dienste und E-Mails abruft und auch spielt. Die gleichen Funktionen beherrscht auch das iPhone, mit dem man auch außerhalb der Reichweite eines WLANs auf alle Online-Dienste zugreifen kann.

Im App Store werden online inzwischen über 100 000 Applikationen zum Download angeboten, darunter knapp 20 Prozent Spiele. Diese finden einen reißenden Absatz, weil sie vor allem billig sind. Der Großteil der in den Hitlisten geführten Titel kostet kaum mehr als 79 Cent. Da überlegen die Kunden nicht lange, sondern klicken spontan auf alles, was ihnen gefällt. Bei Sony wird der Kaufreflex jedoch von den höheren Preisen von bis zu 40 Euro gebremst. Nintendo verlangt für die meisten seiner Download-Titel 5 Euro.

Doch man darf sich von der Quantität im App Store nicht blenden lassen. Die Quote der Titel, die tatsächlich etwas taugen und länger unterhalten, liegt eher im Promille- als im Prozentbereich. Nur wenige Hersteller wie beispielsweise ngmoco wissen den Touchscreen und den Beschleunigungssensor des iPod touch für neue Spielkonzepte wie bei „Rolando“ originell einzusetzen. Der eingebaute Beschleunigungssensor eignet sich vor allem für Geschicklichkeitsspiele, in denen man Figuren und Objekte nur dadurch steuert, dass man den iPod touch kippt und dreht. Viele Spielchen, besonders Action-Titel, versuchen jedoch, eine traditionelle Bedienung über virtuelle Knöpfe auf dem Touchscreen zu simulieren, was regelmäßig misslingt.

Doch allein schon weil der Akku des iPod touch kaum länger als zwei Spielstunden durchhält (bei der DSi und PSP reicht der Saft für vier bis fünf Stunden), ist das flache Spielgerät nur für kurze Runden zwischendurch geeignet – zur Belustigung des Nachwuchses auf der Fahrt in den Urlaub reicht es nicht. Dafür leuchtet Apples Display mit über 400 cd/m2 als einziges hell genug, um auch bei sonnigem Wetter draußen spielen zu können – das Display der PSP ist dazu viel zu dunkel, bei der DSi reicht es immerhin für schattige Plätzchen.

Apple bietet den iPod touch in drei Ausbaustufen an: Das günstigste Modell für 175 Euro reicht mit seinem Speicherplatz von 8 GByte zum Spielen locker aus. Allerdings sind seine Prozessoren gegenüber den beiden größeren Modellen mit 32 und 64 GByte Speicher deutlich langsamer und der Grafikchip kann einige Effekte nicht darstellen. In der Praxis merkt man dies vor allem bei aufwendigeren Spielen wie beispielsweise Civilization, die auf den größeren Modellen wesentlich flüssiger laufen. Apple lässt sich die bessere Performance mit Preisen von 260 und 340 Euro aber auch fürstlich bezahlen.

Mobiles Kino

Bei der Wiedergabe von Musik und Filmen liegen PSP und iPod touch gar nicht weit auseinander. Beide können Filme in MPEG-4 AVC (H.264) abspielen und über ein Videokabel an den Fernseher ausgeben. Die PSP spielt Filme mit bis zu 720 x 480 Bildpunkten ab, nur mit Tricks erreichen die größeren iPodtouch-Modelle 720p. Auch bei den Musikformaten unterscheiden sie sich nur marginal: Neben MP3 und AAC kann die PSP noch WMA, der iPod touch dafür Apples verlustfreies Kompressionsformat ausgeben.

Ihre Vorteile spielen die iPods bei der Touchscreen-Bedienung aus, die vor allem das Surfen mit dem Browser und die Steuerung der Tausenden kleinen Applikationen vereinfacht. Hier können weder DSi noch PSP dem kleinen Multimedia-Gadget das Wasser reichen.

Wenn es jedoch um anspruchsvolle Spiele geht, dann vermisst man am iPod touch sehr schnell echte Knöpfe. Gerade bei Action- und Rennspielen kann die PSP ihre Stärken der hohen Rechenleistung, dem breiten Bildschirm und dem zusätzlichen Analogstick ausspielen. Der DSi liegen eher Puzzles, Adventures und rundenbasierte Rollenspiele, für die eine schicke Grafik zweitrangig ist.

Fazit

Drei Jahre hat es gedauert, bis Sonys PS3 ihre Startschwierigkeiten überwinden konnte. Doch mit der Preissenkung des Slim-Modells, dem wachsenden Angebot billiger Spiele und Blu-ray-Filme kann sie zum Weihnachtsgeschäft ihre multimedialen Stärken ausspielen. Der Xbox 360 fehlen hingegen das Blu-ray-Laufwerk und exklusive Blockbuster, sie kann der PS3 nur über ihren Preis Paroli bieten. Ihre Stunde könnte im nächsten Jahr schlagen, wenn Microsoft die Hardware verjüngt und neue Spielkonzepte für die Natal-Kamera vorstellt.

Nintendos Wii leidet hingegen weniger an ihrer technischen Untermotorisierung als an einem kreativen Blackout der Spielentwickler, der nunmehr fast zwei Jahre andauert. Wenn Nintendo hier nicht gegensteuert und sich künftig wieder mehr an neue Konzepte wagt, die nicht nur auf den Massenmarkt der Gelegenheitsspieler zugeschnitten sind, dann dürfte auch eine HD-Version der Wii bei Spielern kaum neues Interesse wecken.

Für die Klappkonsolen DS/DSi findet man zwar längst nicht mehr so viele neue interessante Titel wie noch vor zwei Jahren, allerdings werden die Geräte von deutlich mehr Drittanbietern unterstützt und das breite Angebot unterschiedlicher Genres spricht sowohl Gelegenheitswie auch Vielspieler an.

Sonys Runderneuerung der PSP mit dem kleineren Go-Modell kann hingegen nicht überzeugen. Weiterhin konzentrieren sich die Entwickler im Wesentlichen darauf, PS3-Titel in abgespeckter Form für die PSP zu veröffentlichen. Originelle Neuentwicklungen sind die Ausnahme. Auch das Minis-Programm billiger Download-Spielchen läuft eher zäh an. Es ist offenbar ein schwieriger Spagat, Vielspieler mit Vollpreisspielen zu beschäftigen und Gelegenheitsspieler mit billigen Groschentiteln anzulocken.

Letzteres beherrscht Apples iPod touch nahezu perfekt. Man hat das Gefühl, dass mittlerweile rund um den Globus jeder arbeitslose Spielentwickler sein Glück in der Programmierung eines iPhone-Spielchens sucht – und ein Ende des Goldrausches ist nicht abzusehen. Das größte Problem ist dabei, die wenigen Nuggets aus dem ganzen Schlamm herauszuwaschen. Hier kommt in den nächsten Monaten vor allem auf Apple die Aufgabe zu, den App Store so umzugestalten, dass man qualitativ höherwertige Programme besser finden kann. Großartig funktionieren beispielsweise Geschicklichkeitsspiele, die über den Touchscreen und Beschleunigungssensor vernünftig gesteuert werden können. Bei Action-Spielen hinkt der iPod touch aufgrund der fehlenden Eingabeknöpfe aber hinter den traditionellen Mobilkonsolen hinterher.

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