Akkus für Kopfhörer: Varta legt Patentstreit mit Samsung bei

Samsung und andere Hersteller von In-Ear-Kopfhörern haben offenbar Batterien von chinesischen Herstellern verbaut, die Varta-Patente verletzten.

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(Bild: Varta)

Von
  • Volker Briegleb

Der deutsche Batteriehersteller Varta hat seinen Streit mit Samsung beigelegt und bleibt auch in den kommenden Jahren Hauptlieferant für wiederaufladbare Batterien für Headsets. In dem Streit war es um patentgeschützte Herstellungsverfahren bei chinesischen Zulieferern von vergleichbaren Lithium-Ionen-Knopfzellen für Kopfhörer gegangen. Varta habe bereits alle Klagen gegen Samsung und deren Kunden zurückgezogen, teilte das Unternehmen am Montag in Ellwangen mit. Auch mit anderen Herstellern laufen konstruktive Gespräche.

Der Markt für wiederaufladbare Kleinstbatterien, die in In-Ear-Kopfhörern verschiedener Hersteller zum Einsatz kommen, wächst dynamisch. Varta, das schon lange Kleinstbatterien für Hörgeräte produziert hat, bezeichnet sich hier als Technologie- und Innovationsführer. Varta will seine Produktionskapazität weiter ausbauen, weil die Nachfrage namhafter Kunden stetig steigt.

Das Unternehmen strebt eigenen Angaben zufolge die Marktführerschaft mit einem Marktanteil von über 50 Prozent an. Vartas Aktienkurs hatte sich im vergangenen Jahr nahezu verfünffacht, nachdem unter anderem darüber spekuliert worden war, dass auch neben Samsung, Bose oder Sennheiser auch Apple zur Kundschaft der Schwaben gehört.

Anfang Januar ging der Aktienkurs in den Sturzflug, nachdem ein anonymer Spekulant auf einem Anlegerportal berichtet hatte, dass Samsung, Jabra und Sony auch Akkus von chinesischen Zulieferern verbauen. Daraufhin hat Varta erklärt, dass fragliche Hersteller Patente unter anderem für Herstellungsverfahren verletzen, und rechtliche Schritte eingeleitet. Ein chinesisches Gericht hatte später anerkannt, dass diese Patente auch in China gelten.

Mit Samsung hat sich Varta nun geeinigt und einen neuen Liefervertrag abgeschlossen. "Wir freuen uns, dass wir die Geschäftsbeziehungen mit Samsung noch einmal intensivieren können", sagte Varta-Chef Herbert Schein. Der Hersteller bleibt damit nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren der Hauptlieferant für wiederaufladbare Batterien für die Headsets von Samsung.

Die Einigung sieht vor, dass Varta seine Klagen zurückzieht und Samsung im Gegenzug auf Klagen verzichtet. "Es ist sehr erfreulich, dass wir gemeinsam diese Lösung gefunden haben und nun gestärkt zusammen in die Zukunft gehen werden", sagt Schein. Auch mit anderen betroffenen Herstellern seien Einigungen zu erwarten. Dem Vernehmen nach sind entsprechende Gespräche mit Jabra weit fortgeschritten.

Varta beschäftigt weltweit rund 4000 Mitarbeiter und ist auf die Herstellung vieler unterschiedlicher Batterien spezialisiert, von der Mikro- und der Haushaltsbatterie bis hin zu Energiespeichersystemen. Mit finanzieller Unterstützung des Bundes und der Länder Baden-Württemberg und Bayern in Höhe von rund 300 Millionen Euro will Varta außerdem die nächste Generation Lithium-Ionen-Zellen erforschen und eine Massenproduktion aufbauen.

(vbr)