Airbus' Pseudosatellit Zephyr S fliegt so hoch wie noch nie

In Arizona hat Airbus eine weitere Serie Testflüge mit seiner Stratosphärendrohne absolviert.

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Zephyr S hebt in Arizona ab.

(Bild: Airbus)

Von
  • Andreas Wilkens

Airbus hat eine weitere Testflugserie mit seinem Pseudosatelliten Zephyr S absolviert. Die Kampagne bestand aus insgesamt sechs Flügen, vier auf niedrigerer Höhe und zwei in der Stratosphäre über dem US-Bundesstaat Arizona. Die stratosphärischen Flüge dauerten jeweils etwa 18 Tage, dabei erreichte der Flieger eine Höhe von gut 23 km. Das sei Weltrekord für Flugzeuge dieser Art, teilte Airbus mit.

Zephyr ist ein unbemanntes Fluggerät für die Stratosphäre, das ausschließlich mit Sonnenenergie betrieben wird. Es hat eine Flügelspannweite von 25 m, wiegt ohne Nutzlast 75 kg, soll oberhalb des eingeschränkten Luftverkehrs fliegen und ähnliche Dienste wie Satelliten bieten. Beim Erstflug im Sommer 2018 hielt Airbus den Zephyr S 26 Tage lang ununterbrochen in der Luft, ein heute noch bestehender Weltrekord. Turbulenzen führten im Jahr darauf zum Absturz zweier Zephyr.

Während der jüngsten insgesamt 887 Stunden dauernden Testflüge hatte die Zephyr eine Nutzlast dabei, das Erdbeobachtungssystem OPAZ. Damit wollte Airbus möglichen Kunden demonstrieren, dass und wie Zephyr eingesetzt werden könnte. Das können solche sein wie das britische Verteidigungsministerium, das schon sein Interesse angemeldet hat. Gebaut werden soll Zephyr in Serie in Farnborough bei London.

Erstflug einer Zephyr S 2018.
(Quelle: Airbus)

Neben militärischen dient sich Airbus auch kommerziellen Interessenten an mit seinem Fluggerät, das einmal monatelang in der Stratosphäre bleiben können soll. Es könne beispielsweise die Ausbreitung von Waldbränden oder Ölverschmutzungen überwachen helfen und Internetverbindungen in entlegenen Gegenden bereitstellen. Zephyr wurde ursprünglich von der britischen Rüstungs- und Forschungsfirma QinetiQ entwickelt. Airbus übernahm das Entwicklungsprogramm im Jahr 2013.

(anw)