1Password: Client der Online-Passwortverwaltung für Linux

Bisher mussten Linux-Nutzer für die Online-Passwortverwaltung 1Password auf Konsole oder Browser zurückgreifen, nun bekommen sie den vollen Desktop-Komfort.

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(Bild: Rinrada_Tan/Shutterstock.com)

Von
  • Susanne Nolte

Das Projekt 1Password hat die erste Beta-Version seines Online-Passwort-Managers für den Linux-Desktop vorgestellt. Das Projekt verwaltet Passwörter, Schlüssel, Zertifikate, Kreditkartendaten, Adressen und andere Zugangsinformationen für Unternehmen, Teams, Familien und Einzelpersonen auf seinen Servern und bietet den Zugriff über unterschiedliche Plattformen an.

Bisher verfügbar waren System-Clients für macOS, iOS, Windows, Android, Chrome OS und die Linux-Konsole, außerdem der Web-Client 1Password X für Chrome, Firefox und Microsoft Edge. Für die neue Linux-App versprechen die Entwickler einen hohen Integrationsgrad in den Linux-Desktop mit allem gewohnten Komfort und die Unterstützung biometrischer Anmeldeverfahren.

Das Backend ist vollständig in Rust geschrieben und verwendet die Ring-Kryptobibliothek für die End-to-End-Verschlüsselung, außerdem React für die komponentenbasierte Benutzeroberfläche. Die Entwickler wollen eine manipulationssichere, authentifizierte Verschlüsselung, einen Brute-Force-Schutz mit PBKDF2, eine sichere Tresorfreigabe und die Konto-Wiederherstellung gewährleisten. Das Sicherheitsdesign ist in dem 1Password-Whitepaper nachzulesen.

Die neue Linux-App ist mit einer Schnellsuche in den Konten samt Suchvorschlägen ausgestattet. Der Entsperrbildschirm zeigt alle eingerichteten Konten an und erlaubt die Verwendung unterschiedlicher Passwörter. Zudem liefert das Wachturm-Dashboard Vorschläge zur Erhöhung der Passwortsicherheit. Darüber hinaus lassen sich im Dialogfeld "Elemente verschieben" einzelne Elemente freigeben und die Freigaben überblicken. Die Kontendaten lassen sich außerdem exportieren.

Das Hauptfenster von 1Password unter Ubuntu

(Bild: 1Password)

Zur Nutzung benötigt man einen Account bei 1password.com. Die Preise richten sich nach der Account-Art. Verfügbar sind: Individual, Family, Team, Business und Enterprise. Zum Service zählen automatische Warnungen vor kompromittierten Websites und anfälligen Passwörtern, One-to-one-Support, eine digitale Geldbörse und ein Reisemodus, mit dem sich sensible Daten auf mitgeführten Geräten an Grenzübergängen löschen und danach wiederherstellen lassen.

Für Open Source-Teams richtet 1Password kostenlose Konten ein. Nötig sei dazu lediglich eine Anmeldung über die GitHub-Seite 1Password for Open Source Projects.

Die Binaries der Linux-Desktop-App stehen als apt- und RPM-Pakete für Debian, Ubuntu, CentOS, Fedora und Red Hat Enterprise Linux sowie den Snap Store bereit. Hinzu kommt ein AppImage für noch nicht unterstützte Distributionen.

Die Entwickler weisen explizit darauf hin, dass bei der Beta-Version noch einzelne Funktionen fehlen oder nur unvollständig implementiert sind. Außerdem sei diese erste Version nur zu Test- und Validierungszwecken geeignet und nicht für geschäftskritische Umgebungen vorgesehen. Eine erste stabile Version der Linux-Desktop-App ist für Anfang 2021 geplant. Bis dahin verweist das Projekt Linux-Desktop-Anwender auf den Web-Client 1Password X.

(sun)