V2X und Campusnetze: 3GPP entwickelt 5G-Standard mit Release 16 weiter

Das Standardisierungsgremium 3GPP entwickelt 5G jenseits des klassischen Mobilfunks weiter. Im Fokus steht die Kommunikation von Autos und Robotern.

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(Bild: KPhrom/Shutterstock.com)

Von
  • Mark Mantel

Das Standardisierungsgremium 3rd Generation Partnership Project (3GPP) hat mit "Release 16" die zweite Phase der Entwicklung des Mobilfunkstandards 5G abgeschlossen. Ging es bisher primär um die Spezifikation des klassischen Mobilfunks für Smartphones, erweitert und verfeinert Release 16 weitere Nutzungsszenarien.

Die Ankündigung des 3GPP erläutert die Kernmerkmale von 5G-Release 16: Vehicle-to-Everything (V2X) ermöglicht die Kommunikation zwischen Autos und Ampeln mit einem Fokus auf niedrige Latenz und hohen Durchsatz. So können Verkehrsteilnehmer ohne nennenswerte Verzögerung auf kurzfristige Begebenheiten reagieren.

Das funktioniert wahlweise mit und ohne 5G-Sendemasten – in letzterem Fall kommunizieren die Autos direkt miteinander, zum Beispiel bei Überholvorgängen. Das Ganze hört auf den Namen Sidelinking und ist nicht nur auf Autos beschränkt: Roboter können so ebenfalls untereinander kommunizieren, beispielsweise in der Produktion.

Für Firmen geht es bei den Campusnetzen voran, die in Deutschland derzeit getestet werden: 5G-Netze, die über einen privaten Funkmast laufen, lassen sich jetzt Ende-zu-Ende verschlüsseln. Solche sind für größere automatisierte Produktionen gedacht, wo Herstellern WLAN aufgrund der Latenzen und Störanfälligkeit schon lange ein Dorn im Auge ist. Passend dazu definiert Release 16 den Umgang mit unlizenzierten Frequenzen in den 5- und 6-GHz-Bändern – Firmen müssen für deren Nutzung keinen Frequenzbereich buchen, jedoch staatliche Vorgaben beachten.

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Zudem ermöglicht 5G-Mobilfunk jetzt die Ortung von Nutzern über nur einen Sendemast. Bisher, das heißt auch mit LTE beziehungsweise 4G, funktionierte das nur mit den zusammengesetzten Daten von drei Funktürmen.

Im kommenden Release 17 will das 3GPP den 5G-Funk unter anderem für Virtual- und Augmented Reality (VR, AR) fit machen. Mit dabei ist zudem ein Ausbau des Sidelinks für mehr Anwendungsfälle und die Nutzung eines 20-MHz-Bands für IoT-Geräte. Die Finalisierung verschiebt sich voraussichtlich allerdings aufgrund der Coronavirus-Pandemie.

(mma)