AirDrop: 10-Minuten-Limit auf dem iPhone gilt ab iOS 16.2 weltweit

Apple hatte zunächst in China den freien Empfang von AirDrop-Datenübertragungen auf dem iPhone zeitlich begrenzt. Jetzt wird die Beschränkung ausgeweitet.

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 32 Beiträge

(Bild: Apple)

Mit dem kommenden Update des iPhone-Betriebssystems, iOS 16.2 begrenzt Apple den freien Empfang von AirDrop-Datenübertragungen weltweit auf 10 Minuten. Bislang war die Option unbegrenzt einstellbar. Das neue Limit war zuvor bereits in iOS 16.1.1 in China eingeführt worden und stieß auf Kritik: Laut Berichten habe Apple damit ein Ansinnen aus chinesischen Regierungskreisen umgesetzt, die damit die Protestbewegung in China ausbremsen will. Apple hingegen gab an, damit Spam-Zusendungen in belebten Bereichen zu verhindern.

Bislang ist es so, dass Nutzer in den Einstellungen von AirDrop drei Möglichkeiten haben: Sie können den Empfang von anderen Geräten ganz abschalten, diesen auf Geräte beschränken, die in den Kontakten des iPhones stehen, oder für alle öffnen. Wenn der Empfang für alle geöffnet ist, erscheint das eigene iPhone automatisch auf anderen Apple-Geräten im Nahbereich und kann dort für AirDrop-Übertragungen ausgewählt werden. Statt der Option "Für jeden" steht in den Einstellungen ab iOS 16.2 eine neue Option, dass der Empfang nur für 10 Minuten für jeden geöffnet ist. iOS 16.2 soll noch in diesem Monat erscheinen.

Die Beschränkung auf 10 Minuten hatte Apple ohne Mitteilung in iOS 16.1.1 vorgenommen. In China setzt die Pro-Demokratie-Bewegung auf AirDrop, um Poster und andere Dateien unter Umgehung der staatlichen Zensurbehörden auszutauschen. Die Begrenzung auf 10 Minuten schränkt diese Möglichkeit deutlich ein.

In westlichen Ländern ist AirDrop allerdings auch umstritten. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Fälle bekannt, wo zumeist Männer in Situationen, in denen viele Menschen auf engem Raum zusammensitzen – etwa im Flugzeug oder in Bahnen – Frauen per AirDrop anzügliche Bilder von sich zuschickten und damit sexuell belästigten. In einem anderen Fall verschickte jemand an Bord eines Flugzeugs Fotos an Mitreisende, die eine Sprengstoffweste zeigten. Dies führte zur Evakuierung des Flugzeugs. Kritiker sind deshalb nicht grundsätzlich gegen das Zeitlimit, hätten es jedoch besser gefunden, wenn Apple diese Option zusätzlich angeboten hätte.

Mit der Änderung steht die Einstellung für AirDrop standardmäßig auf "Nur für Kontakte". Wer für zehn Minuten alle zulässt, kehrt automatisch nach Ablauf der Zeit zu dieser Einstellung zurück.

AirDrop funktioniert mit einer Kombination aus Bluetooth und WLAN. Während die Verbindung im Nahfunk per Bluetooth aufgebaut wird, kommt für die eigentliche Datenübertragung in vielen Fällen WLAN zum Einsatz. Dafür wird eine Peer-to-Peer-Verbindung aufgebaut oder ein Netzwerk genutzt, in das beide Geräte eingeloggt sind. Verbindungen sind mit bis zu 15 Megabit pro Sekunde möglich. Die Funktion erfordert, wenn in den Einstellungen alle anderen Geräte als Sender zugelassen werden, keinen vorherigen Austausch von Kontaktdaten.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

(mki)