AWS Summit: Spezialrechner Snowcone für den Einsatz direkt vor Ort

Auf der diesjährigen Online-Messe präsentierte AWS einen kleinen Spezialrechner. Auch im hauseigenen Chips-Geschäft tut sich einiges.

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(Bild: Shutterstock/Milos Milosevic)

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In normalen Zeiten präsentiert Amazon Web Services (AWS) Neuigkeiten auf den kostenfreien AWS Summits. Die diesjährige deutsche Veranstaltung war Corona-bedingt in den AWS Summit Online verwandelt und am 17. Juni durchgeführt worden. Die Kunden konnten sich hier neue Informationen zu den häufigen Updates rund um das AWS-Portfolio abholen und in Deep Dive Sessions kostenfreie Trainings erhalten. Im vergangenen Jahr hatten 6000 Besucher in Berlin diese Gelegenheit wahrgenommen. Dieses Jahr konnten die Teilnehmer weltweit auf die Keynote von CTO Werner Vogels sowie 55 Breakout Sessions in 11 Vortragsreihen zugreifen. Die Beiträge sind noch drei Monate abrufbar.

Neu im Portfolio ist Snowcone, der kleine Bruder von Snowball. Snowcone ist ein Spezialrechner ("Edge Computing Device") zum Verarbeiten und Transportieren von Daten direkt am Einsatzort, ausgestattet mit 2 CPUs, 4 GByte RAM, 8 TByte Speicher und Stromversorgung via USB-C. Mit einer Größe von 23 cm x 15 cm x 8 cm und einem Gewicht von 2,1 Kg eignet sich Snowcone laut AWS sogar für den Transport via Drohne.

Snowcone: Kleiner Spezialrechner für vielfältige Einsätze.

(Bild: AWS)

Typische Einsatzszenarien sieht der Hersteller unter extremen Umgebungsbedingungen und an Standorten, die keinen Netzzugriff haben. Dazu zählen Ölbohrplattformen, Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst, Krankenhäuser, aber auch Militäroperationen. Snowcone kann dank IoT Greengrass direkt Docker Container, AWS-Lambda-Funktionen sowie virtuelle Maschinen als Amazon-EC2-Instanzen ausführen. Dadurch ergeben sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten als Hub in einer IoT-Umgebung, als Sammelpunkt für Daten oder als sehr leichtgewichtige Analysemaschine. Die im Snowcone gespeicherten Daten sind mit "military grade" 256-bit-Schlüsseln kryptografisch geschützt. Kunden können dies mittels AWS Key Management Service verwalten.

Constantin Gonzalez, Principal Solutions Architect, betonte die vielfältigen, auch zivilen Einsatzmöglichkeiten: "Inzwischen haben sich in der Filmindustrie rein virtuelle Studios etabliert, die die komplette Post Production in die Cloud verlagern. Mit AWS Snowcone können die Daten direkt am Drehort erfasst und vorverarbeitet werden".

In Sachen Hardware tut sich ebenfalls einiges beim Cloud-Pionier. Auch hier ist ein Trend zu günstigeren CPUs als Alternative zu den Chips von Intel und AMD zu sehen. Nachdem Amazon 2015 den israelischen Chiphersteller Annapurna Labs aufgekauft hat, ist man in die CPU-Entwicklung eingestiegen. Auf einem ARM-basierten Design aufsetzend, hat AWS inzwischen mehrere CPUs und Spezialchips herausgebracht. Die neueste Generation, der AWS Graviton2 wurde im Dezember 2019 angekündigt. Er ist über entsprechenden EC2-Instanzen der Familien M6g, C6g und R6g buchbar. AWS gibt an, dass Kunden beim Einsatz von Instanzen auf Basis der Graviton2-CPUs von einem bis zu 40 Prozent besserem Preis/Leistungsverhältnis gegenüber CPUs auf x86-Basis ausgehen können.

Ob die Hausmesse AWS re:Invent dieses Jahr regulär stattfindet, steht noch in den Sternen. Bislang ist sie vom 30. November bis zum 4. Dezember in Las Vegas geplant.

(jd)