Affiliate-Partner: Browser Brave sendet bei bestimmten Seiten ID mit

Besucht man mit dem Browser Brave bestimmte Seiten, schickt das Unternehmen eine ID mit – und verdient dabei Geld.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 64 Beiträge

Screenshot der Seite Binance.us mit Refferal im Browser Brave.

Von
  • Eva-Maria Weiß

Brave unterhält Partnerschaften mit bestimmten Kryptounternehmen, die bei manchen Nutzern für Unmut sorgen. Besucht man bestimmte Seiten, schickt der Browser automatisch eine ID mit – und bekommt dafür Geld. Der CEO, Brendan Eich, erklärt bei Twitter, dass es sich um Affiliate-Partner handelt und rechtfertigt die Vorgehensweise zunächst. Nach einiger Nutzer-Kritik folgten weitere Statements, in denen Eich dann aber erklärt, es sei ein Fehler gewesen.

Einem Nutzer war aufgefallen, dass beim Besuch der Bitcoin-Börse "binance.us" eine Weiterleitung an "binance.us/en?ref=35089877 stattfindet. Brave hat hier also einen Referral-Link hinterlegt, der den Browser identifiziert.

Daraufhin schauten sich weitere Nutzer Braves GitHub-Seite an und fanden Weiterleitungen auch zu den Seiten der Hardware-Wallets Ledger und Trezor sowie der Krypto-Handelsplattform Coinbase, berichtet das Portal Decrypt. Die Entdeckungen veröffentlichten sie bei Twitter. Dort schreibt Eich in einer Entschuldigung auch, dass sie "nie wieder eingegebene Domains überarbeiten" werden.

Brave blockiert standardmäßig Werbung und Tracker, der Browser hat sich Datenschutz und Privatsphäre groß auf die Fahne geschrieben. Dafür gibt es die Option, Anzeigen zuzulassen, bei denen das Nutzungsverhalten nicht verfolgt wird. Brave selbst, Nutzer und der Seitenbetreiber bekommen dann anteilig Einnahmen.

Die nun aufgefallene Weiterleitung beziehungsweise automatische Vervollständigung der URL habe laut Eich keine Nutzerdaten an die Partner gegeben, durch sie sei ausschließlich Brave zu identifizieren. Es sei ein Weg, Geld zu verdienen. Zudem argumentiert Eich, sei es nie ein Geheimnis gewesen, denn der Code sei ja einsehbar. Beschwerden von Nutzern richten sich dennoch gegen das Verschweigen der Praxis und vor allem gegen das fehlende Einholen der Zustimmung.

(emw)