Activision Blizzard: QA-Mitarbeiter gründen Gewerkschaft

Es ist die erste Gewerkschaft bei einem größeren US-Publisher: Mitglieder der Qualitätssicherung bei Activision-Tochter Raven Software schließen sich zusammen.

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(Bild: Casimiro PT/Shutterstock.com)

Von
  • Daniel Herbig

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Qualitätssicherung des Activision-Studios Raven Software haben sich zu einer Gewerkschaft zusammengeschlossen. In der Nacht zum Dienstag stimmen 19 Personen dafür und drei dagegen. Die "Game Workers Alliance" ist die erste Gewerkschaft bei einem größeren Spiele-Publisher in den USA.

Vorausgegangen war ein monatelanger Kampf mit der Geschäftsführung von Activision Blizzard, die die Gewerkschaftsgründung verhindern wollte. Unter anderem versprach Activision Blizzard im April 1100 leiharbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Qualitätssicherung eine Festanstellung und erhöhte ihr Gehalt. Die Angestellten in der Qualitätssicherung von Raven Software sind von der Gehaltserhöhung ausgenommen, Activision Blizzard begründete das mit rechtlichen Gründen.

Nun müssen die Gewerkschaftsmitglieder der Game Workers Alliance einen eigenen Vertrag mit dem US-Unternehmen aushandeln. Activision Blizzard hatte sich zuvor geweigert, die Gewerkschaft bei Raven Software anzuerkennen. Einem Bericht von Bloomberg zufolge drohte Activision Blizzard in einem internen Schreiben außerdem mit negativen Konsequenzen: "Eine Gewerkschaft bei Raven Software könnte die Arbeitsweise beim Studio fundamental verändern und große negative Auswirkungen auf das Studio und einzelne Angestellte haben", zitiert Bloomberg aus dem Schreiben.

Wiederholt soll Activision Blizzard überdies darauf hingewiesen haben, dass sich die Verhandlungen um einen ersten Vertrag in die Länge ziehen könnten. "Eine wichtige Entscheidung, die das gesamte Studio Raven Software mit etwa 350 Personen betrifft, sollte nicht von 19 Personen getroffen werden", teilt Activision Blizzard nun in einem Statement mit.

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Activision Blizzard steht weiterhin wegen eines Sexismus-Skandals unter Druck: Bei der Blizzard-Abteilung des Unternehmens sollen jahrelang weibliche Angestellte diskriminiert, belästigt und benachteiligt worden sein. Belastet ist auch Unternehmenschef Bobby Kotick, der Anschuldigungen verschwiegen haben soll. Zudem steht das Unternehmen vor einer möglichen Rekord-Übernahme durch Microsoft, das 69 Milliarden US-Dollar für die Spielefirma zahlen möchte. Die geplante Übernahme wird derzeit von der US-Behörde FTC geprüft.

(dahe)