ARM-Alternative: Apple entwickelt RISC-V-Hardware

Einzelne Funktionen in Apples Prozessoren könnten künftig über RISC-V-Kerne statt ARM laufen. Dafür sucht die Firma jemanden mit Programmierkenntnissen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 38 Beiträge

(Bild: cherezoff / Shutterstock.com)

Von
  • Mark Mantel

Eine Stellenausschreibung bei Apple weist darauf hin, dass der Konzern an Prozessoren mit Rechenkernen forscht, die auf die quelloffene RISC-V-Architektur setzen. Dabei geht es offenbar speziell um einzelne Funktionsblöcke, etwa für KI-Aufgaben, die parallel zu den üblichen ARM-CPU-Kernen laufen.

Laut einer Stellenausschreibung sucht Apple jemanden mit Programmierkenntnissen für solche RISC-V-Hardware: "Sie arbeiten in einem funktionsübergreifenden Software- und Hardware-Team, das innovative RISC-V-Lösungen und hochmoderne Routinen implementiert. Dies dient der Unterstützung notwendiger Berechnungen für maschinelles Lernen, Bildverarbeitungsalgorithmen sowie Signal- und Videoverarbeitung. Sie treiben den Stand der Technik bei Low-Level-Berechnungen voran und entwickeln energieeffiziente und leistungsstarke Implementierungen durch enge Verzahnung von Software und Hardware."

Insbesondere auf Vektorerweiterung für hohe Gleitkomma-Rechenleistung hat es Apple abgesehen – ausgiebige Kenntnisse über ARMs Vektorbefehlssätze sind Grundvoraussetzung für die Stelle, etwa NEON oder Scalable Vector Extensions (SVE). Die zu besetzende Stelle ist intern Teil der "Vector and Numerics Group". Die RISC-V Foundation selbst entwirft die RISC-V Vector Extension (RVV), die andere Firmen dank des quelloffenen Charakters nach eigenem Belieben anpassen können. Das macht beispielsweise der RISC-V-Vorreiter SiFive mit dem X280-Design und der U8-Serie.

Als konkrete Anwendungsbeispiele für Berechnungen über RISC-V-Vektorerweiterungen nennt Apple 2D-Mehrschichtfaltung (2D Multi-Layered Convolution), Fast Fourier Transformation (FFT) und Diskrete Fourier-Transformation (DFT) für Audiocodecs, Spracherzeugung und Verschlüsselung.

Eine Abkehr von ARM ist derweil nicht zu erwarten. Mit der Integration von RISC-V stellt sich Apple jedoch breiter auf und macht sich nicht von einer einzelnen Drittfirma abhängig. Das könnte vor allem dann wichtig werden, sollten Kartellbehörden Nvidias ARM-Übernahme stattgeben.

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

(mma)