Abgas-Betrug: VW-Zulieferer IAV muss Bußgeld zahlen

Den Zulieferer IAV kommt seine Mitwirkung am Abgas-Betrug von Volkswagen teuer zu stehen. Ein Gericht verhängte ein Bußgeld von 10 Millionen Euro.

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IAV entwickelt unter anderem Katalysatoren für die Automobilindustrie.

(Bild: IAV)

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  • dpa

In der Aufarbeitung des Betrugs bei der Abgasnachbehandlung hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld von zehn Millionen Euro gegen den Zulieferer IAV verhängt. Das Berliner Unternehmen akzeptiere den Bescheid und bekenne sich damit erneut zu seiner Rolle in der Dieselthematik, teilte IAV am Freitag mit. Die Braunschweiger Ermittler hatten zuvor bekannt gegeben, dass Ingenieure an der Entstehung, Nutzung und Weiterentwicklung der unzulässigen Abschalteinrichtung mitgewirkt hätten.

Der Staatsanwaltschaft zufolge haben die Entwickler so den Verantwortlichen bei Volkswagen bei Straftaten geholfen. Die Geschäftsführung hätte dies durch „geeignete Organisation und Aufsicht“ verhindern müssen. Das Bußgeld besteht aus zwei Millionen Euro für den eigentlichen Verstoß, acht Millionen Euro gelten als sogenannte Abschöpfung des erzielten wirtschaftlichen Vorteils. Die Entscheidung ist nach Angaben der Justizbehörde bereits rechtskräftig. Das Geld soll in den niedersächsischen Haushalt fließen.

IAV ist ein Entwicklungsdienstleister für die Automobilindustrie. Das Unternehmen hat rund 8000 Mitarbeiter und Standorte in Europa, Asien und Amerika. Der Jahresumsatz lag 2019 bei rund einer Milliarde Euro. Aktuelle Schwerpunkte liegen im Bereich der Elektromobilität und dem autonomen Fahren.

Chronologie des Abgas-Skandals (75 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
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(mfz)