ARD macht Rückzieher: Fernsehbilder weiterhin auch in SD-Auflösung

Die ARD plant um: Programme sollen über den kommenden Januar hinaus noch in SD-Auflösung verfügbar bleiben.

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Eine Animation des Astra 1A Satelliten beim Umrunden der Erde.

(Bild: dpa, SES Platform Services)

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Die ARD will anders als zunächst geplant nun doch weiter ihre Programme auch in der Standardauflösung SD über Satellit verbreiten. Das sei eine Reaktion auf veränderte Rahmenbedingungen während der Corona-Krise, teilte die ARD am Dienstag mit. "Menschen, die noch nicht über HD-fähige Fernseher oder Receiver verfügen, hätten sich gegebenenfalls entsprechende Geräte anschaffen müssen, um das HD-Signal empfangen und wiedergeben zu können."

Man werde deshalb die Programme Das Erste, tagesschau24, One und ARD-alpha sowie die Dritten auch über das Jahr hinaus in SD-Auflösung zeigen. Nach Angaben der SES-Satellitenbetreiber-Tochter Astra Deutschland empfingen Ende 2019 in Deutschland von rund 38 Millionen Haushalten mit TV knapp 85 Prozent (fast 32 Millionen) das Programm in HD-Qualität. Auf die Standard-Qualität entfallen noch rund 6 Millionen TV-Haushalte.

Eigentlich hatte die ARD zügig komplett auf HD umstellen wollen. Im Februar hatten die Rundfunkanstalten noch mitgeteilt, dass die Verbreitung der Gemeinschaftsprogramme in SD-Qualität per Satellit zum Januar 2021 eingestellt werden soll. Als Grund wurden Kosteneinsparungen angeführt. Seit Mai ist zudem bekannt, dass auch das ZDF weiterhin die Verbreitung seiner Programme ZDF, ZDFinfo und ZDFneo in SD-Qualität anbietet.

Über die jetzige Verschiebung hatte zuerst digitalfernsehen.de berichtet. Dem Branchenmagazin zufolge hat SES Astra den öffentlich-rechtlichen Sendern attraktive Sonderkonditionen angeboten, um weiterhin das SD-Signal zu versenden. Details nennt digitalfernsehen.de aber nicht. Ein Satellitentransponder soll im Normalfall etwa 5 bis 6 Millionen Euro pro Jahr kosten.

Das unabhängige Expertengremium KEF, das den Finanzbedarf der öffentlich-rechtlichen Sender berechnet und dazu auch eine Empfehlung für den monatlichen Rundfunkbeitrag abgibt, forderte das Ende der SD-Verbreitung per Satellit. Die Kosten will das Gremium ab 2021 in seinen Berechnungen daher nicht mehr anerkennen. Die öffentlich-rechtlichen Sender werden sie daher aus Rücklagen tragen, schreibt digitalfernsehen.de.

(dahe)