Prozessoren: AMD knöpft Intel weitere CPU-Marktanteile ab

Das Prozessorgeschäft läuft bei AMD prächtig: Besonders bei Servern und dem stückzahlenstarken Notebook-Markt blutete Intel zuletzt.

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AMD Ryzen übertakten

(Bild: c't)

Von
  • Mark Mantel

AMD knöpfte Intel Anfang 2022 weitere Marktanteile ab und verzeichnete so das zweite Rekordquartal in Folge. Der Gesamtmarktanteil von x86-Prozessoren lag im ersten Quartal 2022 bei 27,7 Prozent – 2,1 Prozentpunkte mehr als Ende 2021 und ganze 7 Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum. Darin enthalten sind unter anderem die Prozessoren für die Spielekonsolen Playstation 4 und Xbox Series X sowie Valves Handheld-PC Steam Deck.

Besonders gut lief es für AMD bei Servern mit Epyc-CPUs und bei Notebooks mit Ryzen, wo die Firma die höchsten Marktanteile in der Firmengeschichte verbuchen konnte: 22,5 Prozent bei Notebooks und 11,6 Prozent bei Servern. Die Zahlen stammen vom Marktforschungsteam Mercury Research, laut dem AMDs Servermarktanteil jetzt 12 Quartale, also drei Jahre, ununterbrochen stieg.

Anfang 2019 lag AMD noch bei 2,9 Prozent, Anfang 2018 sogar nur bei 1 Prozent. Mercury zählt sämtliche x86-Server, darunter auch Netzwerkinfrastruktur und Edge-Systeme, etwa mit Intels Xeon-D-Prozessoren. Diese Märkte bedient AMD traditionell kaum, weshalb dessen Marktanteil bei klassischen Single- und Dual-Socket-Systemen höher ist (die IDC-Zahlen mit aktuellen Werten stehen noch aus).

Während bei Servern die Margen hoch sind, ist der Notebook-Markt für AMD und Intel aufgrund der schieren Stückzahlen wichtig – Notebooks machen rund drei Viertel aller Client-Prozessoren aus.

AMDs CPU-Marktanteile nach Segmenten aufgeschlüsselt (Quelle: Mercury Research)
Quartal Q1 2022 Q4 2021 Q1 2021
Desktop 18,3% 16,2% 19,3%
Mobile 22,5% 21,6% 18,0%
Server 11,6% 10,7% 8,9%
x86 Gesamt (inkl. Konsolen) 27,7% 25,6% 20,7%

Mercury merkt an, dass die Prozessorverkäufe im ersten Quartal 2022 stärker einbrachen, als es die Zahlen zum rückläufigen PC-Markt vermuten ließen. Im Falle von Desktop-CPUs lag das Minus bei 30 Prozent, da PC-Hersteller offenbar die Lagerbestände von gehorteten Chips reduzierten. Intels Verkäufe gingen stärker zurück als AMDs, weshalb sich die Marktanteile verlagerten.

Das spiegelte sich auch in den jüngsten Geschäftszahlen wider, die bei AMD deutlich besser aussahen als bei Intel. Ein weiterer Grund dafür: In Notebooks und Desktop-PCs wurden verstärkt Prozessoren aus der Mittel- und Oberklasse verbaut, sodass die Durchschnittspreise stiegen – laut Mercury global und herstellerübergreifend auf 138 US-Dollar (knapp 160 Euro), 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen mit den steigenden Epyc-Verkaufszahlen führte das bei AMD zu einer Gewinnexplosion bei CPUs.

(mma)