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Immer raffinierter - Neue Betrugsmasche im Internet

Es ist eine aufregende Zeit für Petra M. aus Frankfurt. Der Umzug aus der Mainmetropole nach Jerusalem steht bevor. Petra sucht im Internet nach einer Wohnung und erhält ein tolles Angebot einer englischen Vermieterin. Alles scheint zu passen...

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Wer eine Mietwohnung sucht, tut das heutzutage auch im Internet. Das wissen auch Online-Betrüger, die sich das Interesse der Wohnungssuchenden zunutze machen – und mit perfiden Tricks nicht nur den potentiellen Mietern, sondern auch anderen Menschen schadet.

Auf Wohnungssuche in Jerusalem

Die Freude war groß bei Carolin L., als sie Post aus Jerusalem bekommt. Darin eine Zusage für ein Praktikum in der israelischen Hauptstadt. Doch nun drängt die Zeit. Denn Carolin braucht dort schnellstmöglich eine kleine Wohnung für den sechswöchigen Aufenthalt. Carolin L.:„Ich habe deshalb eine Wohnung übers Internet gesucht. 50 Anzeigen habe ich durchwühlt. Das war gar nicht so einfach, da man ja unter Umständen mit Fremden  zusammen wohnt.“

Doch schließlich findet sie ein passendesAngebot. Eine Wohnung, die eine gewisse Natelie Bateman auf Zeit vermietet. Carolin L: „Das war eine ganz normale Anzeige. Ich dachte: dann schreib ich der Frau mal. Mal sehen, was dabei rauskommt.“ Kurz darauf die Antwort: Natelie Bateman schreibt ihr, dass die Wohnung frei sei. Und sie schickt Caroline L. auch gleich die Kopie ihres Personalausweises. Als Beweis, dass sie auch wirklich die ist, für die sie sich ausgibt. Carolin L.: „Es gab dann eine zweite Mail, in der sie fragte, ob ich die Wohnung haben wolle. Und dass sie die Kopie meines Personalausweises braucht. Außerdem 300 Euro Miete und 600 Euro Kaution. Das Geld sollte auf das Konto eines Rechtsanwalts in England überwiesen werden.“ Dass es Natelie Bateman und die Wohnung in Jerusalem gar nicht gibt, ahnt Carolin L.in diesem Moment natürlich nicht.

Ganoven arbeiten nach dem immer gleichen Schema

Auch Anne und Wolfgang Schneider haben keine Ahnung, dass die Wohnung, die sie gerne mieten würden, gar nicht zu haben ist. „Beste Lage zu Spotpreisen“. So wirbt die  vermeintliche Vermieterin im Internet. Die Gauner, die dahinter stecken, können sicher sein, dass da viele Interessenten anbeißen. Hier gibt sich eine gewisse „Elena“ als Vermieterin aus. Sie sei gerade in England. Die Schneiders sollen ihre Daten samt Personalausweis-Kopie schicken - am besten per Email.

Wolfgang Schneider: „Wir hatten erst Vertrauen. Und dass man dann irgendwann spürt: dass die Leute einen betrügen wollen, das ist schon schockierend.“ Und wer auf eine Aufforderung hin seinen Ausweis einscannt und verschickt, geht der organisierten Online-Mafia auf den Leim., weiß Benno Jahn von der Kripo München: „Wenn Sie als Legitimation aufgefordert werden, Ihren Ausweis zu verschicken,  als Legitimation der Betrüger seinen Ausweis selbst zu schickt, obwohl sie ihn darum gar nicht gebeten haben, Dann stammt der Ausweis wahrscheinlich von einem vorherigen Geschädigten. Künftig wird im Internet mit Ihrem Namen, mit Ihrem Ausweis eine sehr günstige Wohnung angeboten – und andere Leute damit betrogen. Und: vorher sind Sie viel Geld los: Das musste auch Tanja H. erfahren. Für eine Wohnung überweist sie 600 Euro Kaution. Auf ein Treuhandkonto. Die Mail des Vermieters kommt aus dem Ausland, doch Tanja H. übersieht alle Alarmsignale. Tanja H.: „Ich hatte ja Sicherheiten. Er hat mir ja seinen Ausweis geschickt. Und „Treuhandservice“  –  das ist ja was Seriöses.“ Beim Treuhandservice werden Gelder zwischengeparkt. So wird sichergestellt, dass der Verkäufer das Geld erst bekommt, wenn er die Leistung auch erbracht hat. Tanja H. hat Pech: der Treuhandservice ist unseriös und der Ausweis gefälscht. Ihre 600 Euro sind weg.

Vorsicht und Skepsis zahlt sich aus

Und Caroline L.? Tappte sie auch in die Falle? Carolin L.: „Ich war skeptisch. Personalausweis schicken – das fand ich noch okay, aber dass ich vorab Geld überweisen sollte, hat mich skeptisch gemacht. Ich habe dann begonnen, im Internet zu recherchieren.“ Und dort warnen zahlreiche Opfer vor Natelie Bateman. Die hinter dieser falschen Identität steckenden Verbrecher betrügen nicht nur mit Wohnungsangeboten in Jerusalem, sondern auch in anderen europäischen Städten wie Amsterdam oder Kopenhagen. Caroline L. ist nicht in die Falle getappt. Und eine echte Wohnung hat sie auch gefunden.

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