5G-Nachfrage kurbelt Geschäft beim Chipkonzern Qualcomm an

Erwartungen übertroffen, Aktienkurs zieht an: Snapdragon-Spezialist kann Umsatz um 65 Prozent steigern und Gewinn mehr als verdoppeln gegenüber 2020.

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5G Symbolbild

(Bild: heise online/vbr)

Von
  • Frank Schräer

Beim Chipkonzern Qualcomm sorgt das Interesse am schnellen 5G-Datenfunk für rasantes Wachstum. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 65 Prozent auf gut acht Milliarden US-Dollar. Der Gewinn sprang sogar von 845 Millionen Dollar (715,5 Mio. Euro) vor einem Jahr auf zuletzt gut zwei Milliarden Dollar hoch.

Dies ist nach Einschätzung von Börsenexperten allerdings ein Vergleich mit einem schwachen Quartal, wie CNBC anmerkt. Im zweiten Quartal 2020 verzeichnete der Chip-Entwickler eine geringere Nachfrage aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Qualcomm ist unter anderem stark im Geschäft mit 5G-Modems, mit denen die kalifornische Firma zum Beispiel auch Apples iPhones versorgt. Außerdem kommen auch die Hauptchips vieler Smartphones mit Googles Betriebssystem Android von Qualcomm.

Qualcomm erzielt 80 Prozent seines Umsatzes mit den Verkäufen dieser Chips. Hier sind die Einnahmen gegenüber dem letzten Jahr um 70 Prozent auf nun 6,47 Milliarden Dollar gestiegen, wie Qualcomm nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Das größte Wachstum im Halbleiterbereich verzeichnete Qualcomm mit Modem-Chips, etwa für 5G-Mobilfunk. Hier stieg der Umsatz um 114 Prozent auf 957 Millionen Dollar.

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Der Automobilbereich ist bei Qualcomm noch relativ bescheiden mit 253 Millionen Dollar Quartalsumsatz, aber auch hier wurde ein Wachstum verzeichnet mit 83 Prozent. Der Geschäftsbereich des Internets der Dinge (IoT) ist parallel dazu um ebenfalls 83 Prozent gewachsen auf knapp 1,4 Milliarden Dollar Umsatz. Hier bietet Qualcomm energieeffiziente Chips für Netzwerk- und industrielle Zwecke an.

Qualcomm stellt seine Chips nicht selbst her, sondern lässt sie bei Fertigungspartnern wie TSMC und Samsung produzieren. Mit dem globalen Chipmangel hat deshalb auch Qualcomm zu kämpfen, aber künftig will der Chip-Entwickler auch Intels Foundry-Dienste nutzen. Die Lieferengpässe bei Mikrochips will Qualcomm nach wie vor bis Ende 2021 überwunden haben. Das hatte das Unternehmen bereits im letzten Quartal versprochen.

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Für den Rest des Jahres erwartet Qualcomm ein Wachstum im einstelligen Prozentbereich bei Smartphone-Verkäufen, nachdem die Nachfrage während der Coronavirus-Pandemie um 11 Prozent zurückgegangen war. Dazu sollen 450 bis 550 Millionen 5G-Handys gehören. Deshalb prognostiziert Qualcomm für das dritte Quartal ein weiteres Umsatzwachstum auf 8,4 bis 9,2 Milliarden Dollar. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag Qualcomms Umsatz noch bei 8,35 Milliarden Dollar.

Marktbeobachter hatten einen Quartalsumsatz von 7,5 Milliarden Dollar erwartet, den Qualcomm mit 8,06 Milliarden recht deutlich übertroffen hat. Da auch die Prognose für den Rest dieses Jahres positiv ausfiel, kletterte Qualcomms Aktienkurs im nachbörslichen Handel um fast vier Prozent. (mit Material der dpa) /

(fds)