Abgas-Skandal für Rechtsschutz bisher teuerster Schadenfall, sagt GDV

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bilanziert mittlerweile Prozesskosten von 1,4 Milliarden Euro brutto durch den Abgasbetrug.

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(Bild: ddisq/Shutterstock.com)

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  • Florian Pillau

Sie steigen weiter und noch ist kein Ende abzusehen: Prozesskosten von 1,4 Milliarden Euro machen den Abgasbetrug zum teuersten Schadenfall aller Zeiten für die deutschen Rechtsschutzversicherer. Seit Bekanntwerden des Betrugs 2015 bis Ende Mai 2022 haben laut Verband 407.000 Autobesitzer den Klageweg beschritten, bei dem sie Klagen oder außergerichtliche Forderungen gegen Autohersteller über ihre Rechtsschutzversicherungen einreichten. Das gab der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag in Berlin bekannt.

Seit Bekanntwerden des Betrugs 2015 bis Ende Mai 2022 haben laut Verband 407.000 Autobesitzer geklagt.

(Bild: GDV)

Die Kosten setzen sich zusammen aus Aufwendungen für Anwälte, Gutachter und Verfahren. Entschädigungen und Rückflüsse nach gewonnenen Verfahren an die Rechtsschutzversicherer sind darin nicht berücksichtigt. Den Gesamtstreitwert aller über die Rechtsschutzversicherer abgewickelten Rechtsschutzfälle im Zusammenhang mit dem Abgasbetrug liege zurzeit bei 10,5 Milliarden Euro, entsprechend einem durchschnittlichen Streitwert pro Fall von fast 26.000 Euro.

Die Versicherer weisen darauf hin, dass durch das Massenaufkommen von Fällen die Anwaltsgebühren ungerechtfertigt hoch lägen. In Deutschland waren Massenverfahren dieses Ausmaßes nicht vorgesehen. Weil dadurch manche Kanzleien bis zu Tausende Autobesitzer vertreten hätten, sprach der GDV von "industrieller Rechtsdienstleistung" mit hohen Gewinnspannen.

Der GDV sagt dazu: "Die Effizienzgewinne von solchen Massenbearbeitungen müssen an die Mandanten weitergegeben werden – und somit zu einer Minderung der Anwaltsgebühren, sowohl außergerichtlich als auch im gerichtlichen Verfahren, führen".

Chronologie des Abgas-Skandals (78 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
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(fpi)