AMD-Grafikkarte Radeon RX 6600: 340 Euro plus X

AMDs Spielergrafikkarte Radeon RX 6600 wartet mit 8,9 TFlops, 8 GByte, Raytracing-Hardware und einer TDP von 132 Watt auf. Das nominelle Preisschild: 340 Euro.

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(Bild: Powercolor)

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  • Carsten Spille

Die Spielergrafikkarte Radeon RX 6600 rundet AMDs RX-6000-Portfolio nach unten ab. Die rund 340 Euro teure Karte soll – wie die stärkere RX 6600 XT – Spieler mit schmalerem Geldbeutel ansprechen und für Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel) ausreichend schnell sein.

AMD setzt die unverbindliche Preisempfehlung der Radeon RX 6600 mit 340 Euro an, 40 Euro weniger als bei der RX 6600 XT. Nach den Erfahrungen der letzten Monate dürfte der Handel da noch einiges draufschlagen. So ist die RX 6600 XT nicht unter 600 Euro zu bekommen. Einen ausführlichen Test der RX 6600 finden Sie in einer der kommenden Ausgaben von c’t.

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Die RX 6600 ist zu DirectX 12 Ultimate inklusive Raytracing und DirectStorage sowie zu OpenGL 4.6, OpenCL 2.0 und Vulkan 1.2 kompatibel. Die PCIe-4.0-x8-Karte hat in der Regel 3 DisplayPorts 1.4a mit Dynamic Stream Compression (DSC) und einen HDMI-2.1-Ausgang. Damit steuern die Karten maximal vier 4K-Bildschirme mit bis zu 144 Hertz an, alternativ ein 8K-Display mit 60 Hertz. Ihre Video-Decoder entlasten die CPU bei der Wiedergabe von 4K-Streams unter anderem in den aktuellen Formaten H.265/HEVC und VP9 bis zur 4K-Auflösung mit 90 Bildern pro Sekunde oder 8K mit 24 fps (8K24). AV1 wird bis 4K120 und 8K30 dekodiert. Der ebenfalls eingebaute Video-Encoder arbeitet mit den Formaten H.264 (4K90) und H.265/HEVC – entweder 4K60 oder 8K24.

Der Navi23-Grafikchip ist funktional identisch zu dem der Radeon RX 6600 XT, es sind jedoch nur 1792 anstelle von 2048 Shader-Einheiten aktiv. Am Speichersubsystem inklusive Infinity Cache hat AMD im Vergleich zur RX 6600 XT nur die Taktrate etwas gesenkt, sodass die RX 6600 noch eine Transferrate von 224 GByte/s hat. Das Verhältnis von Transferrate zu Rechenleistung ist bei der RX 6600 dadurch etwas günstiger als bei der XT-Version.

Bereits auf der Radeon Pro W6600 kam ein vergleichbar abgespeckter Navi23-Grafikchip zum Einsatz, durfte dort jedoch nur 100 Watt ziehen. Der Radeon RX 6600 erlaubt AMD offiziell 132 Watt, die Karten werden dafür in der Regel mit einem achtpoligen PCIe-Anschluss ausgestattet.

Das erste Exemplar im Testlabor war eine Radeon RX 6600 Hellhound von Powercolor. Die Karte war mit 5 Watt im Leerlauf sehr sparsam. Ab drei Bildschirmen stieg der Stromdurst auf 22 Watt. Unter Volllast begnügte sie sich im Mittel mit 123 Watt, einzelne Spitzenausschläge im Millisekundebereich gingen darüber hinaus.

Unser erstes Exemplar der Radeon RX 6600: Powercolors Hellhound.

(Bild: c't)

Die Powercolor-Karte hat, wie die anderen RX-6600-Modelle, einen Achtpol-Anschluss zur Stromversorgung.

Die Performance war für Full HD ohne Raytracing vollkommen ausreichend und lag im Radeon-Vorzeigebenchmark "Assassin’s Creed Valhalla" in höchster Detailstufe bei 78 fps auf dem Niveau einer GeForce RTX 3070 und circa 13 Prozent unterhalb einer RX 6600 XT.

In "Shadow of the Tomb Raider" war sie mit 112 fps nur wenig langsamer als eine GeForce RTX 3060 oder eine GTX 1080 Ti, brach mit aktiviertem Raytracing aber auf 55 fps und damit nur zwei Drittel der RTX 3060 deutlich ein.

In Titeln, die ausgiebigen Gebrauch von Raytracing machen und die optisch auch sonst prächtig aussehen, kommt die RX 6600 auch schon in Full-HD-Auflösung an ihre Grenzen. Das gilt etwa für "Cyberpunk 2077" oder den Mystery-Shooter "Control". Letzterer läuft im Durchschnitt gerade einmal mit 30 Bildern pro Sekunde, fällt zwischenzeitlich aber kurz unter die 20er-Marke – es ruckelt.

Abhilfe können da AMDs FSR-Technik schaffen, eine in vielen Spielen eingebaute Auflösungsskalierung, oder der Verzicht auf sonstige Details.

Grafikkarte Radeon RX 6600 Radeon RX 6600 XT Radeon RX 6700 XT Radeon RX 6800 XT
Grafikchip Navi 23 Navi 23 Navi 22 Navi 21
Chipgröße / Transistoren 237 mm² / 11,06 Mrd. 237 mm² / 11,06 Mrd. 336 mm² / 17,2 Mrd. 520 mm² / 26,8 Mrd.
Compute Units / Shader-Kerne 28 / 1792 32 / 2048 40 / 2560 72 / 4608
Typ. Boost-Takt in Spielen / max. Boost-Takt
2044 / 2491 MHz 2359 / 2589 MHz 2424 / 2581 MHz 2015 / 2250
MHz
Rechenleistung (FP32) 7,33 / 8,9 TFlops 9,66 / 10,6 TFlops 12,41 / 13,2 TFlops 18,57 / 20,7 TFlops
Textureinheiten / RT-Beschleuniger 112 / 28 128 / 32 160 / 40 288 / 72
Raster-Endstufen 64 64 64 128
Typische TDP 132 Watt 160 Watt 230 Watt 300 Watt
Speicher 8 GByte GDDR6 8 GByte GDDR6 12 GByte GDDR6 16 GByte GDDR6
Speicherinterface 128 Bit (224 GByte/s) 128 Bit (256 GByte/s) 192 Bit (384 GByte/s) 256 Bit (512 GByte/s)
Infinity Cache 32 MByte (922 GByte/s) 32 MByte (922 GByte/s) 96 MByte (1490 GByte/s) 128 MByte (1987 GByte/s)
Preis UVP / Straße 339 Euro / n. v. 379 Euro / 600 Euro 479 Euro / 875 Euro 649 Euro / 1300 Euro

(csp)