Agri-Gaia soll Künstliche Intelligenz auf den Acker bringen

Der Bund fördert das KI-Projekt Agri-Gaia mit fast 12 Millionen Euro. Ziel ist ein KI-Ökosystem für Bauern samt "smarter Milchkanne".

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(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von
  • Stefan Krempl

Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft soll die Potenziale Künstlicher Intelligenz (KI) heben. Dafür unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) das Projekt Agri-Gaia mit 11,75 Millionen Euro. Agri-Gaia soll ein KI-Ökosystem rund um den Bauernhof auf Basis des europäischen Cloud-Projekts Gaia X werden.

Mit KI können beispielsweise Boden und Pflanzen präziser bewirtschaftet werden. Damit möchte das BMWi Effizienz steigern, die Umwelt schonen und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Landtechnikhersteller verbessern. Geleitet wird Agri-Gaia vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Agri-Gaia strebt herstellerübergreifende Zusammenarbeit von Bauern, Maschinenherstellern und Dienstleistern bis hin zur Lebensmittelwirtschaft an.

Dazu gehört das "sichere und vertrauenswürdige Teilen von Daten". Landwirte sollen unmittelbar davon profitieren, indem sie etwa eigene Daten kommerzialisieren können, ohne dabei die Hoheit darüber zu verlieren. Es gibt Warnungen vor dem "gläsernen Bauern" und der zunehmenden Macht der Agrarkonzerne. Zu den Projektpartnern zählen unter anderen das Agrotech Valley Forum, Bosch, Claas, die Hochschule und die Universität Osnabrück, die Maschinenfabrik Bernard Krone und Wernsing Feinkost.

Die parallel vorangetriebene Gaia-X-Cloud erfüllt laut dem BMWi "in idealer Weise die Anforderungen der Branche" rund um dezentrale Datenservices. Neun weitere Forschungsprojekte und über 20 Firmen wollen demnach auf der künftigen offenen Infrastruktur aufsetzen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erhofft sich von Agri-Gaia nun "wichtige Ausgangspunkte für die Schaffung einer wettbewerbsfähigen, souveränen Datenwirtschaft im Agrarbereich". Der Bundestag hatte 2019 eine Datendrehscheibe für Agrarbetriebe in Form einer staatlich initiierten "Masterplattform" gefordert.

(ds)