AMD, Apple, Nvidia: TSMCs größte Kunden bestellen wohl weniger Wafer

Vor allem Nvidias nächste GPU-Serie GeForce RTX 4000 könnte später erscheinen. Der Kryptomarkt-Einbruch und die sinkende Nachfrage zollen ihren Tribut.

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(Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.)

Von
  • Mark Mantel

Der weltweit größte Chipauftragsfertiger TSMC verhandelt offenbar die Wafer-Abnahmemengen mit seinen drei größten Kunden AMD, Apple und Nvidia neu aus. Alle drei wollen laut einem Bericht aus Taiwan weniger Prozessoren, Grafikchips und Smartphone-Systems-on-Chip (SoCs) produzieren lassen, um sich auf die aktuelle Marktentwicklung einzustellen.

Das soll insbesondere Nvidias kommende Grafikkartenbaureihe GeForce RTX 4000 alias Ada Lovelace mit TSMCs 5-Nanometer-Technik treffen: Laut Digitimes will Nvidia die Serienproduktion sowohl verzögern als auch verringern. Da die Verträge aber längst ausgehandelt sind, ist die Firma auf TSMCs Entgegenkommen angewiesen. Ein Aufschub von einem oder zwei Quartalen ist demnach denkbar. Reduziert Nvidia aber erst einmal die Wafer-Kapazität, bekommt die Firma diese bei Bedarf vermutlich nicht mehr so schnell zurück.

AMD will angeblich nur das Kontingent an 7- und 6-nm-Wafern reduzieren, mit denen TSMC unter anderem die Chips für die aktuellen Prozessorbaureihen Ryzen 5000/6000 und Epyc 7002/7003 sowie für die Radeon-Serie RX 6000 produziert. Keine Änderungen soll es bei den kommenden CPUs und GPUs mit 5-nm-Technik geben, etwa den Ryzen 7000 und Radeon RX 7000.

Apple erwartet wohl eine rund 10 Prozent geringere Nachfrage bei der iPhone-14-Generation als früher kalkuliert. Die entsprechenden Wafer – wahrscheinlich mit 4-nm-Technik – soll TSMC bereitwillig auf andere Kunden umverteilen.

Grafikkartenhersteller sitzen Quellen in der Lieferkette zufolge auf recht großen Lagerbeständen, nachdem der Kryptomarkt in den vergangenen Wochen eingebrochen war. Mining-Farmen kaufen nicht mehr wie wild Grafikkarten zum Schürfen der Kryptowährung Ethereum – die Rechenleistung im Netzwerk geht seit dem Mai zurück. Gleichzeitig sinkt die PC-Nachfrage bei Unternehmen und Privatleuten, etwa aufgrund der Inflation, dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der schlechten Währungskurse in Europa.

Die Geschichte scheint sich dabei zu wiederholen: Schon im Jahr 2018 verzögerte Nvidia die Vorstellung der GeForce RTX 2060, weil die Lager nach den damaligen Krypto-Kurseinbrüchen voller GTX-1060-Karten waren.

(mma)