Aldi-TVs: HDR-fähige 4K-TVs von Medion mit 55- und 65-Zoll-Diagonale

Aldi bietet zwei 4K-TVs von Medion an: Der 65-Zöller X16500 soll 550 Euro kosten, der 55-zöllige X15515 nur 300 Euro. Beide beherrschen HDR10 und Dolby Vision.

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  • Ulrike Kuhlmann

Aldi nimmt zwei Medion-TVs ins Angebot, die 3840 × 2160 Pixel (Ultra HD) zeigen, der X16500 auf 1,64 Meter Bilddiagonale der X15515 auf 1,39 Metern Bilddiagonale. Sie integrieren einen HD-Tuner für Satellit, Kabel und Antenne nebst Kartenslot für das CI+-Modul. Man kann an ihnen Videos von Netflix und Amazon Prime Video streamen und das auch in HDR-Qualität. Beide Displays unterstützen HDR 10 und auch das dynamische HDR-Format Dolby Vision. Die für beide angegebene Maximalleuchtdichte von 350 cd/m2 dürfte jedoch nicht für eine richtig beeindruckende HDR-Wiedergabe genügen.

Damit die Darstellung dennoch ausreichend kontraststark gerät, will Medion mit einem Micro Dimming nachhelfen. Was das genau bedeutet, bleibt aber erstmal offen. Im besseren Fall handelt es sich dabei um echtes Local Dimming mit entsprechender Ansteuerung der gleichmäßig im Rücken verteilten Backlight-LEDs. Wahrscheinlicher und dem TV-Preis angemessener ist es aber, dass der Fernseher die Darstellung nur über die Pixelhelligkeit anpasst.

Der zu hohe Schwarzpegel im HDR-Betrieb war bislang ein Schwachpunkt von Medion-TVs. Interessanterweise spezifiziert Medion für den 65-Zöller einen statischen In-Bild-Kontrast von 1200:1– was realistisch erscheint –, nennt für das kleinere Modell aber stolze 6000:1.

Medion hat dem Gerät eine Bewegtbildkompensation spendiert, dank der die Darstellung von schnellen Szenen flüssiger wiedergegeben werden soll. Diese war bislang den jeweils 100 Euro teureren Medion-TVs vorbehalten. Wir sind zwar keine Fans der Zwischenbildberechnung, doch ganz ohne Kompensationsmöglichkeiten können Ruckler etwa bei Kamerafahrten ziemlich nerven. Insofern ist die von Medion MEMC genannte "Motion Estimation and Motion Compensation" zu begrüßen.

In dem von uns im November getesteten Medion X15502 hatte sich die dort fehlende Kompensation als arg nervig herausgestellt. Da sich Medion nicht näher über das Panel auslässt, gehen wir von einem 50-Hz-Panel aus. Für Gamer könnte es deshalb etwas lahm sein.

Beim Betriebssystem des X16500 und des X15515 dürfte es sich um ein Derivat von Vestel handeln, über das auch den Internetzugang sichergestellt wird. Der App-Store wird für Medion-TVs üblicherweise von Foxum bereitgestellt, wobei die App-Auswahl im Vergleich zu der von Smart-TVs mit Android-OS (Sony, Philips), WebOS (LG) oder Tizen (Samsung) recht überschaubar ist. Für Amazon und Netflix gibt es üblicherweise eine Direkttaste auf der Fernbedienung, die Startseite erreicht man über den Home-Button, den App-Store über den Medion-Button.

Beide aktuellen TV-Modelle halten eine Videorecorder-Funktion zum Aufzeichnen von TV-Sendungen der öffentlich-rechtlichen Programme auf angeschlossene USB-Medien bereit. Die PVR-Funktion gehört bei vielen anderen Anbietern in günstigen Geräten zu den Streichkandidaten.

Der Hersteller hat den Smart-TVs vier HDMI-2.0-Eingänge spendiert – üblicherweise haben günstige Geräte nur zwei oder drei HDMI-Ports. Mit VGA und Video hat Medion auch zwei analoge Eingänge integriert. Das werden Besitzer von betagten Notebooks oder alten Videorecordern zu schätzen wissen, für andere Zuspieler nutzt man aber besser den digitalen Übertragungsweg per HDMI.

Außerdem findet man neben einem SPDIF-Ausgang auch eine Klinkenbuchse für Kopfhörer – diese wurde von vielen TV-Herstellern wegrationalisiert. Allerdings haben die Medion-TVs im Gegenzug kein Bluetooth an Bord. Wer BT-Kopfhörer anschließen möchte, muss deshalb einen USB-Dongle verwenden. Die Audioqualität des eingebauten Soundsystems dürfte auf einem ähnlich niedrigen Niveau liegen wie beim X15502 oder den im Frühjahr 2019 getesteten Medion X14907, denn ihnen fehlt ein Subwoofer. Diesen findet man erst in den etwas teureren Medion-TVs wie dem X16533.

Das Medion X15515 ist ab dem 25. Juni für 299 Euro in allen Aldi Nord- und Aldi Süd-Filialen erhältlich. Das größere X16500 wird derzeit ausschließlich online angeboten. Interessenten können ihn für 549 Euro bei Aldi Süd bestellen. Im Service "Aldi liefert" ist die Lieferung in allen Fällen im Preis inbegriffen.

Mit seinen Kampfpreisen steht Medion derzeit allein auf weiter Flur. 55-Zöller mit in etwa vergleichbarer Ausstattung findet man erst für etwa 150 Euro mehr, beispielsweise von Hisense, Toshiba, Philips, Samsung und LG. Ähnlich sieht es bei den 65-Zöllern aus: Auch hier liegt der Preis anderer Modelle mit vergleichbarer Ausstattung 100 Euro und mehr über dem Medion-Angebot. Aber natürlich sagt die Ausstattung noch nichts über die Bildqualität aus.

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(uk)