5G-Netze: Großbritannien treibt Huawei-Bann voran

Ab September 2021 dürfen britische 5G-Netzbetreiber keine Huawei-Komponenten mehr installieren. Bis Ende 2027 müssen bestehende Teile entfernt werden.

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(Bild: heise online / vbr)

Von
  • Daniel Herbig

Die britische Regierung konkretisiert ihre Pläne für den 5G-Bann von Huawei: Britische Netzbetreiber dürfen ab September 2021 keine Komponenten mehr in ihre 5G-Netze einbauen, die von dem chinesischen Ausrüster produziert wurden. Bereits zuvor hatte die Regierung den Rückbau aller Huawei-Komponenten bis Ende 2027 angeordnet.

Noch bis Ende des Jahres dürfen die Telekom-Unternehmen Teile von Huawei kaufen. Die neue Regelung soll laut BBC verhindern, dass diese lagernden Teile noch über Jahre hinweg in britischen 5G-Netzen installiert werden.

Die britische Regierung begründet den angeordneten Rückbau der Huawei-Komponenten mit Sicherheitsbedenken infolge des US-Embargos: "Angesichts der US-Sanktionen gegen Huawei und des geänderten technischen Ratschlags unserer Cybersicherheitsexperten hat die Regierung beschlossen, dass der Ausschluss Huaweis aus unseren 5G-Netzen notwendig ist", erklärte Digitalminister Dowden im Juli vor dem britischen Unterhaus.

Das britische Cybersicherheits-Zentrum NCSC hatte zuvor vor dem Einsatz von Huawei-Technik in 5G Netzen gewarnt, weil der Ausrüster durch die verschärften US-Sanktionen nicht mehr auf etablierte westliche Zulieferer zurückgreifen kann und seine Lieferketten umstellen muss. Dadurch sei es nicht mehr möglich, die Sicherheit der Geräte zu garantieren. Die US-Regierung befindet sich im Handelskrieg mit China und wirft Huawei Spionage für die chinesische Regierung vor.

Britische Netzbetreiber müssen verbaute Huawei-Komponenten bis Ende 2027 durch Teile anderer Hersteller ersetzen. Bei Verstoß gegen diese Vorgabe drohen Strafen von bis zu umgerechnet 112.000 Euro pro Tag. Mit finanziellen Anreizen will die britische Regierung außerdem für Wettbewerb und ausreichenden Ersatz für Huawei-Komponenten sorgen. Dazu sollen vorerst 250 Millionen Pfund in Forschung und Entwicklung investiert werden. "Unsere Pläne werden eine Welle der Innovation für das Design künftiger Mobilnetze nach sich ziehen", sagte Digitalminister Dowden der BBC. Telekom-Unternehmen in Großbritannien wollen beim 5G-Ausbau künftig unter anderem mit dem japanischen Konzern NEC zusammenarbeiten.

(dahe)