1&1 Drillisch erzielt Etappensieg im Preiserhöhungsstreit mit Telefónica

Der Schiedsgutachterentwurf im Preiserhöhungsstreit zwischen 1&1 Drillisch und Telefónica sieht die Zahlungsnachforderungen Telefónicas als unberechtigt an.

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(Bild: 1&1 Drillisch)

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Von
  • Oliver Bünte

1&1 Drillisch hat sich gegen Preiserhöhungsforderungen von Telefónica eigenen Angaben zufolge erneut durchgesetzt. Laut dem neuen Entwurf des Gutachtens habe der Schiedsgutachter ein Nachzahlungsansinnen von 64 Millionen Euro in voller Höhe als unberechtigt festgestellt, teilte die United-Internet-Tochter am Donnerstagabend in Maintal mit. Telefónica habe Vorleistungspreise des sogenannten MBA-MVNO-Vertrags im Dezember 2018 unter Bezugnahme auf die Frequenzauktion 2015 rückwirkend um rund 64 Millionen erhöht, hieß es weiter zum Hintergrund.

1&1 Drillisch hatte die Preiserhöhung von Telefónica als unberechtigt zurückgewiesen und nun erneut Recht bekommen. Dementsprechend sei die Preiserhöhung wirkungslos und führe nicht zu Zahlungen von 1&1 Drillisch.

[Update v. 09.10.2020, 10:26 Uhr]: Wie Telefónica gegenüber heise online erklärte, gelte dies jedoch nur für Ansprüche der Jahre 2016 bis 2020. Darüber hinaus könne Telefónica ab 2021 ihre Ansprüche im Rahmen der Laufzeit der Frequenzen geltend machen. Entsprechend könnten weitere schiedsgutachtliche Verfahren angestrebt werden.

Die beiden Parteien können der Mitteilung von 1&1 Drillisch zufolge zum Entwurf des Schiedsgutachtens Stellung nehmen. Die Ausfertigung des finalen Schiedsgutachtens werde Ende 2020 erwartet.

Nachdem die erhöhten Forderungen von Telefónica gegenüber 1&1 Drillisch im September bekannt geworden waren, sackten die Aktienkurse von 1&1 Drillisch und dem Mutterkonzern United Internet zunächst deutlich ab. Anleger befürchteten langfristige Auswirkungen, da der Preisstreit ein unkalkulierbares Risiko berge und möglicherweise auch den Netzausbau negativ beeinträchtigen könnte. Damit wäre auch ein Gewinnrückgang über Jahre hinweg denkbar gewesen.

An der Börse sorgte die Mitteilung zum Entwurf des Schiedsgutachtens und die Aussicht, keine Nachzahlungen für die Jahre 2016 bis 2020 leisten zu müssen, nun für einen Kurssprung bei den Papieren von 1&1 Drillisch. Sie legten auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion um drei Prozent zu. United Internet gewann eineinhalb Prozent. (mit Material der dpa) / (olb)