9/11: FBI veröffentlicht erstes bisher geheimes Dokument zu Ermittlungen

Nach einer Anordnung des US-Präsidenten hat nun das FBI ein erstes bisher geheimes Dokument veröffentlicht.

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Ausschnitt aus dem Titelblatt des nun vom FBI veröffentlichten Dokuments.

(Bild: FBI)

Von
  • Andreas Wilkens

Die US-amerikanische Bundespolizei FBI kommt einer Anordnung des US-Präsidenten Joe Biden nach und hat ein erstes Dokument zu den Vorgängen rund um die Attentate vom 11. September 2001 veröffentlicht. In dem teilweise ausgegrauten 16-seitigen Dokument geht es um Kontakte zwischen den Entführern der vier Passagiermaschinen und saudi-arabischen Beamten. Daraus geht aber kein Beweis hervor, dass die saudi-arabische Regierung an den Anschlägen beteiligt war.

Biden hatte am 3. September eine Executive Order erlassen, laut der vor allem die Überlebenden und Angehörigen der Opfer der Anschläge ein vollständigeres Bild über die Vorgänge vor 20 Jahren bekommen sollen. Sofort solle das FBI ein Dokument vom 4. April 2016 veröffentlichen, was nun geschehen ist. Innerhalb von 60 und von 120 Tagen sollen weitere Dokumente an die Öffentlichkeit gelangen, die bisher ganz oder teilweise unter Verschluss gehalten wurden.

Saudi-Arabien hatte immer wieder erklärt, es habe keine Rolle bei den Anschlägen gespielt. Seine Botschaft in Washington gab zunächst keine Stellungnahme zu der FBI-Veröffentlichung ab. In einer Erklärung vom 8. September hatte sie mitgeteilt, Saudi-Arabien habe sich stets für Transparenz in Bezug auf die Ereignisse am 11. September 2001 eingesetzt und begrüße in diesem Zusammenhang die Freigabe von Verschlusssachen durch die USA.

15 der 19 Entführer der Flugzeuge kamen aus Saudi-Arabien. Zu den Anschlägen hatten sich Al-Qaida von Osama bin Laden bekannt, dieser stammte aus Saudi-Arabien. Eine Kommission der US-Regierung fand keine Beweise dafür, dass Saudi-Arabien, ein enger Verbündeter der USA, Al-Qaida direkt finanziell unterstützt hätte. Offenblieb aber, ob einzelne Beamte in dem Königreich dies taten.

Die Angehörigen von circa 2500 der Getöteten und mehr als 20.000 Verletzten und etliche Unternehmen und Versicherer haben Saudi-Arabien auf mehrere Milliarden Dollar verklagt. In einer Stellungnahme im Namen der Organisation "9/11 Families United", die die Veröffentlichung der Dokumente gefordert hatte, erklärte Terry Strada, deren Ehemann Tom bei den Anschlägen getötet wurde, es sei längst an der Zeit, dass das Königreich (Saudi-Arabien) sich der Rolle seiner Beamten bei der Ermordung Tausender auf amerikanischem Boden stellt.

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(anw)