6G-Mobilfunk: Vier deutsche Forschungs-Hubs bekommen 250 Millionen Euro

700 Millionen Euro hatte die Forschungsministerin kürzlich für die Forschung an neuer Mobilfunktechnik ausgelobt. Nun steht fest, wohin das erste Geld geht.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 11 Beiträge

(Bild: 6G-life.de)

Von
  • Andreas Wilkens

Als Teil ihrer Förderung der Forschungen an der kommenden Mobilfunktechnik 6G will Bundesforschungsministerin Anja Karliczek vier so genannte Forschungs-Hubs mit insgesamt 250 Millionen Euro unterstützen. Eines namens Open6GHub wird koordiniert vom Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, das Zweite namens 6G-RIC vom Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik und Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, HHI, 6GEM von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und 6G-Life von den Technischen Universitäten Dresden und München. Sie wollen im August ihre Arbeit aufnehmen.

6G wird dabei voraussichtlich schon ab 2030 das zentrale Nervensystem unseres vernetzten Lebens bilden und es ermöglichen, Daten mehr als 100 Mal schneller zu übertragen als mit 5G, bei gleichzeitig höherer Energieeffizienz und Ausfallsicherheit, erläuterte Karliczek. Die Ministerin hatte im April dieses Jahres angekündigt, Forschungen für das 6G-Netz mit insgesamt 700 Millionen Euro fördern zu wollen. Sie bezeichnet die nun vergebenen 250 Millionen als wesentlichen Teil dieser Forschungsinitiative. Karliczek betonte, es komme ihr darauf an, dass Deutschland hier technologisch souverän sein müsse, um nicht in Abhängigkeit von anderen zu kommen.

An den vier Hubs sind laut Mitteilung insgesamt rund 50 Forschungspartner aus Wissenschaft und Wirtschaft beteiligt. Die Hubs sollen Kompetenzen bündeln und den schnellen Transfer in die Anwendung vorantreiben. Dabei geht es nicht nur um die drahtlose Übertragung, sondern auch um glasfaserbasierte leitungsgebundene Netze. Geforscht werden soll zu neuen Materialien sowie an Komponenten wie Antennen und Verstärker, Funkzellen, und Software.

Dabei will das Hub 6G-life die Spitzenforschung für künftige 6G Kommunikationsnetze mit dem Schwerpunkt Mensch-Maschine Kollaboration vorantreiben. 6G-RIC will Mobilfunksysteme mit offenen Schnittstellen über alle Technologiegrenzen hinweg entwickeln. 6GEM entwickelt ein ganzheitliches 6G-System – von der Hardware bis zur Software – für eine flexible Netzwerkinfrastruktur. Das Open6GHub arbeitet an einem holistischen 6G-System, das den Anforderungen der Anwender und der Gesellschaft nach 2030 entspricht.

(anw)