5G der Deutschen Telekom jetzt auch auf 700-MHz-Frequenzen

Die Deutsche Telekom nimmt 700-MHz-Frequenzen nun auch für 5G in Betrieb. Sie sollen das Rückgrat eines puren 5G-Netzes werden.​

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Turm mit Antennen

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

Nach Telefónica (O2) und Vodafone meldet nun auch die Deutsche Telekom, ihre 700-MHz-Frequenzen für 5G-Mobilfunk in Betrieb genommen zu haben. Die Telekom will dieses Band ausschließlich für 5G nutzen, das Spektrum soll das Rückgrat ihres eigenständiges 5G-Netzes (5G Standalone) bilden. Über die Bundesrepublik verteilt, funken jetzt 1100 Telekom-Sendestandorte ein 10 MHz breites Signal von 768 bis 770 MHz ab. Kompatible Endgeräte antworten im Bereich von 713 bis 723 MHz (Band n28).

Im Vergleich zu höheren Frequenzen punktet das Spektrum bei 700-MHz mit höheren Reichweiten und besserer Durchdringung von Wänden, bescheren aber geringere Kapazität für Datenübertragung. Also kann ein Netzbetreiber damit relativ kostengünstig Flächenversorgung erbringen. 5G-Endgeräte und -Netz können Verbindungen über diese Grundversorgung aufbauen, und dann für die Übertragung größerer Datenmengen gegebenenfalls auf höhere Frequenzen umsteigen.

Die deutschen Nutzungsrechte für jeweils 2×10 MHz im 700-MHz-Band haben Telefónica, Vodafone und Telekom bereits 2015 ersteigert. Die damalige Frequenzauktion hat fünf Milliarden Euro eingebracht, wovon etwa eine Milliarde Euro auf die 700-MHz-Frequenzen entfiel. Nachdem das Funkspektrum durch die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 HD frei wurde (2. Digitale Dividende), hat die Bundesnetzagentur 2019 das 700-MHz-Band für Mobilfunk freigegeben.

Bisher bietet die Telekom 5G-Mobilfunk auf Frequenzen rund um 2,1 GHz sowie 3,6 GHz an. Das mittlere Band wird dabei dynamisch unter 4G- und 5G-Nutzern aufgeteilt werden (Dynamic Spectrum Sharing, DSS). Bis Sommer 2021 funkte die Deutsche Telekom noch UMTS im 2,1-GHz-Band.

Ähnlich verfährt Telefónica (O2). Auch dieser Anbieter teilt das mittlere Band um 1,8 GHz dynamisch zwischen 4G- und 5G-Geräten auf, während er 700 MHz und 3,6 GHz für 5G Standalone nutzt. Vodafone hingegen nutzt Dynamic Spectrum Sharing sowohl im 1800-MHz-Band als auch im 700-MHz-Band.

(ds)