Agentur für Sprunginnovationen: Erstes Projekt entwickelt Höhenwindanlagen

Die Bundesagentur für Sprunginnovationen hat nun einen Aufsichtsrat, dem mit Susanne Klatten die reichste Frau Deutschlands angehört, sowie eine erste Tochter.

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Horst Bendix konstruiert eine Höhenwindanlage.

(Bild: sprind.org)

Von
  • Stefan Krempl

Hoch hinaus zielt die Ende 2019 gegründete Bundesagentur für Sprunginnovationen (SprinD) mit ihrer am Dienstag in der ersten Aufsichtsratssitzung in Leipzig beschlossenen ersten Projektgesellschaft. Sie soll Höhenwindanlagen entwickeln auf Basis einer Idee des früheren Hochschullehrers Horst Bendix. Der Rotor soll sich dabei in Höhen zwischen 200 und 300 Metern in den unteren troposphärischen Schichten bewegen, um die bodennahen Turbulenzen weit unter sich lassen.

Die Idee hat schon einige Jahre auf dem Buckel, nun soll sie aber in Schwung kommen. Der am Boden liegende Generator des "Bendix-Windrads" könne stärkere Winde voll nutzen, ohne überlastet zu werden, begründete SprinD-Direktor Rafael Laguna de la Vera die Wahl des Projekts. Bisher leide die Leistungsfähigkeit konventioneller Windkraftanlagen unter Produktionsproblemen. Höhenwindanlagen seien dagegen "nicht nur technisch hochinnovativ, sondern auch volkswirtschaftlich erfreulich", betonte Laguna de la Vera. Die gleichzeitige Reduktion der Fertigungskosten senke auch die Kosten pro erzeugter Megawattstunde massiv.

Weitere Innovationsvorhaben befinden sich derzeit in der Validierungsphase. Bislang wurden knapp 300 Projektvorschläge eingereicht, die derzeit von einem Expertengremium geprüft werden. Vorbild der Innovationsagentur ist die US-Behörde DARPA, die erste Teile des Internets finanzierte.

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Gleichzeitig wählte der neu bestimmte Aufsichtsrat Peter Leibinger zum Vorsitzenden. Der 53-Jährige ist CTO des schwäbischen Werkzeugmaschinenbauers Trumpf. "Die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung, angewandter Wissenschaft und innovativen Unternehmen sollte in Deutschland stärker ausgebaut werden", forderte er. Entstehen werde ein "Treffpunkt für die herausragenden Köpfe in unserem Land, die die Zukunft nicht nur erdenken", sondern als Wissenschaftler auch unternehmerisch mitgestalten wollten, konstatierte Leibingers frisch gekürte Vertreterin im SprinD-Aufsichtsrat Birgitta Wolff, Präsidentin der Frankfurter Goethe-Universität.

Der Aufsichtsrat hat insgesamt zehn Mitglieder. Mit an Bord ist mit Susanne Klatten von der Holdinggesellschaft SKion auch die die reichste Frau Deutschlands aus der Quandt-Dynastie. Sie gehört zu den BMW-Großaktionären. Aus der Wirtschaft ist zudem mit Maximilian Viessmann der Chef der Viessmann Werke dabei. Die Wissenschaft vertritt der Direktor des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb, Dietmar Harhoff.

Stark vertreten ist im Kontrollgremium der Agentur, dessen alleinige Gesellschafterin der Bund ist, zudem die Politik in Form der Staatssekretäre Wolf-Dieter Lukas und Ulrich Nußbaum aus dem Forschungs- und dem Wirtschaftsministerium. Das Finanzressort vertritt Kristina Klas. Aus dem Bundestag stoßen die Ex-SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi und Ronja Kemmer (CDU) dazu, die Obfrau in der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz ist.

(anw)