ARM-Macs booten bei Hardware-Defekt nicht mehr vom Backup

Gibt der verlötete Speicher in Macs mit Apple-Chip den Geist auf, hilft ein startfähiges Backup nicht länger weiter, warnt der Hersteller eines Backup-Tools.

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(Bild: Nanain/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Die neuen Macs mit Apple-Chip schicken startfähige Backups offenbar aufs Abstellgleis: Das Erstellen von bootfähigen Datensicherungen soll bei Macs mit Apple-Chip zwar bis auf weiteres möglich bleiben, ist aber nur noch eingeschränkt sinnvoll, wie der Hersteller des altgedienten macOS-Backup-Tools Carbon Copy Cloner (CCC) erläutert. Im Fall eines Hardware-Defektes, bei dem der integrierte Speicher versagt, lassen sich M1-Macs nämlich nicht mehr von einem startfähigen Backup booten.

Der Grund dafür liegt darin, dass Apple alle Boot-Vorgänge auf ARM-Macs stets lokal durchführt – zur Absicherung des Startvorgangs und zur Sicherstellung der Integrität des Betriebssystems. Startet man von einem externen Laufwerk, muss die darauf laufende Betriebssystemversion erst durch einen "authentifizierten Neustart mit dem Wiederherstellungs-OS (recoveryOS) personalisiert" werden, wie Apple in einem Support-Dokument erläutert.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich Macs mit Apple-Chip nicht mehr von externen Laufwerken booten lassen, wenn der "interne Speicherplatz gestorben ist", wie der CCC-Entwickler Mike Bombich ausführt – Apple habe das ihm gegenüber auch bestätigt. Das Anlegen bootfähiger Backups zur Absicherung für den Fall eines Hardware-Defektes könne man sich damit mit neuen Macs nun sparen.

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Das mit macOS 11 Big Sur von Apple eingeführte signierte Systemlaufwerk ("Signed System Volume") erschwert das Erstellen bootfähiger Backups bereits: Datensicherungs-Tools wie CCC nutzten verschiedene Workarounds, erst mit den jüngsten Versionen von macOS soll es zuverlässiger funktionieren. Man müsse für macOS 11 Apples Tool ASR (Apple Software Restore) verwenden, das immer noch nicht einwandfrei arbeite und Funktionen vermissen lässt, wie Bombich anmerkt – es sei etwa nicht möglich, das Betriebssystem zu kopieren und zugleich mehrere Backup-Versionen der Nutzerdaten aufzubewahren. Schon seit der Einführung von APFS arbeite Apple auf einen "Lockdown" des Dateisystems hin, so Bombich – der erhöhten Sicherheit werde etwas Komfort geopfert.

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Carbon Copy Cloner 6 rückt das Erstellen bootfähiger Backups deshalb in den Hintergrund und führt es nur noch als "veraltete" Option. Standardmäßig wird stattdessen eine "normale" Sicherung der Nutzerdaten angelegt, sie lässt sich später auf einem neuen oder neu aufgesetzten Mac wieder einspielen – ist aber nicht boot-fähig.

(lbe)