AMD-Kombiprozessoren Ryzen 4000U/H/G: Lieferengpässe bis Herbst

Zu hohe Nachfrage und zu niedriges Angebot: AMD kann nicht genügend Zen-2-Kombiprozessoren an PC-Hersteller liefern. Notebooks sind teils schlecht verfügbar.

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(Bild: AMD)

Von
  • Mark Mantel

Der deutsche PC-Hersteller Schenker macht auf Lieferengpässe bei AMDs Kombiprozessoren der Serien Ryzen 4000U (Notebooks, 15 Watt), 4000H (Notebooks 45 Watt) und 4000G (Desktop) aufmerksam. Die Auslieferung eigener Notebooks mit dem Achtkerner Ryzen 7 4800H verzögert sich um mindestens zwei Monate bis Ende September 2020. Eine Rücksprache mit AMD ergab, dass es sich um industrieweite Lieferengpässe handelt und nicht bloß bestimmte PC-Hersteller betroffen sind.

Weltweit betrachtet stellt Schenker einen vergleichsweise kleinen Anbieter dar, der laut eigenem Reddit-Beitrag bereits 1600 offene Notebook-Bestellungen mit Ryzen 7 4800H hat. Zumindest derzeit können Interessenten noch auf Modelle mit dem Sechskerner Ryzen 5 4600H ausweichen. Bei größeren Herstellern könnte die Situation düsterer aussehen.

Schenker glaubt, dass das Interesse nach den Ryzen-4000-Kombiprozessoren insbesondere bei den großen Herstellern wie Lenovo zugenommen hat, weshalb AMD die Nachfrage nicht bedienen kann. AMD hat seit der Vorstellung der Ryzen-CPUs immer wieder mit Lieferengpässen zu kämpfen, weil der Chiphersteller die Wafer-Bestellungen beim Auftragsfertiger TSMC konservativ kalkuliert und die Produktion nicht kurzfristig hochfahren lassen kann. Laut einem chinesischen Medienbericht von UDN soll AMD die Wafer-Kapazität bei TSMC immerhin im kommenden Jahr verdoppeln.

Schon zur Vorstellung der Ryzen-4000-Kombiprozessoren mit Codenamen Renoir verzögerte sich die Markteinführung entsprechender Notebooks um Wochen bis Monate. Desktop-PCs mit Ryzen 4000G sind fast ausschließlich in Form von Komplettsystemen erhältlich, weil AMD die Modelle bisher nicht als Retail-Versionen verkauft.

Fertigungskapazitäten bei TSMC schlucken derweil auch die Spielekonsolen Playstation 5 und Xbox Series X, deren Kombiprozessoren AMD liefert. Der Verkaufsstart beider Modelle erfolgt im Herbst – die Produktion läuft traditionell Monate im Voraus an, um Lagerbestände aufzubauen.

(mma)