Air Lab: mobiler LuftqualitÀtsmesser mit E-Paper-Display

Ein kompaktes LuftqualitĂ€tsmessgerĂ€t, das hochwertige Sensoren und eine spaßige GUI kombiniert. Es macht sich super am Rucksack und im Smarthome.

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(Bild: Networked Artifacts)

Lesezeit: 5 Min.
Inhaltsverzeichnis

Das Air Lab ist ein tragbares MessgerĂ€t zur Überwachung der LuftqualitĂ€t, das CO₂-Konzentration, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, flĂŒchtige organische Verbindungen (VOC), Stickoxide (NOx) und den Luftdruck erfasst. Mit seinen kompakten Abmessungen von 155 × 65 × 10 mm und einem Gewicht von 110 Gramm lĂ€sst sich das GerĂ€t problemlos ĂŒberallhin mitnehmen oder an der Wand montieren.

Entwickelung und Endmontage des Air Labs erfolgt in der durch das Schweizer Startup Networked Artifacts. Das Air Lab wird ĂŒber die Crowdfunding-Plattform Crowd Supply fĂŒr 249 US-Dollar angeboten. Die finale Montage erfolgt in der Werkstatt von Networked Artifacts in ZĂŒrich, bevor die GerĂ€te ĂŒber Crowd Supplys Partner Mouser Electronics weltweit verschickt werden. Aktuelle Bestellungen sollen ab dem 9. Dezember 2025 ausgeliefert werden.

(Bild: Networked Artifacts)

Das GehĂ€use besteht aus schwarz eloxiertem Aluminium mit integriertem Standfuß und kann an der Wand montiert oder auf den Schreibtisch gestellt werden.

Im Herzen des Air Lab arbeitet ein ESP32-S3-Mikrocontroller mit 16 MB Flash-Speicher und 8 MB PSRAM. Die Wahl des weitverbreiteten ESP32 ist bewusst getroffen: Die Entwickler von Networked Artifacts wollten die Programmierung so einfach wie möglich gestalten und von der großen Community profitieren.

FĂŒr die LuftqualitĂ€tsmessung kommen drei prĂ€zise Sensoren zum Einsatz:

  • SCD41: Erfasst CO₂-Konzentration, Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit
  • SGP41: Misst flĂŒchtige organische Verbindungen (VOC) und Stickoxide (NOx)
  • LPS22: AtmosphĂ€rischer Drucksensor

(Bild: Networked Artifacts)

Die Sensoren sind strategisch am oberen Rand hinter dem Logo auf der Vorderseite platziert, isoliert vom Rest der Platine, um TemperatureinflĂŒsse durch andere Komponenten zu minimieren.

ErgĂ€nzt wird die Hardware durch einen BQ32000-Echtzeituhr-Chip, einen FXLS8974CF-Beschleunigungssensor zur Lageerkennung und einen BQ25601-Batterieladeregler. Das 2,9-Zoll-E-Paper-Display mit 296 × 128 Pixeln zeigt die Messdaten energiesparend an und unterstĂŒtzt partielle Updates fĂŒr einfache Animationen.

Bemerkenswert ist die durchdachte BenutzeroberflĂ€che. Eine kapazitive Touchleiste mit sieben BerĂŒhrungspunkten, gesteuert von einem CY8CMBR3108-Controller, ergĂ€nzt sechs taktile Tasten. Die Latenz des E-Paper-Displays wird durch die Touchleiste geschickt kaschiert.

Die Hauptansicht zeigt Professor Robin in seinem Labor. Diese fĂŒhrt Nutzer durch das GerĂ€t und gibt gelegentlich Kommentare zur aktuellen LuftqualitĂ€t ab. Die Bedienung erfolgt intuitiv: Mit den Pfeiltasten können aktuelle Sensorwerte durchgeblĂ€ttert werden, wĂ€hrend das GerĂ€temenĂŒ ĂŒber den Computer im Zentrum des Bildschirms erreichbar ist.

Ausprobieren kann man das GerĂ€t interaktiv im Browser: Hier lĂ€uft ein Firmware-Simulator, der es ermöglicht, die BenutzeroberflĂ€che zu testen, ohne das physische GerĂ€t zu besitzen. Auch nutzbar fĂŒr die Firmware-Entwicklung.

(Bild: Networked Artifacts)

Das Air Lab kann Mehrtages-Messungen durchfĂŒhren und alle Daten auf dem GerĂ€t speichern – ideal fĂŒr prĂ€zise LuftqualitĂ€tsmessungen zu Hause, im BĂŒro oder unterwegs. Im flĂŒchtigen Speicher finden bis zu 6 Stunden Daten Platz, der dauerhafte 8-MB-Speicher reicht fĂŒr etwa 90 Tage.

Der PrĂ€zisionsmodus erlaubt die detaillierte Analyse gespeicherter Daten direkt auf dem GerĂ€t. Nutzer können durch alle erfassten Messwerte scrollen und sich Zeit sowie Sensorwert an der Cursor-Position anzeigen lassen. Alle Messungen lassen sich als CSV-Dateien exportieren – einfach per USB-C als Flash-Laufwerk verbinden.

FĂŒr Maker besonders interessant sind die Erweiterungsmöglichkeiten: An der RĂŒckseite befinden sich ein Debug-Port fĂŒr Standard-ESP32-Programmer, sowie ein Erweiterungsport mit IÂČC-Bus, Systemspannungen und zwei freien GPIO-Pins. So können zusĂ€tzliche Sensoren wie der Sensirion SEN55 Feinstaub-Sensor angeschlossen werden, ohne das GerĂ€t öffnen zu mĂŒssen.

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Die Firmware wird unter Open-Source-Lizenz auf GitHub veröffentlicht. Entwickler können sie nach Belieben anpassen oder mit der umfangreichen Board-Support-Bibliothek fĂŒr esp-idf eigene Firmware schreiben. Networked Artifacts plant weiterhin, die Hardware unter MIT- oder Apache-Lizenz zu veröffentlichen.

Der integrierte 1500-mAh-LiPo-Akku ermöglicht im Passivmodus eine Laufzeit von etwa 21 Tagen bei 3 mA Stromaufnahme, im Aufnahmemodus rund 7,5 Tage bei 8 mA. Das Laden erfolgt ĂŒber USB-C. Im hochkant aufgestellten Zustand wechselt das Display automatisch in ein Hochformat-Layout.

Das Air Lab unterstĂŒtzt Wi-Fi und Bluetooth LE fĂŒr die Integration in bestehende Smart-Home-Systeme. Über einen MQTT-Client können Echtzeit-LuftqualitĂ€tsdaten an Home Assistant oder andere Systeme gesendet werden. Die Konfiguration erfolgt komfortabel ĂŒber das browserbasierte Air Lab Studio.

Das GerĂ€t unterstĂŒtzt mehrere Sprachen, darunter Englisch, Deutsch und Spanisch. Ein Alarm-Modus kann aktiviert werden, um bei hohen CO₂-Werten per LED oder Buzzer zu warnen.

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Mit dem Air Lab haben die Entwickler von Networked Artifacts ein durchdachtes GerĂ€t geschaffen, das professionelle LuftqualitĂ€tsmessung mit Maker-freundlicher Offenheit verbindet. Die Kombination aus hochwertigen Sensoren, intuitivem E-Paper-Interface und umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten macht das GerĂ€t sowohl fĂŒr Einsteiger als auch fĂŒr fortgeschrittene Maker interessant. Die vollstĂ€ndig offene Hard- und Software ermöglicht unzĂ€hlige Anpassungen und Experimente – ganz im Sinne der Maker-Community. Das GerĂ€t ist nicht billig, aber eine gute Investition, wenn man es genau wissen und flexibel bleiben möchte.

(caw)