AirTags bringen Objekte in Apples "Wo ist?"-Netzwerk

Mit Apples Airtag sollen sich bald verlorene Dinge wie ein Schlüsselbund orten lassen. Dabei hilft auch das riesige Netzwerk aus iPhones.

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Von
  • Leo Becker

Apple hat einen hauseigenen Objekt-Tracker vorgestellt: Der etwa münzgroße "AirTag" lässt sich etwa am Schlüsselbund oder einer Tasche anbringen und kann so dabei helfen, die Gegenstände jederzeit aufzufinden – auch falls sie etwa unterwegs verloren gehen sollten.

Die AirTags funken mit Bluetooth sowie Ultrabreitband (UWB) und lassen sich für eine persönlichere Gestaltung gravieren, auch mit Emojis, wie Apple betonte.

Die AirTags sind in Apples "Wo ist?"-Netzwerk eingebunden und sollen sich entsprechend über die "Wo ist?"-App finden lassen, die auf iPhones und iPads vorinstalliert ist. Wird ein AirTag verloren, sendet er über Bluetooth ein Signal aus, auf das praktisch alle iPhones und iPads standardmäßig horchen. Das Netzwerk umfasst nach Angabe des Herstellers inzwischen knapp 1 Milliarde Geräte.

Wird ein Tracker von einem fremden iPhone gesichtet, übermittelt das Gerät seinen Standort an Apples Server, der Besitzer des AirTag kann den Ort dann über die "Wo ist"-App abrufen und so im Idealfall das verlorene Objekt wieder finden. Per Ultrabreitband soll eine genaue Lokalisierung vor Ort möglich werden – von neueren iPhones mit U1-Chip aus.

Apples Netzwerk setzt auf ein Public-Key-Verschlüsselungsverfahren und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, damit nur der AirTag-Besitzer den abgerufenen Standort einsehen kann – nicht aber Apple oder der (unbewusste) Finder. Forschende der TU Darmstadt erklärten jüngst, Apples Design des Protokolls erfülle die gesteckten Datenschutzziele. Eine Schwachstelle in der Mac-App hat das Unternehmen im vergangenen Jahr ausgeräumt.

AirTags – Apple Spring Event 2021 (8 Bilder)

Gerüchte zu den AirTags gibt es seit zwei Jahren – nun hat Apple sie offiziell vorgestellt.
(Bild: Apple)

Auf dem Tag lassen sich zudem Kontaktdaten hinterlegen, die jedes NFC-fähige Gerät auslesen kann und dem ehrlichen Finder eine Kontaktaufnahme ermöglicht.

Um ungewolltes Tracking Dritter zu verhindern, spielen AirTags einen Ton ab, um auf sich aufmerksam zu machen, schreibt Apple. Das passiert, wenn sie längere Zeit vom Gerät des Besitzers getrennt sind. Vom jedem Smartphone aus lasse sich der Tag dann deaktivieren.

Ein einzelner AirTag kostet 35 Euro, einen AirTags-Viererpack wird Apple für 119 Euro anbieten. Der Objekt-Tracker soll am 30. April in den Handel kommen. In Zusammenarbeit mit Hermès will Apple außerdem Lederaccessoires für die AirTags anbieten, darunter Schlüssel- und Gepäckanhänger zu Preisen von mehreren Hundert Euro. Apples eigene AirTag-Schlüsselanhänger kosten rund 40 Euro pro Stück.

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[Update 20.4.2021 20:55 Uhr] In den AirTags steckt eine CR2032-Knopfzelle, die laut Apple über ein Jahr durchhalten soll – bei täglichem Gebrauch. Nutzer:innen können die Batterie selbst tauschen. Die Tracker sind nach IP67 begrenzt gegen Wasser und Staub geschützt. (lbe)