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AM5-Mainboards für Ryzen 7000: Ein Chipsatz wird "extrem"

AMD legt den X670-"Extreme"-Chipsatz mit PCIe-5.0-Pflicht auf. Für günstigere Desktop-PCs kommen Mainboards mit X670 und B650.

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(Bild: AMD)

Von
  • Mark Mantel

Mainboards für AMDs neue AM5-Plattform rund um die Desktop-Prozessorgeneration Ryzen 7000 erscheinen im Herbst mit drei Chipsätzen: X670 Extreme (X670E), X670 und B650. Alle AM5-Mainboards stellen PCI Express 5.0 bereit, allerdings in unterschiedlichen Ausbaustufen. Zudem sieht AMD ausschließlich den Einsatz von DDR5-Speicherriegeln vor – AM5-Platinen mit RAM-Steckplätzen für günstigeren DDR4-Speicher wird es nicht geben.

Die am besten ausgestatteten AM5-Mainboards verwenden den X670E-Chipsatz. Sie stellen 16 PCIe-5.0-Lanes an zwei PCIe-x16-Steckplätzen für Grafikkarten bereit – beim Betrieb von zwei GPUs bekommt jede GPU also acht Lanes. Zudem muss mindestens ein M.2-Steckplatz über vier PCIe-5.0-Lanes angebunden sein, sodass künftig die schnellsten SSDs auf AM5-Mainboards laufen. Da Ryzen-7000-CPUs 24 PCIe-5.0-Lanes integrieren, sind auch zwei entsprechend angebundene M.2-Slots möglich. Die Chipsätze selbst beherrschen PCIe 4.0.

Der X670-Chipsatz soll grundlegend identisch sein, allerdings schreibt AMD bei diesen Modellen kein PCIe 5.0 an den Grafikkartensteckplätzen vor. X670-Mainboards können also mit PCIe-5.0-Support an einem oder auch gar keinem Steckplatz erscheinen. Ein PCIe-5.0-fähiger M.2-Slot ist aber auch bei X670-Platinen und den Mainstream-Modellen rund um den B650-Chipsatz Pflicht.

Chipsatz X670E X670 B650
PCIe 5.0 für Grafikkarten verpflichtend optional nicht vorgesehen
PCIe 5.0 für SSDs ein M.2-Slot verpflichtend
CPU-Overclocking möglich unbekannt unbekannt

Eine gute Nachricht: Selbst auf den gezeigten X670E-Mainboards sind anders als bei den meisten X570-Modellen keine Mini-Lüfter zu sehen, die Lärm verursachen könnten.

Bildausgänge dürften derweil bei mehr AM5-Mainboards dabei sein als noch bei den AM4-Vorgängern, da nun alle Ryzen-7000-Prozessoren eine kleine RDNA2-Grafikeinheit integrieren. Insgesamt bis zu viermal HDMI 2.1 und DisplayPort 2.0 können Hersteller bei ihren I/O-Panels unterbringen. Zudem sind USB 3.2 Gen 2x2 (20 Gbit/s) und die Logik für Wi-Fi 6E in die Chipsätze integriert.

AMDs Präsentation zur AM5-Plattform (4 Bilder)

Alle großen Hersteller haben bereits AM5-Mainboards entworfen.
(Bild: AMD)

AM5-Mainboards verwenden die CPU-Fassung LGA1718. Beim Land Grid Array (LGA) sitzen die Federchen für den Kontakt zur CPU im Mainboard – die Prozessoren haben flache Kontaktflächen, wie es bei Intel schon seit vielen Jahren üblich ist. So können sich keine CPU-Beinchen mehr verbiegen, dafür sind Mainboards empfindlicher.

Obwohl der LGA1718 rund 29 Prozent mehr Pins hat als das Pin Grid Array PGA1331 von AM4, bleiben die Lochabstände für CPU-Kühler identisch. Das heißt, fast alle AM4-CPU-Kühler lassen sich auf AM5-Mainboards betreiben. Die einzigen Ausnahmen sind wenige CPU-Kühler, die AMDs Standard-Backplate zur Befestigung ersetzen, was bei AM5-Modellen nicht mehr funktioniert. Noctua etwa entwickelt für den betroffenen CPU-Kühler NH-L9a-AM4 ein neues Montage-Kit.

Mainboards mit den Chipsätzen X670E, X670 und B650 erscheinen diesen Herbst zusammen mit den Ryzen-7000-CPUs. AMD gibt anders als bei AM4 übrigens kein Langlebigkeitsversprechen für AM5 mehr ab. Wie viele CPU-Generationen für die Plattform erscheinen werden, ist folglich unbekannt.

(mma)