120 Hertz im iPhone 13 Pro: Entwickler müssen Apps anpassen

Die neue, höhere Bildwechselfrequenz läuft nicht automatisch mit allen Programmen. Zudem gibt es derzeit Animationsfehler.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 23 Beiträge

An der Dreierkamera erkennt man das Pro. Es kommt auch mit dem neuen ProMotion-Bildschirm, erstmals in einem iPhone.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Nutzer des iPhone 13 Pro und des iPhone 13 Pro Max berichten über Merkwürdigkeiten im Zusammenhang mit der Display-Nutzung der brandneuen Apple-Handys. Die 2021er-Profi-Smartphones des Herstellers kommen erstmals mit einem 120 Hertz fähigen Bildschirm, den Apple "ProMotion" nennt – die Technik steckte zuvor nur im iPad Pro. Wie sich nun allerdings zeigt, kann man die dynamische Bildwiederholrate außerhalb von Apples eigenen Apps und bestimmten Systemvorgängen nicht automatisch nutzen. Entwickler müssen ihre Anwendungen zunächst anpassen. Zudem gibt es Berichte über Animationsfehler.

Beispiel Twitter: Dort ist das Scrolling zwar nun butterweich, da statt maximal 60 Hertz nun 120 Hertz abgerufen werden können. Schließt oder öffnet man aber ein Popup, ist die Animation deutlich weniger weich. Der Grund: Diese laufen weiterhin mit 60 Hertz. Standard-UI-Animationen können ProMotion automatisch nutzen. Sollen auch selbst entwickelte Routinen die bis zu 120 Hertz nutzen, müssen Entwickler jedoch die plist-Metadaten ihrer App entsprechend anpassen. Das soll offenbar dazu dienen, dass Apps, die die Funktionalität eigentlich nicht benötigen, nicht zu viel Strom verbrauchen.

Verwirrenderweise war das bei iPadOS-Apps bislang nicht so. Diese verwenden – womöglich aufgrund des größeren Akkus – die zusätzlichen Frames automatisch, wie Entwickler berichten. Apple hat auf Nachfrage von MacRumors mittlerweile bestätigt, dass Developer aktiv werden müssen. Eine entsprechende Dokumentation dazu wurde am Wochenende veröffentlicht.

ProMotion erlaubt eine automatisierte Anpassung der Bildwechselfrequenz von 1 bis 120 Hertz. Apple nutzt die Technik allerdings nicht dazu, um etwa einen stromsparenden Always-On-Infobildschirm einzublenden, wie dies einige Android-Geräte schon seit längerem tun. Stattdessen dient ProMotion allein dazu, die Nutzerschnittstelle flüssiger zu gestalten.

Neben der Tatsache, dass iOS-Entwickler aktiv werden müssen, um von der neuen Technik vollständig zu profitieren, gibt es aktuell noch ein weiteres Problem. So gibt es einen Bug im Zusammenhang mit bestimmten CoreAnimation-Events, die auch dann nicht mit 120 Hertz laufen, wenn Entwickler den Modus für ihre Apps aktiviert haben. Apple zufolge soll der Fehler mittels Update "demnächst" behoben werden.

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

(bsc)