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5G-Parfüm von Vodafone: Schatz, ich glaube, hier riecht es nach EDGE

Das 5G-Solitaire-Parfüm von Vodafone soll die Magie von Echtzeit versprühen. Warum müssen Netzbetreiber einem sowas unter die Nase reiben?

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Vodafones Hausduft "5G Solitaire" (Eau de Futur) soll auf 5G Geschmack machen.

(Bild: Vodafone)

Von
  • Malte Kirchner

Für all jene, bei denen es mit der Netzabdeckung mit 5G-Mobilfunk noch nicht so recht klappt, gibt es jetzt zumindest die Möglichkeit, sich damit schon einmal zu bestäuben. Vodafone hat ein 5G-Parfüm vorgestellt. Unter dem Namen 5G-Solitaire soll es die Magie der Echtzeit und starke Signale versprühen, verspricht der Netzbetreiber vollmundig.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Wer also die Nase voll hat von leeren Ausbauversprechen, kann zumindest schon mal an der Zukunft schnuppern, die im europäischen Ausland vielerorts längst Normalität ist. Aber die deutschen Telekommunikationsunternehmen beweisen nun mal immer wieder den richtigen Riecher dafür, worauf es wirklich ankommt. Im Falle von 5G sind dies laut Vodafone anregende, leicht süßliche Anisöle und Essenzen aus Sultaninen, die Würze von weißem Pfeffer mit verschiedenen Blütenextrakten, die strahlende Süße von indischem Kalmus, fruchtige Frische von englischem Rhabarber und ein Honig-Hauch von französischen Lilien. Abgerundet wird das Ganze von würzigem Weihrauch-Harz in der Basisnote.

Die Konkurrenz hat im Rennen um den Mobilfunkduft freilich die Nase vorn: Die Telekom stellte schon vor fünf Jahren ihren Duft namens "Love Magenta" vor. Duftmarken werden auch im Hardwarebereich gesetzt: Das Aroma eines frisch zusammengebauten Macs ließen sich Apple-Jünger schon ein Jahr zuvor durch ihr feines Riechorgan ziehen.

Es scheint fast so, als wollte Vodafone die Menschen buchstäblich mit der Nase darauf stoßen, was es mit 5G in Deutschland auf sich hat: Ein zuweilen vergängliches Vergnügen, oft vom Winde verweht. Aber vielleicht wohnt dem Flakon auch der Zauber des Feenstaubs inne und es wachsen plötzlich flächendeckend 5G-Mobilfunkmasten in die Höhe. Böse Zungen behaupten allerdings, solch ein Duft sei geeignet, die Menschen an der Nase herumzuführen.

Und tatsächlich: Es gibt erst mal gar keinen externen Verkauf des Hausdufts. Das "Eau de Futur" existiert also für Teile der Gesellschaft nur auf dem Papier. Woran erinnert uns das noch schnell? Und müsste ein Mobilfunkduft hierzulande nicht eigentlich eher "Ein Hauch von EDGE" heißen?

(mki)