20 Jahre Wikipedia: Bollwerk gegen Fake News

Wikipedia ist eine der Erfolgsstories des Internets: kollaborativ, gemeinnützig, ein Bollwerk gegen Falschinformationen. Doch der Weg war nicht immer gradlinig.

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(Fast) das ganze Wissen der Welt in zwei Händen.

(Bild: Wikimedia Foundation (CC BY-SA 3.0))

Von
  • Torsten Kleinz
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Aus heutiger Sicht erscheint die Wikipedia immer schon zum Internet gehört zu haben. Gerade für Jüngere ist es selbstverständlich, sich alle möglichen Informationen über Goethe, Hypotenusen und das Grundgesetz für die Hausaufgaben dort zu holen. Und doch – Wikipedia ist eigentlich eine Spätentwicklung des ersten Dotcom-Booms.

Das Konzept des "Wikis" war bereits sechs Jahre alt, als Jimmy Wales und Larry Sanger am 15. Januar 2001 die Wikipedia in Gang setzten; mit allem, was notwendig war: ein Webserver, eine Datenbank und etwas PHP.

Niemand weiß ganz genau, welche Artikel die ersten in der neuen Enzyklopädie oder wer die ersten Autoren waren – nur vereinzelte Screenshots sind überliefert. Immerhin lässt sich in einer Nostalgie-Ausgabe durch die Inhalte der Wikipedia von 2001 blättern. In der Anfangszeit erhielt das Projekt noch relativ wenig öffentliche Aufmerksamkeit: Der erste Dotcom-Crash hatte die fieberhafte Neugier der ersten Online-Jahre geschwächt.

Erste Newsticker-Artikel folgten: über den 100000. Wikipedia-Artikel in der englischen Ausgabe, den 20000. Artikel in der deutschen Wikipedia, die erste Kooperation mit einem Suchmaschinen-Anbeiter und den ersten Spendenaufruf. Wikipedia hatte sich nicht nur als ernst zu nehmendes Projekt etabliert, sondern auch die ersten Weichenstellungen vorgenommen, die den späteren Aufstieg begründeten. Auf Telepolis erschien eine Artikelserie über den Tanz der Gehirne in der jungen Wiki-Szene aus der Feder von Erik Möller, der später zu einem der führenden Mitarbeiter der Wikimedia Foundation wurde. Konzepte wie der "Neutrale Benutzerstandpunkt" der Wikipedia-Artikel wurden einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.