Ärger um Notiz-App: Notability rudert bei Abo-Modell zurück

Das Tool wird unter iOS und macOS künftig vermietet. Bereits gekaufte Features müsste man dann erneut kaufen. Nach Beschwerden soll sich das nun ändern.

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(Bild: Entwickler)

Von
  • Ben Schwan

Nutzer der beliebten Notiz-App Notability für iPhone, iPad und Mac müssen künftig ein Abonnement abschließen, um die Premium-Funktionen der Software nutzen zu können. Das umgebaute Geschäftsmodell wurde Anfang der Woche vorgestellt – zum Ärger langjähriger Nutzer der Anwendung. Statt einem Einmalkauf zu knapp 9 Euro plus eventueller In-App-Einkäufe wird es künftig eine "Freemium"-Vermarktung geben, bei der die App für 15 Euro im Jahr vermietet wird, um die "volle Notability-Erfahrung" zu erhalten. Dies beginnt mit der aktuellen Version 11.0.

Das Problem: Die Notability-Macher von Ginger Labs planten zunächst, auch Funktionen in das Abo-Modell zu übernehmen, für die Nutzer zuvor bezahlt hatten. Zentrale Features, die Nutzer per In-App-Einkauf zuvor erworben hatten, sollten so ein Jahr nach dem Umstieg auf die Freemium-Vermarktung abgeschaltet werden. Das sollte unter anderem für die Handschrifterkennung und die Umwandlung mathematischer Berechnungen gelten. Auch zusätzliche Notizbücher und Sticker, die Nutzer ebenfalls per In-App-Einkauf erwerben konnten, sollten dann nur noch für Abo-Kunden angeboten werden.

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Daraufhin gab es auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken viel Kritik. Unter anderem bekam Ginger Labs zu hören, dass man mit der Änderung vermutlich gegen Apples App-Store-Regeln verstößt. Darin heißt es tatsächlich, dass Apps, die ihr Geschäftsmodell auf ein Abo umstellen, nicht einfach Funktionen wegnehmen dürfen, die bereits verkauft wurden.

Hierfür gibt es auch diverse Positivbeispiele. So hat die populäre Kamera-App Halide den Umzug in die Abo-Welt vollzogen, indem eine komplett neue App vorgestellt wurde ("Halide Mark II"). Diese wiederum bietet Nutzern, die die App einst kauften, alle neuen Funktionen und kostenlose Updates für immerhin ein Jahr.

Mittlerweile scheint auch den Notability-Machern aufgefallen zu sein, dass ihre neuen Pläne so nicht funktionieren. In einem Blog-Posting heißt es nun, man werde in einem Update 11.0.2 die Änderungen teilweise für existierende Kunden zurücknehmen. "Wir wollen unseren Kurs korrigieren." Entsprechend werden – auch ohne Eingriff von Apples App Review – künftig Bezahler der Freischaltung der App samt In-App-Käufern diese Funktionen weiter bereitgestellt. Dazu gehören iCloud-Synchronisation, uneingeschränktes Editieren und einzeln erworbene Features. Man plane auch, "je nach Komplexität" neue Funktionen für bestehende Kunden bereitzustellen. "Wir entschuldigen uns sehr dafür, unsere aktuellen Nutzer in diese Position gebracht zu haben." (bsc)