Aktionsplan: So will die EU-Kommission die Energiewirtschaft digitalisieren

Mit einem "digitalen Zwilling" des Stromnetzes und einem Energiedatenraum plant die EU-Kommission laut einem Bericht, den Energiesektor stärker zu vernetzen.

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Stromnetz

(Bild: EnBW / Bernd Franck, Düsseldorf)

Von
  • Stefan Krempl

Mit Vorzeigeprojekten wie einem europäischen Raum für den Energiedatenaustausch und einem "digitalen Zwilling" des Stromnetzes will die EU-Kommission die Digitalisierung der Energiebranche vorantreiben. Dies geht aus dem Entwurf für einen Aktionsplan hervor, der dem Portal "Euractiv" nach eigenen Angaben vorliegt. Die Kommission wolle den Entwurf innerhalb der nächsten Wochen offiziell vorzustellen.

Angesichts der anhaltenden Energiekrise infolge des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine werde es immer dringlicher, die erneuerbaren Energien schnell in den Energiemix der EU zu integrieren, zitiert "Euractiv" aus dem Papier. Dies erfordere die Entwicklung eines intelligenten und dezentralen Stromnetzes und Energiesystems ("Smart Grid").

Ein digitaler Zwilling soll ab 2023 zeigen, wie sich Investitionen in die Digitalisierung der EU-Strominfrastruktur auswirken. Aktuelle Daten für den digitalen Zwilling könnten vor allem Messwerte aus intelligenten Stromzählern liefern.

Die Kommission beklage hier aber laut "Euractiv", dass viele Mitgliedstaaten wie Deutschland bei der Smart-Meter-Einführung im Rückstand seien, was Echtzeit-Analysen mithilfe des Systems behindere. Diese seien auch mit Blick auf die Elektromobilität nötig. E-Autos seien auf die Flexibilität des Netzes, intelligentes Laden und digitalisierte Gebäude angewiesen, weshalb für sie Echtzeitdaten von entscheidender Bedeutung seien. Die Kommission wolle Verordnungen erlassen, in denen die Anforderungen an die Interoperabilität sowie Verfahren für den Zugang zu Mess- und Verbrauchsdaten festgelegt werden sollen.

Die bessere Datenerhebung sei einer von mehreren Bereichen, in denen die Kommission Investitionen von bis zu 170 Milliarden Euro für nötig hält. Hinzu kommen effiziente Infrastruktur, Netzplanung, Simulationen, Systemmanagement und Datenaustausch. Bis 2023 sollen die EU und die nationalen Energiebehörden Indikatoren für intelligente Netze entwickeln, um diese Ausgaben zu überwachen.

Erste Grundlagen für den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Daten hat die EU zum Teil mit dem Data Governance Act bereits gelegt. Weitere sollen mit dem geplanten, breiter ausgerichteten Data Act folgen.

(mki)