2020 war eines der drei heißesten Jahre seit anderthalb Jahrhunderten

Viel hat nicht gefehlt, dann hätte 2020 alle bisherigen Rekorde gebrochen. Das Christkind kam dazwischen.

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(Bild: wmo.int)

Von
  • Andreas Wilkens

Das Corona-Jahr 2020 war eines der drei heißesten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Weltwetterorganisation (WMO) bestätigte in Genf am Donnerstag Prognosen von Dezember. Um ein Haar hätte 2020 alle bisherigen Rekorde gebrochen, berichtete die WMO. Nur das natürlich vorkommende kühlende Wetterphänomen La Niña habe ganz am Ende des Jahres für leichte Abkühlung gesorgt.

Die globale Durchschnittstemperatur betrug 14,9°C, 1,2° über dem vorindustriellen Niveau (1850 bis 1900), bei einer Fehlermarge von 0,1°. Die drei heißesten Jahre waren damit 2016, 2019 und 2020. Nominell sei 2016 wärmer gewesen, sagte WMO-Sprecherin Clare Nullis. Angesichts der Fehlermarge sei es aber praktisch kaum möglich, zwischen den drei Jahren zu unterscheiden. Die WMO verweist darauf, dass 2016 durch ein starkes Wetterphänomen El Niño gekennzeichnet war, das im Gegensatz zu La Niña einen wärmenden Effekt hat. "Wir sind auf dem Weg zu einer katastrophalen Erwärmung von 3 bis 5° in diesem Jahrhundert", sagte UN-Generalsekretär António Guterres. "Frieden mit der Natur zu schließen ist die Hauptaufgabe im 21. Jahrhundert."

El Niño und La Niña treten alle paar Jahre auf. Bei El Niño flauen die tropischen Passatwinde ab und das schwächt den üblichen Auftrieb von kühlerem Wasser vor der Westküste Südamerikas. La Niña folgt meist auf El Niño und geht mit stärkeren Passatwinden einher, die für kühleres Oberflächenwasser vor der Küste Perus sorgen. Beide Phänomene haben praktisch weltweite Auswirkungen, darunter je nach Region Dürren und heftige Regenfälle.

Die WMO hat für ihre Analyse Daten ausgewertet von der US-Wetterbehörde NOAA, dem Goddard-Institut der NASA, vom Hadley Centre des britischen meteorologischen Instituts und der Forschungseinheit der britischen Universität East Anglia, vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage und dem Erdbeobachtungsprogramm Copernicus sowie der japanischen Meteorologieagentur.

(anw)