Admin gibt Anonymous Zugriff auf Attila Hildmanns Verschwörungsplattformen

Anonymous "hackt" die Online-Plattformen von Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann und kündigte die Auswertung von 100.000 internen E-Mails an.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 821 Beiträge

(Bild: bluesroad/Shutterstock.com)

Von
  • Alexander Königstein

Ein vertrauter Administrator des Verschwörungstheoretikers Attila Hildmann soll den Zugriff auf die Domains an das Hacking-Kollektiv Anonymous übergeben haben. Sie haben nach eigenen Angaben Zugriff auf E-Mails, Kontakten, Telegram-Kanäle und Social-Media-Accounts.

Das lose Kollektiv befasst sich seit Juni 2020 mit der "Operation Tinfoil" (Operation Alufolie) und legt sich mit Verschwörungstheoretikern an. Hildmanns Administrator hat dem Kollektiv umfangreichen Zugriff gewährt, wie AnonLeaks berichtete. Als Beweis änderten sie seine Webseiten inklusive Online-Shop, die Videoplattform WTube, seine Telegram-Kanäle und verbreiteten ein typisches Anonymous-Video.

Anonymous kaperte unter anderem die Domain "attilahildmann.de"

(Bild: Screenshot)

Bereits am 18. August 2021 soll sich der Administrator an Anonymous gewandt und Zugriff auf die Infrastruktur des Kochbuchautors gegeben haben.

Nach der Übernahme der Domains bekam Anonymous auch Zugriff auf 100.000 E-Mails. Sie kündigten eine umfangreiche Auswertung der E-Mails an. Sie teilten mit, dass sie auch wüssten, wer Hildmann vor einem Haftbefehl warnte, woraufhin sich dieser frühzeitig in die Türkei absetzen konnte. Ihm wird Volksverhetzung, Beleidigung, Bedrohung und öffentliche Aufforderung zu Straftaten vorgeworfen.

Auf seinen Telegram-Accounts verbreitete Hildmann rechtsextremistische und verschwörungsideologische Äußerungen, verfasste Sprachnachrichten und teilt immer wieder Verschwörungstheorien anderer Kanäle. Durch Bots verteilte er die Meldungen in dutzende Kanäle.

Telegram selbst beschränkt bereits seit Juni 2021 die Zugänge zu Hildmanns Telegram-Kanälen in der Android und iOS-App. Seine strafbaren Inhalte könnten sonst dafür sorgen, dass Apple oder Google die Telegram-App aus ihren App-Stores entfernt. Anonymous hatte sich dieses Jahr bereits die Website kenfm.de vorgenommen.

(ako)