AMDs Mobilprozessor Ryzen 5000 startet: mehr Performance für Notebooks

Benchmarks im c’t-Labor zeigen, dass Ryzen-5000-Prozessoren in ersten damit bestückten Notebooks eine ordentliche Leistungsschippe nachlegen.

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(Bild: AMD)

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  • Florian Müssig

Anfang des Monats hat AMD seine Ryzen-5000-Prozessoren mit Zen-3-Architektur für Notebooks enthüllt. Inzwischen sind die ersten beiden damit bestückten Geräte im c’t-Labor eingetroffen:

  • Das Asus RoG Strix G17 ist ein stämmiger 17-Zöller mit Ryzen 9 5900HX und dem (ebenfalls nagelneuen) Nvidia-Grafikchip GeForce RTX 3070;
  • das Asus RoG Flow X13 hingegen ist ein flaches 13-Zoll-Notebook. Dennoch kommen darin ebenfalls eine H-CPU (Ryzen 9 5980HS) und ein Zusatzgrafikchip (GeForce GTX 1650) zum Einsatz.
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Dass AMD die Auslieferung der H-Modelle seiner neuen CPUs priorisieren würde, hatte der Hersteller schon auf der CES angekündigt. Die Messergebnisse zeigen nun, warum: Mit 11.535 Punkten (5980HS) beziehungsweise 12.786 Punkten (5900HX) im Mehrkerntest des beliebten Render-Benchmarks Cinebench R23 lassen AMDs neue Achtkerner alle bisherigen Notebook-Prozessoren hinter sich.

Das gilt sowohl für die bisherigen Ryzen-4000-Achtkerner als auch für Intels Octa-Cores der neunten und zehnten Core-i-Generationen – dort haben wir bestenfalls Werte knapp unter der 10.000-Punkte-Marke gemessen. Lagen Intels Core-i-Vierkerner der elften Core-i-Generation (Tiger Lake) bislang immerhin bei Single-Threading-Rechenaufgaben vorn, so ist auch dieser Vorsprung hinüber: AMD agiert jetzt wie Intel bei plusminus 1500 Cinebench-R23-Punkten, also auf gleichem Niveau.

Gleiches gilt übrigens für Apples M1: Auch der landet in diesen Regionen (und bei ~7500 Multi-Threading-Punkten). Im Geekbench 5 liegt der M1 bei Single-Threading-Performance weiterhin vor allen x86-Notebook-Prozessoren, dafür rücken die Multi-Threading-Werte von AMD, Apple und Intel eng zusammen, sodass es da praktisch keine Unterschiede gibt.

AMD hat bei den Zen-3-Kernen das Energiemanagement verfeinert: Statt wie bei Zen 2 alle acht Kerne mit identischer Spannung anzusteuern, hat jeder CPU-Kern nun eine unabhängige Stromversorgung – was gerade bei mittleren Lasten oder Peaks auf einem Rechenkern einen Unterschied machen sollte. Auch den Speicher-Controller hat AMD nach eigenen Angaben um neue Stromsparfunktionen erweitert.

Mit Ryzen 5000 hat jeder Kern eine eigene Spannungsversorgung bekommen.

(Bild: AMD)

In der Praxis kommt es aber auf alle Komponenten an: Das RoG Strix G17 ist mit RTX-GPU, 300-Hz-Panel und RGB-LED-Wahnsinn nicht per se auf Stromsparen getrimmt, dennoch hat der 92-Wh-Akku gut 13 Stunden durchgehalten. Rechnerisch macht das 7 Watt Leistungsaufnahme, was für ein Kaliber dieser Bauart einen respektablen Wert darstellt.

Das flache RoG Flow X13, das man dank weniger Gewicht und 16:10-Bildschirm unterwegs viel lieber als Arbeitsgerät nutzen würde, steht mit rechnerisch 6,6 Watt (9 Stunden, 60-Wh-Akku) allerdings kaum besser dar, obwohl Asus gängige Mobilregister inklusive LPDDR4X-Speicher gezogen hat.

Zum Vergleich: Das konzeptionell ähnliche Razer Blade Stealth 13 kommt trotz eines kleineren 54-Wh-Akkus auf über 12 Stunden Laufzeit (4,3 Watt rechnerisch) – allerdings mit Full-HD-Bildschirm und nicht UHD+ wie beim Flow X13. Wir möchten nicht ausschließen, dass künftige BIOS- und Treiber-Updates beim Flow X13 noch für eine Laufzeitverbesserung sorgen können; es gibt aber auch keine Garantie dafür.

Die wahre Entscheidung hinsichtlich Energieeffizienz steht aber so oder so erst dann an, wenn Notebooks mit Ryzen 5000U erscheinen, die auf Gaming-taugliche Zusatz-GPUs verzichten und stattdessen die interne Grafikeinheit verwenden. Hier hat Intel vorgelegt; bei ruhendem Windows-Desktop sind Leistungsaufnahmen von 3 Watt und niedriger die Regel (mit energieeffizienten Full-HD-Panels). Und bei der Plattform hat Intel weitere Vorteile: PCI Express 4.0 oder Thunderbolt gibt es bei Ryzen-5000-Notebooks nicht.

Ausführliche Tests der beiden Ryzen-5000-Notebooks bringt c’t in künftigen Ausgaben.

Die beiden hier erwähnten Asus-Notebooks dürfen wie Ryzen-5000-Modelle anderer Hersteller ab dem heutigen Dienstag verkauft werden.

Ein Blick in unseren Preisvergleich zeigt allerdings, dass viele Händler ihrerseits noch auf Lieferungen warten. Zudem dürfte die anhaltende Coronavirus-Pandemie mit ihren Auswirkungen hinsichtlich Fertigung, Logistik und Nachfrage auf absehbare Zeit verhindern, dass solche Systeme flächendeckend verfügbar werden oder Händler durchgängig Ware im Lager haben.

(mue)